Die Leaks reißen nicht ab. Jemand, der unter dem Pseudonym CYBERLEEK agiert, hat in der vergangenen Woche massenhaft Videomaterial und Details aus einem frühen internen Build von Grand Theft Auto 6 veröffentlicht – von der Map und dem Honor-System bis hin zu Melee-Combat und Aufnahmen von Hypercars. Nun zieht Take-Two Interactive einen Schlussstrich. Das Unternehmen hat den Rechtsweg vor einem Bundesgericht eingeschlagen.
Wie Take-Two den Fall aufbaut
Take-Two hat beim Southern District Court of New York Vorladungen gegen Microsoft und Discord eingereicht. Die juristischen Dokumente fordern beide Unternehmen dazu auf, sämtliche internen Aufzeichnungen und Untersuchungsmaterialien herauszugeben, die bei der Identifizierung der Person oder Personen hinter den Leaks helfen könnten. Der Umfang ist weitreichend: Die Vorladungen decken audiovisuelles Material, Artworks, Bilder, Dialoge und andere kreative Inhalte ab, die ohne Autorisierung an die Öffentlichkeit gelangt sind.
Die Vorladung an Microsoft zielt spezifisch auf Aufzeichnungen ab, die mit dem Pseudonym CYBERLEEK in Verbindung stehen, und fordert das Unternehmen auf, alle Erkenntnisse aus der eigenen internen Untersuchung zu diesem Account offenzulegen. Die Anfrage verlangt von Microsoft die Identifizierung der „Nutzer, Personen und/oder Einheiten, die mit diesem Pseudonym assoziiert sind“.
Beide Unternehmen haben eine Frist bis zum September 4, um der Aufforderung nachzukommen.
Was genau Take-Two von Discord fordert
Die Vorladung an Discord ist detaillierter. Take-Two verlangt Account-Daten von allen Mitgliedern bestimmter Server, einschließlich derer, die mit den Handles CYBERLEEK, CINEMATICROCKSTAR und Surfer24k (sowie den Ersatz-Handles cyberleek_west und surwest) in Verbindung stehen. Die Vorladung nennt zudem zwei weitere Server: Ødyssey.gg und den DarkViperAU editors' server.
Für jeden betroffenen Account fordert Take-Two die Account-ID, die Registrierungs-E-Mail, IP-Adressen der Registrierung und des letzten Logins, Telefonnummern, verknüpfte Accounts wie Google oder Xbox, Geräte-IDs sowie sämtliche Inhalte mit Bezug zu GTA, Rockstar oder CYBERLEEK, die in verknüpften OneDrive-Accounts gespeichert sind.
Letzterer Punkt ist bemerkenswert. Der Zugriff auf OneDrive-Daten deutet darauf hin, dass Take-Two nicht nur nach Chat-Logs sucht. Das Unternehmen will wissen, ob sich auf den Rechnern dieser Accounts Build-Files oder Development-Assets befanden.
Die Verbindung zu DarkViperAU erregt Aufmerksamkeit
Die Nennung des DarkViperAU editors' server in der Vorladung hat für Aufsehen gesorgt. DarkViperAU ist ein bekannter GTA-Content-Creator, und die Nennung des Servers impliziert nicht zwangsläufig ein Fehlverhalten seinerseits. Es deutet darauf hin, dass Take-Two vermutet, dass geleaktes Material zu irgendeinem Zeitpunkt über diesen Server diskutiert oder verbreitet wurde, möglicherweise ohne das Wissen des Server-Betreibers.
So funktionieren derartige Untersuchungen in der Regel: Man verfolgt die Inhalte rückwärts über jede Plattform, auf der sie aufgetaucht sind.
Der finanzielle Druck hinter dem juristischen Vorgehen
Die Dringlichkeit von Take-Two ist angesichts des Ausmaßes der Leaks nachvollziehbar. Berichten zufolge verlor das Unternehmen in den Tagen nach den ersten Leaks rund $2 Milliarden an Marktwert. Diese Zahl rückt die Anwaltskosten einer bundesweiten Vorladungskampagne in ein deutliches Licht.
Der Leaker zeigt zudem keine Anzeichen, aufzuhören. Nach einer kurzen 24-stündigen Pause kehrte CYBERLEEK mit neuem Hypercar-Material zurück, was darauf hindeutet, dass der Content-Nachschub aus dem angeblichen frühen Build weitergeht. Take-Two muss den Leak stoppen, bevor noch mehr vom Spiel vor dem Launch an die Öffentlichkeit gelangt.
Für Spieler, die über alle bestätigten Details zum Spiel auf dem Laufenden bleiben wollen, bietet der GTA 6 pre-order guide einen Überblick über alles, was offiziell zu Plattformen, Terminen und dem Erwerb einer Kopie bekannt ist.







