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Tencent plant Ausstieg bei japanischen Studios – auch mit Verlusten

Tencent erwägt den Verkauf von Minderheitsanteilen an japanischen Studios wie Marvelous, selbst wenn dies unter dem ursprünglichen Investitionswert geschieht.

Eliza Crichton-Stuart

Eliza Crichton-Stuart

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Aktualisiert Juni 24, 2026

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Tencent, das weltweit größte Games-Unternehmen, befindet sich Berichten zufolge in aktiven Gesprächen über den Verkauf von Minderheitsanteilen an mehreren japanischen Spieleentwicklungsstudios – und das Unternehmen ist bereit, dafür finanzielle Verluste in Kauf zu nehmen.

Dieser Schritt signalisiert einen bedeutenden Wandel in der Strategie des chinesischen Publishing-Giganten hinsichtlich seines weitverzweigten globalen Investment-Portfolios, das derzeit mehr als 800 Entwickler weltweit umfasst.

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Die Studios im Visier

Marvelous, der in Tokio ansässige Entwickler hinter der Monster Hunter Stories-Reihe, Rune Factory und Story of Seasons, wird explizit als eines der Studios genannt, bei denen Tencent einen Ausstieg anstrebt. Das Unternehmen hält Minderheitsanteile an einer Vielzahl japanischer Entwickler und evaluiert nun, welche dieser Beteiligungen langfristig noch sinnvoll sind.

Wichtig dabei: Tencent plant keinen kompletten Rückzug aus Japan. Das Unternehmen bestätigte in einer Stellungnahme, dass es weiterhin „voll und ganz dazu entschlossen ist, mit unseren Investitionspartnern zusammenzuarbeiten und unsere starke Präsenz auf dem japanischen Spielemarkt langfristig aufrechtzuerhalten.“ Die diskutierten Ausstiege sind selektiv und kein Notverkauf.

Hochkarätige Investitionen in PlatinumGames und FromSoftware (sowie deren Muttergesellschaft Kadokawa) sind Berichten zufolge nicht betroffen. Diese beiden Studios werden in der internen Bewertung von Tencent anders eingestuft als Marvelous und gelten offenbar als „Marquee“-Beteiligungen, die das Unternehmen behalten möchte.

Vom passiven Investor zum Co-Produzenten

Was steckt dahinter? Die plausibelste Erklärung deutet auf einen strategischen Kurswechsel in der operativen Ausrichtung von Tencent hin. Es heißt, das Unternehmen wolle sich von rein passiven Minderheitsbeteiligungen, bei denen lediglich Kapital bereitgestellt wird, hin zu einem Modell entwickeln, bei dem aktiv gemeinsam mit ausländischen Studios an Games co-produziert wird.

Das ist ein signifikanter Wandel in der Haltung. Passive Minderheitsbeteiligungen an Dutzenden Studios gleichzeitig sind ein anderes Business als hands-on Co-Development. Studios, die in das neue Modell passen, bleiben. Studios, die dies nicht tun und bei denen Tencent nur begrenzten operativen Einfluss hat, sind Kandidaten für eine Veräußerung.

Die Bereitschaft, mit Verlust zu verkaufen, ist das Detail, auf das man achten sollte. Es deutet darauf hin, dass die Priorität hier nicht darin liegt, aus jeder Beteiligung den maximalen Return herauszuholen, sondern das Portfolio an eine neue operative Philosophie anzupassen. Für einige dieser Beteiligungen übersteigen die Haltekosten den Nutzen eines Ausstiegs.

Wichtig
Die Verkaufsgespräche von Tencent betreffen ausschließlich Minderheitsanteile. Das Unternehmen ist weiterhin alleiniger Eigentümer von Riot Games und Supercell; diese sind nicht Teil der berichteten Umstrukturierung.

Druck von verschiedenen Seiten

Das Timing ist kein Zufall. Anfang des Jahres wurde berichtet, dass die Trump-Administration darüber debattierte, Tencent zum Verkauf seiner Anteile an US-amerikanischen Gaming-Unternehmen zu drängen, wobei US-Beamte Meetings abhielten, um zu prüfen, ob diese Investitionen ein nationales Sicherheitsrisiko darstellen. Diese Prüfung betraf unter anderem Beteiligungen an Firmen wie Epic Games und Krafton.

Japan ist rechtlich und politisch eine andere Situation, aber der breitere Kontext ist entscheidend. Tencent sieht sich in mehreren Märkten gleichzeitig mit regulatorischer Prüfung konfrontiert, und die Entscheidung, einige Beteiligungen in Japan proaktiv umzustrukturieren, könnte der Versuch sein, diesem Druck zuvorzukommen, anstatt nur darauf zu reagieren.

Für Spieler, die japanische RPGs und Simulationsspiele genau verfolgen, ist Marvelous der Name, den man im Auge behalten sollte. Der Output des Studios, von Rune Factory 5 bis Story of Seasons: A Wonderful Life, hat eine treue Fanbase, und jede Änderung der Eigentümerstruktur könnte sich auf die zukünftige Arbeitsweise des Studios auswirken. Wenn Sie bei japanischen Gaming-Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben wollen, decken unsere Gaming-Guides verschiedene Titel in diesem Bereich ab.

Was das für die betroffenen Studios bedeutet

Für die Studios selbst könnte ein Buyback durch das ursprüngliche Management-Team sogar ein positives Ergebnis sein. Die Rückgewinnung der vollen Unabhängigkeit, selbst zu einem Premium-Preis, bietet Studios oft mehr kreative Kontrolle, als unter den Erwartungen eines Großinvestors zu operieren.

Das Portfolio von Tencent ist so gewaltig, dass eine Handvoll Ausstiege in Japan auf Makro-Ebene kaum ins Gewicht fallen. Das Unternehmen besitzt weiterhin Riot Games vollständig, hält bedeutende Anteile an Ubisoft, Larian Studios und Epic Games und betreibt Supercell. Der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Marvelous ist nicht gleichbedeutend mit einem Rückzug aus der Games-Industrie.

Der Schlüssel liegt darin, zu beobachten, welche Studios nach Abschluss der Bewertung durch Tencent in der Kategorie „High Performer“ landen. Diese Liste wird mehr über die langfristige Ausrichtung des Unternehmens verraten als die Namen auf der Ausstiegsliste. Wenn Sie sich für japanische Titel interessieren, wie sie Marvelous produziert, bieten unser Coffee Talk Tokyo Tomodachill Guide und unser Tokyo Beast TGT Rewards Guide Einblicke in einige der interessantesten Japan-nahen Releases, die man aktuell auf dem Radar haben sollte.

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Eliza Crichton-Stuart

Leiter der Betriebsabteilung

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aktualisiert

Juni 24. 2026

veröffentlicht

Juni 24. 2026

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