Durchgesickerte Bilder des vermeintlichen Xbox Elite Series 3 Controllers sind diese Woche über das brasilianische Portal Technoblog aufgetaucht, doch die Reaktion der Controller-Community fällt bisher eher verhalten und skeptisch aus. Nachdem Drittanbieter sechs Jahre lang den Elite Series 2 gejagt und schließlich eingeholt haben, wirkt Microsofts lang erwarteter Nachfolger – zumindest von außen betrachtet – eher wie ein dezentes Refresh als wie das mutige Statement, das der Markt aktuell benötigt.
Diese Bilder sind nicht verifiziert und inoffiziell. Microsoft hat die Existenz eines Elite Series 3 nicht bestätigt. Betrachten Sie alle Details hier als unbestätigt, bis eine offizielle Ankündigung erfolgt.
Was die geleakten Bilder tatsächlich zeigen
Die durchgesickerten Fotos, die von Technoblog geteilt und durch einen Post auf X vom 14. Mai verbreitet wurden, zeigen einen Controller, der die Designsprache des Elite Series 2 nahezu vollständig übernimmt. Die magnetischen Back-Paddles kehren mit einer Textur zurück, die griffiger wirkt, obwohl sie ähnlich positioniert zu sein scheinen wie beim Original, was einige Spieler als beengt empfanden. Trigger-Stop-Schalter sind ebenfalls vorhanden, was dem Setup der Series 2 entspricht.
Die Face-Buttons haben eine rundere, glänzendere Oberfläche im Vergleich zum matten Finish der Series 2, was auf darunterliegende Microswitches hindeutet. Auch die Beschriftung auf diesen Tasten sieht merklich anders aus; eine feinere, elegantere Schriftart ersetzt die fette, klobige Typografie, die Xbox-Controller seit Jahren geprägt hat. Ob dies als Premium-Upgrade oder als Identitätswechsel wahrgenommen wird, hängt wahrscheinlich davon ab, wie lange man bereits einen Xbox-Controller in der Hand hält.
Die wirklich neuen Ergänzungen sind zwei scrollbare Rädchen an der Unterseite des Controllers. Einige Beobachter haben Vergleiche zu den Scrollrädern des DualSense Edge gezogen. Die Funktion dieser Rädchen ist nicht bestätigt, aber die Spekulationen reichen von Lautstärkeregelung bis hin zum Profil-Switching. Da dieser Controller möglicherweise mit Project Helix (Microsofts kolportierte Konsolen-/PC-Hybridplattform) im Hinterkopf entwickelt wurde, besteht die Chance, dass sie einem bisher öffentlich unbekannten Zweck zur UI-Navigation dienen.
Das Drittanbieter-Problem, das Microsoft nicht ignorieren kann
Die Sache ist die: Der Elite Series 2 kam 2019 auf den Markt und setzte Maßstäbe für Pro-Controller. Damals waren austauschbare Thumbstick-Aufsätze, einstellbarer Widerstand, frei belegbare Back-Paddles und Trigger-Stops Premium-Features, die Konkurrenten mühsam kopieren mussten. Diese Ära ist vorbei.
Das aktuelle Segment für Pro-Controller im Bereich von $200 ist hart umkämpft. Der Nacon Revolution X Unlimited, der Razer Wolverine V3 Pro und der Asus ROG Raikiri II bieten alle mindestens vier zusätzliche Tasten (die meisten sogar sechs), kabellose Konnektivität, Transport-Cases, Hall-Sensor- oder TMR-Thumbsticks sowie Microswitch-Face-Buttons. Einige verfügen zudem über On-Board-Displays oder austauschbare Faceplates. Die Messlatte wurde deutlich höher gelegt.
Was die meisten Spieler beim Vergleich dieser Optionen übersehen, ist die technologische Lücke bei den Thumbsticks. TMR (Tunnel Magnetoresistance) Sticks sind mittlerweile der Goldstandard für Präzision und Langlebigkeit und übertreffen die Hall-Effekt-Sensoren, welche ihrerseits die potenziometerbasierten Sticks abgelöst hatten, die für weit verbreitete Stick-Drift-Beschwerden sorgten. Wenn der Elite Series 3 ohne TMR-Module erscheint, läuft er bereits am ersten Tag der Konkurrenz hinterher, die diese Technik bereits verbaut hat.
