"Auch nach Januar 2028 sollen Nachbestellungen für bestehende PlayStation-Disc-Spiele möglich sein" – das ist offenbar die Zusicherung, die Sony Publishern und Partnern gab, als das Unternehmen sie über den Wechsel zu einem rein digitalen Vertrieb ab Januar 2028 informierte. Dieses Detail stammt vom Journalisten Stephen Totilo von Game File und verleiht der ohnehin schon chaotischen Geschichte, die seit der ersten Ankündigung von PlayStation, ab Januar 2028 keine Discs für neue Titel mehr zu produzieren, ihren Lauf nahm, eine bemerkenswerte neue Wendung.
Die Ankündigung selbst löste sofort Kontroversen aus. Befürworter physischer Spiele, Verfechter der Spiele-Archivierung und eine ganze Reihe von Publishern hatten dazu Fragen. Das Problem dabei: Dass Sony einige dieser Fragen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit beantwortet, ohne ein offizielles Statement abzugeben, ist eine seltsame Art, mit den negativen Reaktionen umzugehen.

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Was das Zeitfenster für Disc-Nachbestellungen tatsächlich bedeutet
Die hier gezogene Grenze verläuft zwischen neuen Titeln und bereits existierenden Spielen. Nach Januar 2028 wird Sony keine Discs mehr für Spiele herstellen, die ab diesem Zeitpunkt erscheinen. Publisher, die jedoch bereits Disc-basierte Titel auf dem Markt haben, sollen Berichten zufolge die Möglichkeit behalten, zusätzliche Auflagen zu bestellen.
Das ist wichtiger, als es zunächst scheinen mag. Ein Publisher, der einen beliebten Back-Catalog-Titel im Sortiment hat, der sich weiterhin gut im Handel verkauft, stünde sonst vor einem abrupten Ende der physischen Versorgung. Die Möglichkeit zur Nachbestellung verleiht diesen Titeln zumindest theoretisch eine längere physische Lebensdauer im Regal.
Der entscheidende Punkt ist der Zusatz "theoretisch". Wie lange Sony dieses Zeitfenster für Nachbestellungen tatsächlich offen hält, ist noch unbekannt – insbesondere angesichts der Berichte, dass das Disc-Produktionswerk in Thalgau bereits damit begonnen hat, seine Produktionskapazitäten drastisch zu reduzieren. Eine Fabrik, die nur noch mit einem Zehntel ihres früheren Volumens läuft, kann unbegrenzte Nachbestellungen nicht auf Dauer bewältigen.
Die Fragen, die Sony noch immer nicht öffentlich beantwortet hat
Selbst mit der Nachbestellungs-Option bleiben einige Probleme ungelöst. Was passiert mit einem Spiel, das sich in der Entwicklung befindet und eigentlich mit Disc erscheinen sollte, sich aber über die Deadline vom Januar 2028 hinaus verzögert? Verliert es einfach seinen physischen Release? Bekommt der Publisher eine Ausnahmegenehmigung oder muss er die Kosten für einen rein digitalen Pivot tragen?
Es gibt zudem allgemeinere Bedenken, die durch keine Nachbestellungs-Richtlinie ausgeräumt werden. Die Spiele-Archivierung ist einer dieser Punkte. Disc-basierte Spiele bieten ein physisches Besitzmodell, das digitale Storefronts schlichtweg nicht replizieren können. Da Sony seine eigene digitale Storefront kontrolliert, hat das Unternehmen erheblichen Einfluss auf Rabatte, Verfügbarkeit und langfristigen Zugriff. Publisher wie Capcom und Take-Two Interactive haben bereits signalisiert, dass ihr Umsatz überwiegend digital generiert wird, weshalb sie der Übergang möglicherweise kaum trifft. Kleinere Publisher mit einer Zielgruppe, die physische Medien bevorzugt, befinden sich in einer anderen Lage.
Warum Sony dies geheim hielt
Die Entscheidung, die Nachbestellungs-Option nicht öffentlich zu machen, ist wirklich rätselhaft. Sie hätte zumindest etwas Goodwill bei der Community der physischen Spieler erzeugt – einer Gruppe, die seit der ursprünglichen Ankündigung lautstark ihren Widerstand äußert. Dass Sony dies nur über die private Kommunikation mit Partnern mitteilt, deutet entweder darauf hin, dass die Richtlinie noch finalisiert wird, oder dass Sony nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig auf den Ausstieg aus dem physischen Spielgeschäft lenken möchte.
Unterdessen schlägt Xbox den entgegengesetzten Weg ein. Für das kommende Halo: Campaign Evolved wurde kürzlich bestätigt, dass eine Disc in der Box enthalten sein wird – ein Detail, das angesichts der aktuellen Debatte um physische Medien fast wie ein gezieltes Statement wirkt. Wenn ihr verfolgen wollt, wie sich die beiden Plattformen in dieser Frage auseinanderentwickeln, ist dieser Kontrast durchaus beobachtenswert.
Für Fans physischer Spiele ist der Saros Guide zu Dateigröße und Pre-Load eine Erinnerung daran, dass PS5-Exclusives weiterhin erscheinen und es sich lohnt, sie einzuplanen, auch wenn sich das Format, auf dem sie ausgeliefert werden, ändern mag. Und falls euch der allgemeine Wandel hin zum Digitalen dazu anregt, darüber nachzudenken, wie Spiele auf interessante Weise mit physischen Inventar-Mechaniken umgehen, ist der Retro Rewind Guide zu Black Market SKU-Codes eine amüsante Ironie, über die man nachdenken kann.
Was kommt als Nächstes für physische PlayStation-Spiele?
Die Deadline im Januar 2028 ist noch 18 Monate entfernt, und vieles kann sich noch ändern. Sony hat kein offizielles öffentliches Statement zur Nachbestellungs-Regelung abgegeben, und die Umstrukturierung des Werks in Thalgau deutet darauf hin, dass die Infrastruktur für die physische Produktion ohnehin heruntergefahren wird, ungeachtet dessen, welche Richtlinien auf dem Papier existieren.
Publisher und Sammler physischer Spiele sollten auf eine formelle Ankündigung von Sony achten, die die Bedingungen für Nachbestellungen, Zeitpläne und das Schicksal von Spielen in der Entwicklungs-Schwebe klärt. Bis dahin bleibt dies ein Gerücht, das glaubwürdig genug ist, um es ernst zu nehmen, aber nicht offiziell genug, um es als feststehende Richtlinie zu behandeln.
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