Ein Balance-Patch wurde veröffentlicht. Die Spieler waren verärgert. Es kam zum Review Bombing. Und jetzt rudert Mega Crit bei einigen Änderungen zurück.
Slay the Spire 2 startete Anfang März in den Early Access mit beeindruckenden Zahlen und erreichte am ersten Tag 282.314 gleichzeitige Spieler. Eine solche Dynamik ist für jedes Spiel selten, erst recht für ein kartenbasiertes Roguelike. Doch der gute Ruf litt, als das Studio seinen ersten großen Balance-Patch veröffentlichte, der Nerfs enthielt, die bei einem lautstarken Teil der Playerbase gar nicht gut ankamen.
Was der ursprüngliche Patch tatsächlich änderte
Das Update, das für den Backlash sorgte, zielte auf mehrere Karten ab, um die herum Spieler ihre Strategien aufgebaut hatten. Prepared, eine Kernkarte für den Charakter Silent, wurde auf eine Weise überarbeitet, die viele als Zerstörung der Charakter-Identität empfanden. Auch Borrowed Time und Capture Spirit für den Necrobinder erhielten Nerfs, die Spieler eher als frustrierend denn als fair empfanden.
Die Reaktion folgte prompt. Die Spieler fluteten die Steam-Reviews mit negativem Feedback – ein klassisches Review Bombing als Reaktion auf Balance-Entscheidungen, mit denen sie nicht einverstanden waren. Das ist das Problem beim Review Bombing während des Early Access: Es sendet zwar ein starkes Signal, trübt aber auch die Einschätzung für alle, die herausfinden wollen, ob ein Spiel den Kauf tatsächlich wert ist.
Mega Crits Reaktion und was rückgängig gemacht wird
Am 27. März meldete sich Mega Crit in den sozialen Medien zu Wort, erkannte die Situation mit einer Prise Humor an und teilte den Spielern mit, sie könnten ihre "Shivs" jetzt wieder einstecken, da Prepared wiederhergestellt werde. Der Ton war locker, aber die Botschaft war klar: Das Studio hat das Feedback gehört und entsprechend gehandelt.
Das Studio äußerte sich offen zu den Gründen für jeden Revert. Speziell zu Prepared schrieb Mega Crit, dass die Sly synergies zwar "insgesamt eine zu dominante Strategie" seien, Prepared aber "so integral für die Kernidentität der Silent" sei, dass man stattdessen einen anderen Ansatz für das Balancing von Sly verfolgen werde. Borrowed Time hingegen ist für eine komplette Überarbeitung in der Zukunft vorgemerkt, wird aber vorerst auf die vorherige Version zurückgesetzt, damit die Karte über verschiedene Deck-Typen hinweg spielbar bleibt.
Diese Änderungen sind derzeit auf dem Beta Branch live, nicht auf dem Haupt-Branch. Spieler, die sie vorab testen möchten, können über Steam am Beta-Programm teilnehmen.
Die Reverts in Patch v0.101.0 gliedern sich wie folgt auf:
- Prepared (Silent): Wiederhergestellt auf "Kosten 0, Ziehe 1(2) Karte(n), Wirf 1(2) Karte(n) ab", nachdem die überarbeitete Version verworfen wurde
- Capture Spirit (Necrobinder): Zurück auf die vorherige Version gebufft, wobei sowohl der HP-Verlust des Gegners als auch die Soul-Generierung erhöht wurden
- Borrowed Time (Necrobinder): Zurückgesetzt, sodass die Karte wieder 3 Doom anwendet und 1(2) Energie gewährt, anstatt der generften 6(3) Doom-Version
Der Rest von v0.101.0 ist tatsächlich umfangreich
Abgesehen von den Reverts enthält der Patch viele bedeutsame Änderungen. Der Doormaker-Boss erhält eine weitere Überarbeitung, die diesmal darauf ausgelegt ist, Zufallselemente zu reduzieren und die Entscheidungsfindung der Spieler konsequenter zu belohnen. Jede visuelle Phase des Kampfes hat nun ihre eigene, unverwechselbare Kraft, was die Begegnung weniger chaotisch wirken lassen sollte.

Doormaker-Boss erneut überarbeitet
Elites können nicht mehr auf Floor 6 spawnen, was ein Problem korrigiert, bei dem Neow als erster Floor zählte und Elites dadurch einen Floor früher erscheinen ließ als beabsichtigt. Auch die Map-Generierung wurde verbessert, um zu verhindern, dass Runs zu Beginn mit Monster-Räumen überladen sind und kaum etwas anderes bieten.
Weitere Balance-Highlights des Patches:
- Ironclad: Cinder erschöpft (Exhaust) nun eine zufällige Karte aus der Hand anstatt die oberste Karte des Nachziehstapels; Tremble erhält Exhaust
- Regent: Mehrere Buffs für Falling Star, Glitterstream, Parry, Refine Blade, Celestial Might, Guiding Star und Sword Sage
- Defect: Voltaic generft, Energiekosten von 2 auf 3 erhöht
- Relics: Mehrere Seltenheitsanpassungen; Tiny Mailbox wechselt von Common zu Uncommon und gewährt nun 2 Tränke statt 1
- Skulking Colony-Gegner generft, nachdem er nach einem vorherigen Buff zu stark in die andere Richtung ausschlug
Auch das Feedback-Formular wurde deutlich aufgewertet. Das Zeichenlimit für In-Game-Feedback wurde von 500 auf 8.000 erhöht – eine 16-fache Steigerung. Mega Crit wies ausdrücklich darauf hin, dass In-Game-Feedback über F2 künftig der bevorzugte Kanal für Spielereingaben ist.
Was uns das über den Early-Access-Prozess sagt
Der entscheidende Punkt ist, dass Mega Crit schnell gehandelt hat. Der ursprüngliche Patch wurde veröffentlicht, die Community reagierte, und innerhalb weniger Tage hatte das Studio einen Response-Patch auf dem Beta Branch live, mit klaren Erklärungen für jede Entscheidung. Eine solche Reaktionszeit ist im Early Access wichtig, wo der implizite Vertrag zwischen Entwickler und Spieler besagt, dass Feedback das Spiel tatsächlich mitgestaltet.
Das Studio war zudem transparent darüber, was es noch angehen möchte. Sly synergies für die Silent bleiben auf dem Radar. Borrowed Time ist für eine vollständige Überarbeitung vorgesehen. Gloom, der Ascension-Modifikator, wird komplett neu gestaltet. Nichts davon sind Versprechen mit festen Zeitplänen, aber sie öffentlich zu benennen, setzt klare Erwartungen.
Für Spieler, die die vollständigen Patch Notes und laufenden Beta-Änderungen verfolgen, ist der Steam Community Hub die zuverlässigste Anlaufstelle, um Updates zu verfolgen, während Mega Crit weiter in Richtung Full Release iteriert. Schaut euch auch gerne mehr an:




