Die Serie heißt seit 1997 Grand Theft Auto. In fast jedem Teil kann man innerhalb der ersten fünf Minuten Gameplay jemanden aus einem fahrenden Fahrzeug zerren. Und doch hat es in fast drei Jahrzehnten Box-Art genau ein Cover geschafft, dieses spezifische Verbrechen abzubilden.
Dieses Spiel ist GTA 2.
Das eine Cover, das es richtig gemacht hat
Das Cover von GTA 2 ist fast schon erfrischend wortwörtlich. Es zeigt aus der Vogelperspektive, wie jemand in ein Taxi stürmt, während Passanten um das Fahrzeug herum auseinanderstieben. Es entspricht der Top-Down-Perspektive des eigentlichen Spiels und bildet genau das Verbrechen ab, auf dem die Serie aufbaut. Simpel, direkt, ehrlich.
Dieser Ansatz kehrte nie wieder zurück.
Was jedes andere Cover stattdessen macht
Ab GTA III verlagerte sich die Formel hin zu Collagen. Charaktere, Fahrzeuge und die Vibes der Location. GTA: Vice City rückte Tommy Vercetti mit Palmen und Sonnenuntergang in den Mittelpunkt. GTA: San Andreas zeigte ein Drive-by-Shooting – das ist zwar ein Verbrechen, das aus einem Auto heraus begangen wird, aber kein Carjacking. GTA IV zeigte einen Polizisten, der einen Fahrer anhält; das könnte theoretisch ein gestohlenes Fahrzeug beinhalten, aber genauso gut nur ein Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung sein.
Dieses Muster zieht sich bis zum heutigen Tag durch.
GTA 6 führt die Tradition fort, im Guten wie im Schlechten
Grand Theft Auto 6 setzt diese Serie nahtlos fort. Das kürzlich enthüllte Cover-Art packt ein Schnellboot, ein Motorrad, einen Helikopter, einen Supersportwagen und ein Krokodil neben mehrere Charaktere. Es vermittelt Größe, Exzess und das Florida-Chaos von Vice City. Was es jedoch kein einziges Mal zeigt, ist jemand, der ein Auto stiehlt.
Die Sache ist die: Das Cover funktioniert nach seinen eigenen Regeln. Es sagt dir genau, welche Art von Erlebnis dich erwartet. Groß, laut, weitläufig, mit einer Riege an Charakteren und einer Welt, die zum Erkunden einlädt. Aber es ist schon irgendwie witzig, dass ein Franchise dieser Größenordnung seine definierende Mechanik nie auf die Vorderseite der Box bringt – außer dieses eine Mal im Jahr 1999.
Warum es wahrscheinlich egal ist – und warum irgendwie auch nicht
Bei Box-Art ging es schon immer darum, ein Gefühl zu verkaufen, nicht eine Mechanik. Rockstar hat früh verstanden, dass die GTA-Serie größer war, als ihr Name vermuten ließ. Als GTA III im Jahr 2001 erschien, waren die Spiele zu Open-World-Crime-Sandboxes geworden, in denen das Stehlen von Autos fast nebensächlich zu allem anderen war, was man tun konnte. Ein Carjacking auf dem Cover hätte das Ganze unter Wert verkauft.
Was die meisten Spieler übersehen: Diese Eigenheit verrät tatsächlich etwas darüber, wie sich die Serie entwickelt hat. Das Originalspiel und sein Nachfolger waren laserfokussiert auf den Crime-Loop. Das Cover von GTA 2 spiegelt diesen Fokus direkt wider. Jeder Teil danach handelte von etwas Breiterem, und das Box-Art spiegelt diesen Wandel ebenfalls wider.
Da sich GTA 6 zum teuersten Unterhaltungsprodukt aller Zeiten entwickelt, war es klar, dass das Cover-Art eher auf Spektakel als auf Spezifität setzen würde. Vorbestellungen sind ab dem 25. Juni für PS5 und Xbox Series X/S möglich. Wenn du Details dazu suchst, wie du dir ein Exemplar sicherst, bietet der GTA 6 Pre-Order-Guide alles, was du brauchst.
Wenn man bedenkt, wie lang die Lücke zwischen GTA V und GTA 6 letztlich war, ist der nächste Teil wahrscheinlich mindestens ein Jahrzehnt entfernt. Das ist eine lange Wartezeit für Rockstar, um endlich wieder ein Grand Theft Auto auf ein GTA-Cover zu bringen. Aber an diesem Punkt ist die Serie fast schon erhaltenswert. Schau dir die vollständige GTA 6 Guides-Sammlung für weitere Berichterstattung an, während der Launch näher rückt.








