Es gibt eine Vielzahl an Strategiespielen, in denen es darum geht, Armeen aufzubauen, Königreiche zu verwalten oder ganze Welten zu erobern. NAMAKORIUM schlägt einen deutlich anderen Weg ein und überlässt den Spielern die Kontrolle über winzige Seegurken, deren Aufgabe es ist, die von der Menschheit hinterlassenen Ozeane zu säubern. Das klingt zunächst wie ein Scherz, doch nach einiger Zeit mit dem Spiel zeigt sich, dass unter den niedlichen Namakos ein überraschend solides RTS steckt.
NAMAKORIUM wurde von Polyscape Inc. entwickelt und ist ein kooperatives Echtzeit-Strategiespiel für bis zu vier Spieler. Das Spiel startete am 29. Januar 2026 in den Early Access, bevor am 18. Mai der vollständige Release auf Steam erfolgte. Es bietet mittlerweile sowohl Online-Koop als auch einen Singleplayer-Modus, wobei dieser erste Eindruck primär auf der Early-Access-Version und der damals verfügbaren Multiplayer-Erfahrung basiert.
Über NAMAKORIUM
Die Idee hinter NAMAKORIUM ist ziemlich simpel. Die Menschheit ist verschwunden, die Ozeane sind verschmutzt und die Namakos wurden als künstliche Lebensformen zurückgelassen, die alles aufräumen sollen. Die Spieler übernehmen die Kontrolle über diese kleinen Kreaturen, sammeln Ressourcen, bauen ihre Basis aus, beseitigen kontaminierte Gebiete und renaturieren nach und nach den Ozean.
Was das Konzept so gut funktionieren lässt, ist die Persönlichkeit der Namakos. Sie sind im Grunde genommen bezaubernde kleine Seegurken, die herumlaufen und körperliche Arbeit verrichten. Wenn man beobachtet, wie eine Gruppe von ihnen ausschwärmt, um Ressourcen zu sammeln oder ein Gebiet zu säubern, entwickelt das Spiel einen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. NAMAKORIUM verfolgt nicht den typischen, ernsten RTS-Ansatz, und diese entspannte Präsentation zieht sich durch den Großteil des Gameplays.

NAMAKORIUM: Erste Eindrücke
Das RTS-Gameplay ist simpel, aber effektiv
Das frühe Tutorial führt die Spieler gut an die Grundlagen heran. Einen Namako auszuwählen und per Rechtsklick den Zielort festzulegen, ist im Grunde alles, was man für den Start benötigt. Die ersten Ziele bestehen darin, Ressourcen zu sammeln und Verschmutzungen zu beseitigen. Das Spiel überhäuft den Spieler nicht sofort mit einer riesigen Liste an Mechaniken, sodass selbst jemand, der nicht besonders vertraut mit RTS-Spielen ist, kaum Probleme haben dürfte, sich zurechtzufinden.
Diese Einfachheit ist nützlich, da sich der Fokus schnell vom Erlernen der Steuerung hin zum effizienten Management der Namakos verlagert. Die Spieler müssen entscheiden, wohin ihre Einheiten geschickt werden sollen, wann sie mehr Namakos in den Betrieb einbinden und welche Strukturen als Nächstes gebaut werden müssen. Die Basis fungiert als Zentrum der Operation, von wo aus Spieler weitere Einheiten produzieren und Werkzeuge freischalten können, die neue Bereiche der Map öffnen. Es ist nicht das komplexeste RTS-System auf dem Markt, aber NAMAKORIUM schafft es gut, jede neue Mechanik wie eine natürliche Erweiterung des bereits Bekannten wirken zu lassen.

NAMAKORIUM: Erste Eindrücke
Verschiedene Namakos sorgen für mehr Strategie
Das Spiel wird interessanter, sobald spezialisierte Namakos ins Spiel kommen. Der normale Namako kann grundlegende Aufgaben erledigen, aber andere Typen sind für spezifische Jobs konzipiert. Der Shell Namako kann beispielsweise Kalkstein sammeln und bestimmte Hindernisse überwinden, während andere Varianten auf Dinge wie Bergbau oder das Überleben bei extremen Temperaturen ausgelegt sind.
An diesem Punkt beginnt NAMAKORIUM von den Spielern zu verlangen, mehr zu tun, als einfach nur mehr Einheiten auf ein Problem zu werfen. Wenn ein Hindernis einen bestimmten Namako erfordert, hilft es nicht, einfach eine weitere Gruppe einfacher Arbeiter zu produzieren. Die Spieler müssen ihre Ressourcen verwalten und die richtigen Einheiten für die jeweilige Situation wählen, was dem ansonsten entspannten Gameplay etwas mehr Strategie verleiht, je komplexer die Maps werden.

NAMAKORIUM: Erste Eindrücke
Die Ozeanreinigung ist überraschend befriedigend
Das Beseitigen von Verschmutzung ist die Hauptaktivität in NAMAKORIUM und entpuppt sich als einer der unterhaltsamsten Aspekte des Spiels. Eine Gruppe von Namakos in ein kontaminiertes Gebiet zu schicken und dabei zuzusehen, wie sie es nach und nach säubern, verleiht jedem Abschnitt der Map einen klaren Zweck. Die Umgebung verändert sich ebenfalls, während die Gebiete restauriert werden, und der Ozean wird lebendiger, je mehr Fortschritte die Spieler machen.

