Prophecies of Ash, der erste DLC für Anno 117: Pax Romana, startete in einem Sturm der Skepsis. Einige Spieler bezeichneten ihn als zu dünn. Andere beschwerten sich über den Preis. Die Sache ist die: Ein Großteil dieser Kritik verkennt, was die Erweiterung tatsächlich liefert, und Patch 1.6.1 hat sie klammheimlich noch besser gemacht.

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Die größte Insel der Anno-Geschichte ist keine Kleinigkeit
Cinis, die Vulkaninsel im Zentrum von Prophecies of Ash, ist nun offiziell die größte Insel der gesamten Anno-Reihe. Dieser Status wurde mit Patch 1.6.1 zementiert, der die Insel nach dem Launch noch weiter vergrößerte. Um das ins Verhältnis zu setzen: Die größten Inseln aus Anno 1800, die jahrelang als Goldstandard für den Platzbedarf beim Städtebau galten, halten diesen Titel nicht mehr.
Für jeden, der schon einmal auf einer Hauptinsel an seine Grenzen gestoßen ist und Produktionsketten mühsam auf drei kleinere Inseln auslagern musste, ist das wichtig. Sehr wichtig. Die schiere Grundfläche von Cinis verändert die Planung von Grund auf, und diese Art von strukturellem Freiraum ist etwas, das sich die Anno-Community mindestens seit Anno 2070 gewünscht hat.
Vulkan-Mechaniken: Stress oder Strategie?
Der aktive Vulkan ist das umstrittenste Feature des DLCs, und die Kritik ist nicht völlig unberechtigt. Ein Ausbruch, der deine sorgfältig angeordneten Produktionslinien bedroht, erzeugt eine Spannung, die manche Spieler – insbesondere die „Schönbau“-Fraktion, die sich auf Ästhetik und entspanntes Bauen konzentriert – schlichtweg nicht wollen.
Was die meisten Spieler jedoch übersehen, ist der Nutzen. Die vulkanische Aktivität steigert direkt die Bodenfruchtbarkeit in der Provinz Latium, was in neue Produktionsketten einfließt, die sich mit der Zeit potenzieren. Der Gott Vulcanus ist in dieses System eingebunden, und die Obsidian-Ressourcenkette bietet dir etwas wirklich Neues zum Optimieren, anstatt nur mehr vom gleichen römischen Gut. Der Clou dabei ist: Der Vulkan ist nicht nur ein Gefahrenherd. Er ist ein Ressourcensystem im Kostüm einer Bedrohung.
Neue Berater und der Rekrutierungs-Loop
Prophecies of Ash fügt neue Berater hinzu, die man rekrutieren kann – was auf dem Papier nicht sonderlich aufregend klingt, sich in der Praxis aber anders anfühlt. Das Beratersystem von Anno 117 prägt, wie man an die langfristige Planung herangeht, und frische Optionen, die an die Vulkanregion gebunden sind, verleihen der Erweiterung ihre eigene strategische Identität. Es handelt sich nicht um Reskins. Sie spiegeln das Setting von Latium wider und interagieren mit den neuen Produktionsmechaniken auf eine Weise, die dich dazu ermutigt, tatsächlich anders zu spielen, anstatt sie nur in dein bestehendes Setup zu integrieren.
Was der DLC nicht behebt (und warum das in Ordnung ist)
Ein ehrlicher Artikel muss anerkennen, was Prophecies of Ash unangetastet lässt. Die Probleme mit der passiven Handelsbilanz, die einen Großteil der frühen Kritik an Anno 117 prägten und in Update 1.5 teilweise adressiert wurden, werden hier nicht gelöst. Spieler, die sich vom DLC eine Kurskorrektur für die Ecken und Kanten des Basisspiels erhofft haben, werden enttäuscht sein.
Aber das war nie die Aufgabe einer Content-Erweiterung. Prophecies of Ash ist kein Patch. Es ist neuer Content, der auf dem bestehenden Fundament aufbaut, und es dafür zu kritisieren, dass es kein System-Overhaul ist, ist der falsche Ansatz. Der Year 1 Pass, der diesen DLC zusammen mit den Hippodrom-Inhalten und einer Ägypten-Region später im Jahr enthält, kostet etwa $38. Betrachtet man ihn als Teil einer größeren Roadmap und nicht als eigenständige Fehlerbehebung, liest sich das Preis-Leistungs-Verhältnis anders.
Die Easter-Egg-Ebene, über die niemand spricht
Seit 1.6.1 ist der Bergpfad auf Cinis zu einem der interessanteren, wenn auch unauffälligen Aspekte des Spiels geworden. Die Entwickler haben ihn mit Easter Eggs gespickt, und die Community ist noch dabei, alles zu katalogisieren. Die mysteriöse Tür am Ende des Pfades hat für echte Spekulationen gesorgt. Das ist die Art von subtilem Environmental Storytelling, das man in Anno selten findet, und es ist ein Detail, das Spieler belohnt, die tatsächlich erkunden, anstatt nur zu optimieren.
Es behebt nichts. Es fügt keine Produktionskette hinzu. Aber es lässt die Insel wie einen echten Ort wirken und nicht nur wie einen Ressourcen-Knotenpunkt, und das ist etwas wert.
Das Gesamtbild für Anno 117
Prophecies of Ash ist kein perfekter DLC. Aber die Version, die nach Patch 1.6.1 existiert, ist deutlich besser als die zum Launch, und die erste Welle der Kritik traf ein, bevor dieses Update veröffentlicht wurde. Die Ägypten-Region steht noch aus, die Hippodrom-Inhalte sind in der Pipeline, und Ubisoft hat gezeigt, dass sie das Spiel weiterentwickeln, anstatt es aufzugeben.
Falls du noch unentschlossen bist: Der Ansatz der Ashfall-Community zur Post-Launch-Unterstützung bietet eine interessante Parallele: Spieler, die sich mit Content-Updates beschäftigen, während sie sich weiterentwickeln, ziehen in der Regel mehr daraus als diejenigen, die die Day-One-Version beurteilen und das Spiel links liegen lassen. Für tiefere Strategien zu Anno 117, während die Year 1-Inhalte nach und nach erscheinen, bist du beim Gaming-Guides-Hub bestens aufgehoben, und die Ashfall-Guides-Sammlung ist ein Lesezeichen wert, wenn es um Build-Optimierung bei neuen Inhalten geht.








