Falls du dir schon immer ein waschechtes rundenbasiertes Final Fantasy mit HD-2D-Optik gewünscht hast, hat Square Enix diesen Wunsch nun wahr gemacht. Final Fantasy Resonance wurde während der Nintendo Direct im Juni 2026 enthüllt und ist genau das, wonach es klingt: ein vollwertiges Konsolen-RPG mit klassischer Pixel-Art, rundenbasierten Kämpfen, Kristallen, Chocobos, Luftschiffen und Charakteren aus der gesamten Serie. Es erscheint am 22. Oktober für PS5, Xbox Series X/S, PC via Steam, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2.
Der Ursprung des Spiels
Resonance ist keine völlig eigenständige Geschichte. Das narrative Fundament stammt aus Final Fantasy Brave Exvius, dem Mobile-RPG, das ein Jahrzehnt lang lief, bevor es 2025 eingestellt wurde. Aber hier ist der Clou: Es handelt sich weder um einen Port noch um ein Remake. Square Enix hat um das Story-Gerüst von Brave Exvius herum ein komplett neues Kampfsystem, eine neue Overworld und neue Musik entwickelt. Betrachte es weniger als ein Mobile-Game, das ein zweites Leben erhält, sondern eher als die Geschichte eines Mobile-Games, die endlich das Spiel bekommt, das sie verdient hat.
Der Protagonist ist Rain, ein Ritter aus dem Königreich Grandshelt mit einer komplizierten Beziehung zu seinem Vater. Zu seiner Crew gehören Lasswell, sein pragmatischer Kindheitsfreund, Lid, eine Ingenieurin, die in die Fußstapfen jedes Cid vor ihr tritt, und Fina, eine an Amnesie leidende Beschwörerin, die mit den Kristallen der Welt verbunden ist. Es ist ein klassisches Final Fantasy-Setup, und falls du Brave Exvius gespielt hast, wird sich die Story vertraut anfühlen, während die Umsetzung komplett frisch wirkt.
Das Vision-System und warum Cloud in deiner Party ist
Das Kampfsystem nutzt kein ATB-System. Stattdessen läuft Resonance über eine direkte Zugreihenfolge, die am oberen Bildschirmrand angezeigt wird. Gegner besitzen einen Stagger-Meter, der sich schneller füllt, wenn du ihre Elementarschwächen ausnutzt. Lande genug Treffer, um den Gegner zu staggern, und dein angreifendes Party-Mitglied erhält einen Bonus-Zug. Staggerst du jeden Gegner auf dem Bildschirm, kannst du eine von vier ausgerüsteten Visions rufen, um einen verheerenden All-Out-Angriff zu entfesseln.
Bei den Visions kommt der Fan-Service voll zum Tragen. Jedes Hauptspiel der Final Fantasy-Reihe ist durch einen Star-Charakter vertreten, der als ausrüstbares Power-Set für deine Party-Mitglieder fungiert. Cloud aus Final Fantasy VII bringt Blitz-Zauber und wuchtige physische Angriffe mit. Y'shtola aus Final Fantasy XIV steuert Wasser-Magie und Heilung bei. Terra aus Final Fantasy VI, Zidane aus IX, Shantotto aus XI und der Warrior of Light aus dem ersten Teil sind ebenfalls bestätigt. Jede Vision levelt unabhängig auf und schaltet neue Zauber, Angriffe und passive Buffs frei, je öfter du sie einsetzt.
Visions ersetzen nicht das grundlegende Moveset eines Party-Mitglieds. Sie legen sich darüber und erweitern es um Elementarabdeckung und neue Fähigkeiten, anstatt die bestehenden Aktionen eines Charakters auszutauschen.
Sowohl der Producer als auch der Director nannten Final Fantasy V als wichtige Inspiration, insbesondere wegen des Job-Systems und der Flexibilität bei der Zusammenstellung der Party. Diese DNA ist in der Funktionsweise der Visions sichtbar: Jede Vision kann jedem Party-Mitglied zugewiesen werden, aber durchdachte Kombinationen, die die Kernstärken eines Charakters ergänzen, sind deutlich effektiver als zufällige Zuweisungen.
Fina, Espers und Old-School-Erkundung
Fina ist die einzige echte Beschwörerin in der Party, was ihre Rolle deutlich von anderen Magie-Nutzern abhebt. Sie ruft im Kampf Espers herbei, beginnend mit Siren, wobei sich die Auswahl erweitert, je mehr du die Welt erkundest. Neue Espers werden dir nicht einfach überreicht. Du findest sie versteckt in optionalen Dungeons auf der Overworld, stellst dich ihnen in speziellen Boss-Kämpfen und rekrutierst sie nach dem Sieg. Das ist eine direkte Anspielung darauf, wie ältere Final Fantasy-Teile mit dem Erhalt von Beschwörungen umgingen, und es bietet einen echten Anreiz, die Overworld abseits des Hauptpfads zu erkunden.
Dasselbe Prinzip gilt für das Freischalten neuer Visions. Du findest Schreine in der Overworld, die eine traumartige Sequenz mit Szenen aus dem jeweiligen Final Fantasy-Spiel auslösen. Danach musst du ein Story-Quiz über den Charakter beantworten, bevor du ihn freischaltest. Es fungiert als Liebesbrief an die Seriengeschichte und verknüpft den Fortschritt gleichzeitig mit echtem Wissen über die Spiele.

Resonance HD-2D overworld
Was eine dreistündige Preview bestätigte
Die Hands-on-Zeit mit dem Spiel umfasste einen Abschnitt der Overworld, die Stadt Dwarves' Forge, einen kompletten Story-Dungeon und einen Boss-Kampf gegen ein riesiges Motorrad mit Laserkanonen, während man auf einem rasenden Güterzug unterwegs war. Der letzte Satz ist kein Scherz. Der Ton ist leichter und farbenfroher als bei den nummerierten Hauptteilen, mit verspielter Synchronisation und einem Humor, der an die kürzlichen Dragon Quest HD-2D-Remakes erinnert.
Die Hauptstory wird auf 30 bis 40 Stunden geschätzt, Komplettisten können mit 60 bis 80 Stunden rechnen. Der Soundtrack enthält klassische Leitmotive der Serie, den kompletten Brave Exvius-Soundtrack sowie 33 neue Original-Songs.
Square Enix hat sich mit Octopath Traveler und Triangle Strategy einen Ruf für HD-2D erarbeitet, aber dies ist das erste Mal, dass dieser Grafikstil auf den Namen Final Fantasy selbst angewendet wird. Für Spieler, die darauf gewartet haben, dass die Serie zu rundenbasierten Mechaniken zurückkehrt, ohne auf Mobile- oder Gacha-Elemente zu setzen, ist Resonance die Antwort.
Für tiefere Einblicke in die Serie, während du auf den Oktober wartest, deckt die Final Fantasy VII-Guide-Sammlung alles ab – von Story-Analysen bis hin zu Kampf-Tipps. Du kannst auch den gesamten Gaming-Guide-Hub durchstöbern, um Informationen zu weiteren RPGs im Kalender zu finden.