NAMAKORIUM: Erste Eindrücke
Es hat etwas Befriedigendes, die Ergebnisse dieser Arbeit zu sehen, anstatt nur einen Ladebalken zu beobachten. NAMAKORIUM verknüpft Erkundung und Restaurierung zudem mit seinen Sammel-Elementen, was den Spielern mehr Gründe gibt, die Maps zu erkunden, anstatt nur zum nächsten Ziel zu eilen. Das Spiel bleibt in diesen Momenten recht entspannt, aber Ressourcenlimits und das Nahrungssystem verhindern, dass man völlig abschaltet.
Im Multiplayer entfaltet das Spiel sein volles Potenzial
NAMAKORIUM wurde eindeutig für kooperatives Spiel entwickelt, und mehrere Spieler machen die simplen RTS-Systeme deutlich interessanter. Mit bis zu vier Spielern, die zusammenarbeiten, kann die Gruppe Verantwortlichkeiten aufteilen, anstatt dass eine Person alles verwalten muss. Ein Spieler kann sich auf Ressourcen konzentrieren, während ein anderer die Erkundung oder die spezialisierten Namakos übernimmt – diese Arbeitsteilung verleiht dem Spiel ein viel besseres Gefühl für den Spielfluss.

NAMAKORIUM: Erste Eindrücke
Das Problem während der Early-Access-Phase war jedoch, tatsächlich Leute in eine Lobby zu bekommen. Die Spielerbasis war klein genug, dass es schwierig sein konnte, eine aktive Lobby zu finden, besonders abhängig von der Tageszeit. Nachdem man eine Weile gewartet hatte, ohne dass jemand beitrat, wurde klar, dass das größte Hindernis nicht das Gameplay selbst war, sondern schlichtweg genügend Spieler online zu haben, um die kooperative Seite richtig zu erleben. Das ist eine schwierige Situation für ein Spiel, das auf Vier-Spieler-Teamwork ausgelegt ist, obwohl die aktuelle Steam-Version sowohl Singleplayer als auch Online-Koop unterstützt.
Der Solo-Modus gibt NAMAKORIUM mehr Raum zum Atmen
Die Hinzufügung des Solo-Modus ist daher ein wichtiger Teil der Entwicklung von NAMAKORIUM. Anstatt sich vollständig darauf verlassen zu müssen, dass andere Spieler online sind, können Solo-Spieler die Stages nun alleine angehen und in ihrem eigenen Tempo spielen. Die aktuelle Steam-Beschreibung präsentiert den Solo-Modus explizit als Option für Spieler, die entweder einen entspannteren Ansatz oder eine effizienzorientierte Herausforderung suchen.
Das passt erstaunlich gut zum Design des Spiels. NAMAKORIUM benötigt nicht zu jeder Zeit vier Spieler, damit die grundlegenden Mechaniken funktionieren. Die Möglichkeit, die gesamte Operation alleine zu steuern, macht das Spiel deutlich zugänglicher. Es gibt den Spielern zudem die Gelegenheit, die verschiedenen Namako-Typen und Systeme zu erlernen, ohne sich darum sorgen zu müssen, mit Teamkollegen Schritt halten zu müssen. Für ein Spiel, das in seinen Anfangstagen Schwierigkeiten hatte, Lobbys zu füllen, ist eine vollwertige Solo-Option eine sinnvolle Verbesserung.
Die niedliche Präsentation leistet einen Großteil der Arbeit
Die Namakos sind offensichtlich die Hauptattraktion, aber der Rest der Präsentation hilft dabei, das Konzept zu verkaufen. Die Unterwasserumgebungen haben einen entspannten Look, der zum langsameren Tempo des Strategie-Gameplays passt, während der Kontrast zwischen verschmutzten und restaurierten Gebieten den Fortschritt leicht erkennbar macht. Der Soundtrack passt ebenfalls zum Setting, ohne das eigentliche Gameplay zu stören.
Die niedliche Präsentation hätte NAMAKORIUM leicht wie ein simples Management-Spiel wirken lassen können, aber die RTS-Mechaniken geben ihm genug Struktur, um das zu vermeiden. Es gibt immer noch ein Gefühl der Dringlichkeit, wenn Ressourcen knapp werden oder ein bestimmter Namako benötigt wird, um ein Hindernis zu beseitigen. Das Ergebnis ist ein Spiel, das an der Oberfläche unglaublich entspannt aussieht, aber dennoch von den Spielern verlangt, darauf zu achten, was ihre kleine Aufräumtruppe gerade tut.

NAMAKORIUM: Erste Eindrücke
Fazit
NAMAKORIUM versucht nicht, mit den großen RTS-Spielen in Sachen Komplexität zu konkurrieren, und das ist wahrscheinlich auch gut so. Der Reiz liegt darin, vertraute Strategiemechaniken – Ressourcenmanagement, Einheitensteuerung, Konstruktion und Erkundung – in ein deutlich zugänglicheres Paket zu schnüren. Eine Gruppe von Seegurken zu steuern, ist eine seltsame Prämisse, aber sie verleiht dem Spiel genug Persönlichkeit, um herauszustechen.
Die Early-Access-Multiplayer-Erfahrung zeigte beide Seiten des Spiels recht deutlich. Wenn alles funktioniert, macht es wirklich Spaß, verschiedene Namakos über die Map zu schicken und die Aufräumaktion zu koordinieren, aber die kleine Spielerbasis machte es schwierig, die kooperative Seite konsistent zu erleben. Die Hinzufügung des Solo-Modus und der letztendliche Full-Release geben NAMAKORIUM ein deutlich besseres Fundament, besonders für Spieler, die keine feste Gruppe zum Spielen haben.
Für Spieler, die ein Casual-RTS suchen, das mit Freunden oder alleine genossen werden kann, ist NAMAKORIUM ein interessanter Titel, den man im Auge behalten sollte. Es ist nicht das tiefgründigste Strategiespiel, aber das muss es auch nicht sein. Manchmal ist eine Gruppe winziger Seegurken, die einen zerstörten Ozean aufräumen, genug, um ein RTS spielenswert zu machen.








