Die Asus ROG Azoth Extreme Edition 20 kostet $600. Allein diese Zahl verrät alles darüber, für wen diese Tastatur gedacht ist – und zwar nicht für jemanden, der einfach nur ein schnelles, zuverlässiges Board für kompetitives Gameplay sucht.
Dies ist eine limitierte Jubiläums-Edition zur Feier von 20 Jahren ROG, und Asus hat sie mit genug Extras ausgestattet, um sie als Sammlerstück zu rechtfertigen. Ob die Hardware das tatsächlich untermauert, ist eine kompliziertere Frage.

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Was tatsächlich im Lieferumfang enthalten ist
Das Datenblatt ist auf dem Papier kaum zu beanstanden. Man erhält 8.000 Hz Polling-Rate (via beiliegendem Booster), bis zu 1.600 Stunden Akkulaufzeit, eine Positionierungsplatte aus Carbon, mehrschichtige Dämmung, hot-swappable ROG NX mechanical switches und ein TKL-Layout, das den Platzbedarf trotz des beachtlichen Gewichts von 1,5 kg überschaubar hält.
Die Verpackung selbst liest sich wie ein Geschenkset. Im Inneren findet man einen Polling-Rate-Booster, eine Handballenauflage, zusätzliche Switches, ein Tool zum Entfernen von Switches und Keycaps, ein Reinigungstuch, eine Dankeskarte und das Highlight: ein 24K-vergoldetes Gedenkschild. Asus gibt nicht vor, dass dies ein rein funktionaler Kauf ist.
Die goldenen Akzente ziehen sich entlang der Seiten des Boards und der Unterseite der Handballenauflage. In Kombination mit dem standardmäßigen, komplett goldenen RGB-Profil funktioniert es tatsächlich. Gold ist bei Peripheriegeräten normalerweise eine riskante ästhetische Wahl, aber in natura wirkt die Umsetzung eher edel als protzig.
Tippgefühl und Gaming-Performance
Hier ist der Punkt: Das Tippgefühl ist wirklich exzellent. Die Betätigung der NX-Switches ist eher leichtgängig, was die Ermüdung bei langen Sessions gering hält, ohne versehentliche Tasteneingaben zu provozieren. Die Dämmungsschichten eliminieren den Großteil des dumpfen Nachhalls und hinterlassen einen leichten, knackigen Klick, der raffinierter klingt, als es das Gehäusegewicht vermuten ließe.
Das Design der Keycaps ist aufgeteilt zwischen standardmäßigen schwarzen Kappen mit lichtdurchlässigen Beschriftungsbasen für alphanumerische Tasten und komplett lichtdurchlässigen Kappen für die Funktionsreihe, die Leertaste und die Seitentasten. Über den visuellen Effekt hinaus dienen die beiden Texturen einem praktischen Zweck: Die glatten, lichtdurchlässigen Tasten fühlen sich spürbar anders an als die matten alphanumerischen Kappen, sodass sich das Muskelgedächtnis für die Tastenpositionierung schnell aufbaut, ohne dass man nach unten schauen muss.
In Counter-Strike 2 performt das Board genau so, wie es eine Tastatur in dieser Preisklasse sollte. Snappy, reaktionsschnell und ermüdungsfrei nach ausgedehnten Sessions. Der Schlüssel liegt hier in der leichten Betätigung, die gerade genug Widerstand wegnimmt, um schnelle Inputs mühelos wirken zu lassen. Was die meisten Spieler übersehen, ist, wie sehr kumulative Handermüdung die Genauigkeit über eine dreistündige Session beeinträchtigt, und die Azoth Extreme Edition 20 hilft hier wirklich.
Ein berechtigter Kritikpunkt auf Hardware-Seite: Die nicht-lichtdurchlässigen Keycaps verwenden eine weiße Beschriftung auf Schwarz, die bei schlechten Lichtverhältnissen schwer zu lesen ist. Da das RGB durch die lichtdurchlässigen Kappen scheint, aber nicht durch die bedruckten, ist man in einem dunklen Raum bei einem Teil der Tastatur eher auf das Gefühl als auf die Sicht angewiesen.
Das Software-Problem, das immer wiederkehrt
Die Azoth Extreme Edition 20 stößt auf dieselbe Wand, die Asus ROG-Peripherie seit Jahren verfolgt: Armoury Crate. Die Web-App, die die Anpassung des OLED-Bildschirms steuert, benötigt eine separate Software-Komponente, um zu funktionieren. Während des Tests wurde diese Komponente nach einer erfolgreichen Ersteinrichtung mitten in einer Session nicht mehr erkannt. Eine Neuinstallation löste das Problem nicht. Armoury Crate selbst weigerte sich nach mehreren Neustarts, die Tastatur zu erkennen.
Software-Hickups in dieser Preisklasse sind nicht nur nervig, sie sind ein echtes Problem. Eine $600-Tastatur sollte keine Troubleshooting-Sessions erfordern, um eine Animation auf ihrem OLED-Display zu ändern. Die Hardware verdient einen besseren Support, als sie derzeit erhält.
Die $600-Frage
Die Azoth Extreme Edition 20 direkt mit einem $150-Board zu vergleichen, verfehlt den Punkt. Dies ist ein limitiertes Jubiläumsstück, und Asus bepreist es entsprechend. Das Upgrade gegenüber der Standard-Azoth Extreme (die bereits bei $500 lag) umfasst den Polling-Rate-Booster, eine verbesserte Akkulaufzeit, das goldene Namensschild und das komplette Zubehörpaket. Das ist ein Aufpreis von $100 für Extras, die eher zeremoniell als funktional sind.
Für Spieler, die die schnellstmögliche mechanische Tastatur ohne den Sammleraufschlag suchen, gibt es Optionen zu einem Drittel des Preises, die bei den reinen Specs gleichziehen oder diese übertreffen. Die Wooting 80HE bietet beispielsweise analoge Switches und Rapid-Trigger-Funktionalität, die die NX-Mechanik hier schlicht nicht replizieren kann. Sie sollten diesen Kompromiss ehrlich abwägen, bevor Sie sich entscheiden.
Für ROG-Enthusiasten, die ein Herzstück wollen, das zufällig auch eine voll leistungsfähige Gaming-Tastatur ist, liefert die Azoth Extreme Edition 20 genau das, was sie verspricht. Man sollte sich nur darauf einstellen, dass die Software einem das Leben schwer machen kann.
Weitere Hardware-Berichte und Game-Reviews finden Sie bei uns. Wenn Sie ROG-Hardware nutzen und das Beste daraus im Spiel herausholen möchten, schauen Sie sich unsere Guides zu optimierten Einstellungen an, wie unseren ROG Xbox Ally X-Einstellungsguide für ChainStaff oder den Invincible VS Performance-Einstellungsguide für getestete 60 FPS-Konfigurationen auf ROG-Handhelds.








