Xbox bekommt eine neue Führungsebene, die stark an ein KI-Startup erinnert.
Asha Sharma, die im Februar CEO von Xbox wurde, sandte am 5. Mai ein Memo an die Belegschaft, in dem sie eine umfassende Umstrukturierung des Managements ankündigte. Die Nachricht war direkt: „Aktuell ist es zu schwierig, schnell Wirkung zu erzielen. Wir verbringen zu viel Zeit mit internen Prozessen, anstatt uns auf die Community zu konzentrieren, und uns fehlt die nötige Tiefe bei einigen Grundlagen.“ Ihre Lösung? Leute ins Boot holen, die wissen, wie man das Tempo anzieht.
Die KI-Pipeline für Xbox
Vier von Sharmas neuen Mitarbeitern kommen direkt aus der CoreAI-Gruppe von Microsoft, jener Abteilung, die sie selbst leitete, bevor sie die Rolle bei Xbox übernahm. Hier ist der Überblick, wer wohin wechselt:
- Jared Palmer, ehemaliger VP von CoreAI, verstärkt das technische Team und übernimmt die Leitung für Produkt und Engineering. Sharmas Memo erwähnt zudem, dass er einen Beitrag zum Thema „Geschmack“ leisten soll, auch wenn nicht genau definiert ist, was das in der Praxis bedeutet.
- Tim Allen, VP of Design bei CoreAI, übernimmt die Design-Verantwortung bei Xbox.
- Jonathan McKay, ehemals Head of Growth für ChatGPT und CoreAI, wird Xbox Head of Growth.
- Evan Chaki, General Manager bei CoreAI, wird ein Engineering-Team leiten, das sich auf die Vereinfachung der Entwicklung und die Reduzierung repetitiver Aufgaben konzentriert.
Abgerundet wird das neue Team durch David Schloss, den ehemaligen Director of Product and Growth bei Instacart, der die Leitung der Abo- und Cloud-Geschäftsbereiche von Xbox übernimmt.
Weg mit der alten Garde, her mit den Operatoren
Der Abgang von Gammill und Sones ist ein Moment des Innehaltens wert. 24 Jahre bei Microsoft sind keine bloße Fußnote. Das sind Leute, die Xbox über einen Großteil der gesamten Existenz der Marke begleitet haben. Ihr Ausscheiden signalisiert, dass Sharma nicht nur das Organigramm an den Rändern anpasst.
Das Muster ist klar: Sharma baut ein Team auf, das ihren eigenen Hintergrund widerspiegelt. CoreAI, Meta, Instacart, ChatGPT. Das sind Operatoren aus schnelllebigen Consumer- und KI-Produktumgebungen, keine klassischen Gaming-Führungskräfte. Ob sich das gut auf die spezifischen Anforderungen einer Gaming-Plattform, die Verwaltung von Studios und die Bindung der Spieler-Community übertragen lässt, ist die große Frage, die über all dem schwebt.
Was das für die Xbox bedeutet, die du tatsächlich nutzt
Sharma hat seit Februar ein hohes Tempo vorgelegt. Sie beendete persönlich die „This is an Xbox“-Marketingkampagne, nahm neue Call of Duty-Titel aus dem Game Pass und brachte die Idee ins Spiel, Microsofts Strategie bei Exklusivtiteln zu überdenken. Die diese Woche angekündigten Führungswechsel passen in dasselbe Muster: Sie richtet sich nicht ein, sie baut um.
Für Spieler könnte die relevanteste Neueinstellung Schloss sein, der nun die Abo- und Cloud-Geschäfte von Xbox verantwortet. Der Game Pass hat unter Sharma bereits Preis- und Inhaltsänderungen erfahren, und ein wachstumsorientierter Produktmanager auf diesem Posten deutet darauf hin, dass weitere Anpassungen folgen werden. McKays Ernennung zum Head of Growth mit seinem ChatGPT-Hintergrund deutet darauf hin, dass Xbox stärker auf datengesteuerte Strategien zur Spielerakquise und -bindung setzen wird.
Sharma begründete all dies mit Geschwindigkeit und Community-Nähe. Ob das neue Team dies tatsächlich einlösen kann oder ob KI-native Führungskräfte die spezifische Gaming-Kultur schwerer lesen können als ein Growth-Dashboard, wird darüber entscheiden, ob diese Umstrukturierung in einem Jahr als klug oder verfrüht angesehen wird.
Xbox steuert auf sein 25-jähriges Jubiläum zu, was bedeutet, dass der Leistungsdruck auf das neue Team bereits vorprogrammiert ist. Beobachte vor allem, wie sich der Game Pass und der Abo-Bereich entwickeln. Dort werden die neuen Mitarbeiter am schnellsten ihre Spuren hinterlassen. Für weitere Gaming-News und Analysen, schau dir unsere neuesten Gaming-News an.









