Bereits 2009, als ein Großteil der Branche noch darüber debattierte, ob der digitale Vertrieb überhaupt eine ernsthafte Bedrohung für den Einzelhandel darstelle, hatte Satoru Iwata bereits nachgerechnet.
Während einer Investoren-Q&A in jenem Jahr widersprach Iwata, der von 2002 bis zu seinem Tod im Juli 2015 als Präsident und CEO von Nintendo fungierte, den damals kursierenden, aggressiveren Prognosen. „Die radikalsten Stimmen behaupten sogar, dass der Einzelhandel in kürzester Zeit durch den digitalen Vertrieb ersetzt wird“, sagte er, bevor er seine eigene, besonnenere Einschätzung abgab: „In etwa 20 Jahren könnte ich sagen, dass sich die Dinge wahrscheinlich geändert haben werden. Aber in etwa 5 Jahren stimme ich den Meinungen, dass bis dahin niemand mehr Titel im Einzelhandel kaufen wird, nicht vollkommen zu.“
Dieses Zitat tauchte diese Woche auf Reddit wieder auf, und das Timing ist kaum zu ignorieren.

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Die Prognose, die wie ein guter Wein reifte
Die Sache ist die: 2009 war eine andere Welt. Der PlayStation Store und der Xbox Live Marketplace existierten zwar bereits, aber physische Kopien dominierten den Absatz noch mit großem Abstand. Zu sagen, dass Digitales irgendwann die Oberhand gewinnen würde, war nicht mutig. Zu sagen, dass es etwa zwei Jahrzehnte dauern würde, war jedoch eine spezifische und wohlüberlegte Einschätzung, die die meisten Analysten damals als lächerlich abgetan hätten.
Iwata argumentierte im Wesentlichen, dass sich Konsumgewohnheiten, Infrastruktur und Anreize für Publisher erst allmählich verschieben müssten und der Einzelhandel nicht über Nacht zusammenbrechen würde. Er behielt in allen Punkten recht.
Blickt man auf das Jahr 2026, ist die Dominanz des Digitalen keine Prognose mehr. Es ist die operative Realität. Sony hat bestätigt, dass die Produktion physischer Discs für PS5-Spiele im Jahr 2028 eingestellt wird, und begründet dies mit einer „allgemeinen Präferenz für digitale Medien“, die nun „die physischen Discs deutlich überholt“. Rockstar lieferte physische Kopien von GTA 6 als Code-in-a-Box aus, ohne tatsächliche Disc-Daten. Xbox hat kürzlich Veröffentlichungen, darunter Doom: The Dark Ages, stillschweigend mit physischen Hüllen ausgeliefert, die keine Spieldaten auf der Disc selbst enthalten.
Iwata's 20-Jahres-Fenster endet etwa um 2029. Sonys Stichtag ist 2028. Er lag um etwa ein Jahr daneben.
Wie Physical Gaming aktuell aussieht
Die Situation über alle Plattformen hinweg zeichnet ein konsistentes Bild, auch wenn noch niemand offiziell das Ende des physischen Gamings verkündet hat.
- PlayStation beendet die Disc-Produktion für neue PS5-Spiele im Jahr 2028
- Rockstar liefert GTA 6 als Code-in-a-Box ohne spielbare Disc-Daten aus
- Xbox-Neuerscheinungen wurden zuletzt mit leeren Discs ausgeliefert, die vollständige Downloads erfordern
- Nintendo führte Game-Key Cards für die Switch 2 ein, die zwar weiterverkauft werden können, aber keine tatsächlichen Spieldaten enthalten
Der entscheidende Punkt ist, dass „physisch“ stillschweigend zu einem anderen Produkt geworden ist. Man kauft eine Box, manchmal mit einer Karte oder Disc, die als Lizenzschlüssel fungiert, nicht als in sich geschlossene Kopie des Spiels. Das Argument der Archivierung, auf das sich Befürworter physischer Medien lange gestützt haben, erodiert bereits.
Analysten haben angemerkt, dass Sonys Schritt beeinflussen könnte, wie Xbox und Nintendo in Zukunft mit physischen Medien umgehen, obwohl Nintendo bei solchen Entscheidungen historisch gesehen sein eigenes Tempo vorgibt. Vorerst bleibt Nintendo der Ausreißer und produziert neben dem neuen Key-Card-Format weiterhin Standard-Game-Cards für Switch 2-Titel.
Warum Iwata's Einschätzung Bestand hat
Was Iwata's Prognose so präzise machte, war nicht nur der Zeitrahmen. Es war die Begründung dahinter. Er verstand, dass der Wandel nicht allein durch Technologie vorangetrieben werden würde. Es bedurfte einer echten Veränderung der Konsumentenpräferenzen, und das dauert länger, als Ingenieure und Führungskräfte meist annehmen.
Der Backlash, den Sony seit der Ankündigung des Endes der Disc-Produktion erfahren hat, zeigt, dass sich die Präferenzen noch nicht bei jedem vollständig verschoben haben. Käufer physischer Medien sind lautstark, organisiert und wirklich verärgert. Doch die Zahlen stützen ihre Position kommerziell eindeutig nicht – genau das hatte Iwata erwartet, als er sagte, der Wandel würde eher allmählich als plötzlich erfolgen.
Speziell für Nintendo-Fans hat dieser Moment ein besonderes Gewicht. Iwata bleibt als einer der spielerorientiertesten Führungskräfte in Erinnerung, die die Branche je gesehen hat – jemand, der Geschäftsentscheidungen konsequent danach ausrichtete, was für die Menschen, die Spiele tatsächlich kaufen und spielen, sinnvoll war. Die Tatsache, dass sein Investoren-Kommentar von 2009 ehrlicher und akkurater wirkt als das meiste, was die Branche im darauffolgenden Jahrzehnt über den digitalen Vertrieb sagte, spricht Bände.
Nintendos aktuelles Release-Lineup, einschließlich Titeln wie Tomodachi Life: Living the Dream, erscheint weiterhin in physischen Formaten. Wenn Sie den Launch-Tag planen, bietet der Tomodachi Life: Living the Dream Release-Datum und Startzeiten-Guide alles, was Sie brauchen. Für eine umfassendere Nintendo-Berichterstattung und aktuelle Informationen zur Entwicklung der Switch 2-Library ist der Gaming-Guides-Hub ein Lesezeichen wert, während sich der physische und digitale Release-Zeitplan der Plattform weiterentwickelt.
Die eigentliche Frage ist heute nicht mehr, ob das Digitale dominieren wird. Das tut es bereits. Die Frage ist, was mit den Spielern geschieht, die ihre Sammlungen auf physischem Besitz aufgebaut haben, wenn die letzte Disc vom Band läuft. Für einen tieferen Einblick, wie Nintendo den Formatwechsel bei der Switch 2 handhabt, ist der Tomodachi Life Aging-Guide zu den Age-o-Matic und Kid-o-Matic Items ein kleines, aber bezeichnendes Beispiel dafür, wie Nintendo auch dann noch auf haptisches, kartenbasiertes Gameplay setzt, wenn die restliche Branche längst weitergezogen ist.








