Windrose startete am 14. April in den Steam Early Access und konnte innerhalb weniger Tage über 200.000 gleichzeitige Spieler verzeichnen, mit einem Peak von 200.162. Entwickler Kraken Express hat damit einen echten Hit gelandet, und der Zeitpunkt verrät einiges darüber, wo die Fans von Piratenspielen ihre Begeisterung zuletzt investiert haben.
Vom Steinesammeln auf die hohe See
Auf den ersten Blick folgt Windrose einem bekannten Survival-Crafting-Template. Man beginnt mit den üblichen Stein-und-Holz-Loops, wie man sie bereits aus Valheim kennt, das diese Mechaniken 2021 sinnvoll etabliert hat. Der Unterschied liegt hier darin, wohin das Spiel einen führt, sobald man die ersten Stunden hinter sich gelassen hat. Spieler bauen schließlich ihre eigenen Piratenschiffe und stechen in See – diese Progression vom Nichts zur maritimen Macht passt perfekt zur Piraten-Fantasy. Das Setting leistet hier ganze Arbeit.
Das Spiel bietet derzeit kein PvP, was den Fokus schärft. Koop wird für Spieler unterstützt, die einen privaten Server mit Freunden betreiben und ihre Crew aufbauen wollen, ohne das Chaos von Open-World-Spielerkonflikten. Dieser kooperative Fokus kommt offensichtlich gut an. Eine „Sehr positiv“-Bewertung auf Steam zeigt, dass die Spielerbasis bereit ist, über anfängliche Schwierigkeiten hinwegzusehen, trotz der Serverstabilitätsprobleme zum Launch.
Was die Zahlen für das Piraten-Genre wirklich bedeuten
Windrose ist derzeit das sechstmeistgespielte Spiel auf Steam und liegt hinter Counter-Strike 2, PUBG, Dota 2, Slay the Spire 2 und Apex Legends. Das ist eine Liste, in die es die meisten Early-Access-Survival-Spiele normalerweise nicht schaffen. Windrose war Anfang des Monats auch Teil des Triple-i Initiative Showcases, was für Sichtbarkeit vor dem Launch sorgte, doch ein Showcase-Spot erklärt keine 200.000 gleichzeitigen Spieler.
Die Sache ist die: Das Piraten-Genre ist unterversorgt. Abgesehen von Sea of Thieves und dem kommenden Assassin's Creed IV: Black Flag Remake namens Black Flag Resynced gibt es nur sehr wenige Spiele, die dieses spezifische Bedürfnis stillen. Windrose füllt eine Lücke, auf die Spieler gewartet haben, und die Zahlen spiegeln diese Nachfrage direkt wider.
Black Flag Resynced ist ein auf Singleplayer fokussiertes Adventure, was bedeutet, dass es und Windrose nicht wirklich um dieselbe Erfahrung konkurrieren. Windrose ist Koop-Survival-Crafting. Black Flag ist ein narratives Actionspiel. Die Zielgruppen überschneiden sich zwar, aber die beiden Spiele bedienen unterschiedliche Bedürfnisse.
Zweieinhalb Jahre Early Access liegen vor uns
Kraken Express hat die Erwartungen klar kommuniziert: Windrose soll bis zu zweieinhalb Jahre im Early Access bleiben. Das ist ein langer Zeitraum, was bedeutet, dass die aktuelle Version vor allem ein Fundament ist. Die Serverprobleme vom Launch-Wochenende wurden bereits angegangen, und die „Sehr positiv“-Bewertung auf Steam deutet darauf hin, dass die Spieler das Projekt als langfristiges Vorhaben und nicht nur als flüchtige Neugier betrachten.
Das breitere Survival-Crafting-Genre hat wiederholt bewiesen, dass ein starkes Setting und eine klare visuelle Identität ein Spiel durch eine raue Anfangsphase tragen können. Windrose hat beides. Ob der Full Release dem Momentum des Early Access gerecht wird, ist die Frage, die Kraken Express in den nächsten zwei Jahren beantworten muss.
Für Spieler, die darauf gewartet haben, die Piraten-Lücke in ihrer Bibliothek zu füllen, bevor Black Flag Resynced erscheint, ist Windrose definitiv einen Blick wert. Mehr Berichterstattung zu ähnlichen Spielen findet ihr in unseren aktuellen Reviews und alles Neue aus dem Survival-Bereich in unserem Guides-Hub.








