Krafton hat ein Händchen dafür, das PUBG-Universum in Richtungen zu erweitern, die niemand auf dem Schirm hat, und PUBG: DED.NET könnte der bisher gewagteste Schritt sein. Das Spiel feierte sein Debüt auf der Gamescom Opening Night Live 2026 am 25. August, und wenn der Reveal-Trailer ein Indikator ist, dann ist dies kein gewöhnlicher Battle-Royale-Nachfolger.
Fans von PUBG Mobile werden die DNA wiedererkennen, aber DED.NET macht damit etwas grundlegend anderes.
Was Krafton tatsächlich angekündigt hat
Die offizielle Beschreibung von Krafton bewirbt PUBG: DED.NET als Multiplayer-FPS mit Roguelite-Progression über verschiedene Runs hinweg, angesiedelt in "der seltsamen und unvorhersehbaren Welt des Cascadia der 1990er Jahre". Das ist das Kernversprechen und eine deutliche Abkehr von dem, was PUBG: Battlegrounds seit fast einem Jahrzehnt ausmacht.
Roguelite-Progression in einem Multiplayer-Shooter bedeutet, dass sich dein Build, deine Fähigkeiten oder deine Loadout-Optionen über einzelne Runs hinweg entwickeln und verändern, anstatt als permanente Unlocks erhalten zu bleiben. Jede Session hat das Potenzial, sich anders zu spielen, je nachdem, was du aufsammelst oder wie du dich anpasst. Der Trailer verrät zwar nicht die genauen Mechaniken, aber die Ausrichtung auf "experimentieren, anpassen und den eigenen Ansatz aufbauen" deutet darauf hin, dass Spieler während eines Runs bedeutsame Entscheidungen treffen müssen, anstatt nur einen statischen Progression-Tree zu grinden.
Auch das Setting trägt hier viel bei. Cascadia in den 90ern verleiht dem Spiel eine spezifische ästhetische Identität: mit Graffiti besprühte Granatwerfer, Pinguin-Body-Slides über die Map und ein Soundtrack, der von Ministrys "Jesus Built My Hotrod" untermalt wird. Das ist eine sehr bewusste Energie und wirkt wie ein gezielter Versuch, sich von dem ernsten, taktischen Ton des klassischen PUBG-Erlebnisses zu distanzieren.
Wie das in das wachsende PUBG-Universum passt
PUBG: Battlegrounds erschien 2017 und war jahrelang der prägende Name im Battle-Royale-Genre. Die mobile Version, PUBG Mobile, baute diese Reichweite noch weiter aus und schuf eine riesige globale Spielerbasis in Südostasien, Südasien und darüber hinaus. Krafton baut die Marke PUBG schon seit geraumer Zeit über dieses eine Spiel hinaus konsequent aus.
DED.NET ist der zweite neue Titel im PUBG-Universum, der kürzlich aufgetaucht ist. PUBG: Black Budget, ein separates Projekt, das sich eher als taktischer Extraction-Shooter positioniert und im Bereich von Arc Raiders konkurriert, befindet sich ebenfalls in der Entwicklung, wobei die Anmeldung für Playtests bereits läuft. Zwei sehr unterschiedliche Richtungen, die beide unter dem Namen PUBG operieren.
Der Punkt ist: PUBG: DED.NET und PUBG: Black Budget jagen nicht dieselbe Zielgruppe. Black Budget richtet sich an Spieler, die ernstes, methodisches Gunplay suchen. DED.NET zielt eindeutig auf Spieler ab, die etwas Schnelleres, Verrückteres und Wiederspielbares wollen. Krafton scheint die Marke PUBG bewusst auf verschiedene Spielstile aufzuteilen, anstatt zu versuchen, mit einem Spiel alle zu bedienen.
Was der Roguelite-Ansatz tatsächlich ändert
Multiplayer-Shooter mit Roguelite-Elementen sind eine relativ kleine Kategorie. Spiele wie Risk of Rain 2 haben bewiesen, dass die Formel im Koop-PvE funktioniert, aber sie auf einen kompetitiven oder semi-kompetitiven FPS-Kontext anzuwenden, ist eine schwierigere Aufgabe. Die Spannung zwischen ausbalanciertem kompetitivem Gameplay und der inhärenten Zufälligkeit von Roguelite-Systemen ist real.
Was die meisten Spieler übersehen, wenn sie "Roguelite-Multiplayer" hören, ist, dass das Design nicht zwangsläufig unfaire Machtgefälle bedeuten muss. Es kann bedeuten, dass jeder Run ein anderes Set an Tools bietet, was die Spieler dazu zwingt, ihre Strategie anzupassen, anstatt jedes Mal auf das gleiche Loadout zurückzugreifen. Wenn Krafton die Balance sorgfältig handhabt, könnte DED.NET etwas bieten, das auf eine Weise wiederspielbar ist, die Standard-Multiplayer-Shooter langfristig oft nur schwer aufrechterhalten können.
Das 90er-Jahre-Cascadia-Setting deutet zudem auf einen Ton hin, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, was den Entwicklern Raum gibt, mit verrückten Fähigkeiten oder unkonventionellen Mechaniken zu experimentieren, ohne dass es deplatziert wirkt. Ein Pinguin-Body-Slide ist nichts, was man in PUBG: Battlegrounds sehen würde. In DED.NET passt es offenbar.
Wie es weitergeht
Krafton hat noch kein Release-Fenster für PUBG: DED.NET angekündigt, außer dass die Registrierung für die Closed Beta jetzt offen ist. Die Gamescom läuft noch bis zum 30. August 2026, daher besteht eine gute Chance, dass vor Ende der Woche weitere Details bekannt werden. Der Reveal-Trailer ist bereits auf YouTube verfügbar für alle, die einen genaueren Blick auf das Cascadia-Setting und den allgemeinen Vibe werfen wollen, den Krafton anstrebt.
Für PUBG-Fans, die neugierig sind, wohin sich das Franchise entwickelt, ist DED.NET definitiv einen Blick wert. Der Roguelite-Hook ist wirklich interessant, die Ästhetik ist konsequent umgesetzt und Krafton verfügt über die Ressourcen, um das Projekt ordentlich aufzubauen. Ob die Umsetzung dem Konzept gerecht wird, ist die Frage, die erst die Beta beantworten wird.







