Sonys Entscheidung, die Produktion physischer Discs für neue PS5-Spiele ab Januar 2028 einzustellen, hat einen der größten Fan-Backlashes in der jüngeren PlayStation-Geschichte ausgelöst. Doch nicht jeder in der Branche schlägt Alarm.
Yves Guillemot, CEO von Ubisoft, äußerte sich kürzlich während einer Investoren-Q&A, und seine Einschätzung war bemerkenswert besonnen. Während Fans die sozialen Medien, Livestream-Kommentarspalten und eine schnell wachsende Petition mit ihrem Frust fluten, wies Guillemot auf potenzielle Vorteile hin, über die die meisten Spieler nicht sprechen.

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Was Guillemot tatsächlich sagte
"Was wir auf dem PC gesehen haben, ist, dass es dazu beigetragen hat, den Markt zu vergrößern", sagte Guillemot den Investoren. "Es gibt auch einen gewissen Druck auf die zukünftigen Kosten der Hardware, und die Möglichkeit, nur digital zu agieren, wird dazu beitragen, eine zugänglichere Konsole anzubieten."
Sein Fazit war direkt: "Es gibt Vor- und Nachteile, aber wir glauben nicht, dass es die Branche allzu sehr stören wird."
Der Vergleich mit dem PC ist bedenkenswert. Der Wandel weg von physischen PC-Spielen vollzog sich in den letzten 15 Jahren schrittweise, und das Ergebnis war eine massive Erweiterung der Spielerbasis durch kostengünstigere Distribution, Storefront-Sales und einen breiteren Zugang. Guillemot argumentiert im Grunde damit, dass dasselbe Playbook auch für PlayStation funktionieren könnte.
Die finanzielle Logik, auf die Sony setzt
Hier ist der Punkt: Die Zahlen stützen Sonys Schritt, auch wenn die Optik schwierig ist. Bei einem physisch verkauften First-Party-Titel behält Sony etwa 65% des Umsatzes, wobei etwa 30% an den Einzelhandel gehen und ungefähr 5% die Herstellungskosten decken. Bei einem digitalen Verkauf behält Sony 100% dieses First-Party-Umsatzes.
Die Lücke ist bei Third-Party-Spielen sogar noch deutlicher. Bei einer physischen Kopie von etwas wie Call of Duty nimmt Sony eine Lizenzgebühr von schätzungsweise etwa 15% ein. Digital ist der Anteil deutlich höher.
Sonys eigene Argumentation stützt sich auf das Konsumentenverhalten. "Da sich die Präferenzen der Verbraucher und die gesamte Unterhaltungsindustrie weiterhin von physischen Discs hin zu digitalen Inhalten verlagern, wird die Produktion physischer Spiele-Discs für alle neuen Spiele, die für PlayStation-Konsolen erscheinen, ab Januar 2028 eingestellt", erklärte das Unternehmen offiziell. Das Argument ist, dass diese Entscheidung dem folgt, wo die Spieler bereits ihr Geld ausgeben, nicht dem, wo sie sagen, dass sie es tun wollen.
Warum der Backlash nicht abebbt
Die Reaktion der Fans war laut und spezifisch. Bedenken hinsichtlich des Spielbesitzes, der langfristigen Archivierung und des Gebrauchtmarktes treiben den Großteil der Kritik an. Der weltweite Gebrauchtmarkt für Videospiele wird auf 7,2 Milliarden US-Dollar geschätzt, und eine rein digitale PlayStation-Zukunft gefährdet einen erheblichen Teil davon.
Ein ehemaliger God of War-Entwickler enthüllte diese Woche, dass Sony den Backlash vorhergesehen habe und Berichten zufolge strenge Social-Media-Richtlinien für Mitarbeiter erlassen habe, um öffentliche Kommentare zu der Kontroverse zu verhindern. Dieses Detail hat Sonys Image nicht gerade geholfen.
Dennoch stimmen Branchenanalysten weitgehend mit Guillemots Einschätzung zur langfristigen Perspektive überein. Dr. Serkan Toto, CEO der japanischen Beratungsfirma für die Spieleindustrie Kantan Games, drückte es klar aus: Selbst wenn 500.000 PlayStation Plus-Abonnenten aus Protest kündigen würden, entspräche das nur 1% der rund 50 Millionen Abonnenten des Dienstes. Sony hat über 120 Millionen aktive PlayStation-Nutzer. Die Mathematik gibt Sony wenig Grund, den Kurs zu ändern.
Der schrumpfende Fußabdruck physischer Medien
Die Zahlen erzählen für sich eine stille Geschichte. Nur 7 PlayStation-Spiele haben in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr bisher mehr als 100.000 physische Exemplare verkauft. Das ist kein Rundungsfehler in einem Markt, der einst Millionen von Discs pro Release absetzte. Der Wandel zum Digitalen hat für die meisten Spieler bereits stattgefunden; das Disc-Laufwerk ist zunehmend ein Nischen-Feature statt einer Standarderwartung.
Für Spieler, die immer noch physisch kaufen, ist die Sorge real und berechtigt. Aber für Sony und Publisher wie Ubisoft ist die Entwicklung seit Jahren klar. Guillemots Kommentare spiegeln wider, wohin die finanziellen Anreize der Branche bereits zielen.
Wenn infolge dieses Übergangs tatsächlich günstigere PS5-Hardware ohne Laufwerk auf den Markt kommt, könnte dies den Zugang zum PlayStation-Gaming wirklich erweitern. Ob sich dieser Kompromiss lohnt, hängt ganz davon ab, auf welcher Seite der Debatte zwischen physisch und digital man steht. Für weitere Informationen darüber, was die PS5-Hardware-Änderungen für dein Gaming-Setup bedeuten, lies unseren Guide zum Thema Deaktivieren der adaptiven Trigger der PS5 in Battlefield 6 und andere wichtige Einstellungen auf Plattform-Ebene. Für eine breitere Abdeckung der Plattform steht dir unser Guides-Hub zur Verfügung, während sich Sonys PlayStation-Strategie weiter wandelt.