Die Haptik-Lücke und die DualSense-Frage
Während Microsofts FTC-Gerichtsverfahren enthüllten interne Dokumente einen Controller mit dem Codenamen Project Seblie, bei dem es sich um einen Prototyp mit Fokus auf haptisches Feedback handelte. Dieser Controller ist nie offiziell erschienen, aber das Konzept – eine direkte Antwort auf die adaptiven Trigger und die Haptik des PS5 DualSense – bleibt relevant.
Der DualSense Edge, Sonys eigener Pro-Controller, hat das Potenzial seiner haptischen und adaptiven Trigger-Systeme nie voll ausgeschöpft. Das ist eigentlich eine Chance für Microsoft. Ein gut implementiertes haptisches System und ein steuerbarer Trigger-Widerstand in einem Elite Series 3 könnten das leisten, was der DualSense Edge versprochen, aber nicht ganz geliefert hat. Der Flydigi Apex 5 bietet bereits eine eigene Form von Trigger-Widerstand, der den Betätigungsweg sinnvoll verkürzt, ohne die Dinge unnötig zu verkomplizieren. Microsoft hat einen klaren Referenzpunkt, wie man dies richtig umsetzt.
Polling-Rate und die Geschwindigkeits-Debatte
Die standardmäßige 250Hz Polling-Rate der Xbox Series X und S Controller ist nach aktuellen Maßstäben nicht mehr konkurrenzfähig. Drittanbieter-Optionen von Razer und GameSir bieten am PC bereits 8.000Hz Polling. Selbst der neue Steam Controller erreicht maximal 250Hz, was zunehmend als Obergrenze kritisiert wird, die ambitionierte Spieler gerne durchbrochen sehen würden.
Ein Elite Series 3, der mit 1.000Hz Polling oder höher erscheint, wäre ein echtes Statement – besonders wenn Microsofts Project Helix-Plattform darauf ausgelegt ist, die Lücke zwischen Konsolen- und PC-Gaming zu schließen. Der entscheidende Punkt ist, dass die Polling-Rate eine dieser technischen Spezifikationen ist, die zwar theoretisch klingt, aber einen direkten, messbaren Effekt auf die Input-Latenz in schnellen Spielen hat. Wettbewerbsorientierte Spieler bemerken das.
Was ein wirklich wettbewerbsfähiger Elite Series 3 braucht
Basierend auf der aktuellen Marktsituation für Pro-Controller ist hier das Minimum, das einen Elite Series 3 seinen voraussichtlichen Preis von $180-200 wert machen würde:
- TMR-Thumbsticks (Hall-Effekt ist akzeptabel, Potentiometer sind es nicht)
- Microswitch-Face-Buttons, um mit dem Razer Wolverine V3 Pro und ROG Raikiri II gleichzuziehen
- 1.000Hz Polling-Rate zumindest am PC
- Haptisches Feedback oder adaptive Trigger-Widerstände, um mit dem DualSense Edge zu konkurrieren
- Zusätzliche Schultertasten (die geleakten Bilder zeigen keine, was ihn hinter die meisten Drittanbieter-Optionen zurückwerfen würde)
- Breiterer Abstand der Back-Paddles, um das beengte Gefühl der Series 2 zu beheben
Die scrollbaren Rädchen sind interessant, aber für sich genommen kein Highlight-Feature. Ein Elite Series 3, der nur mit den oben genannten Änderungen plus diesen Rädchen erscheint, wäre ein solider Controller, aber kein wegweisender.
Für einen umfassenderen Blick auf die aktuelle Marktsituation bei Pro-Controllern decken unsere Gaming-Guides den Bereich der kompetitiven Hardware ausführlich ab. Und wenn Sie sehen möchten, wie sich aktuelle Pro-Controller im Vergleich schlagen, bevor Microsoft etwas Offizielles bekannt gibt, finden Sie in unseren aktuellen Reviews Hands-on-Berichte zum Nacon Revolution X Unlimited, dem Steam Controller und mehr.
Microsoft hat nichts davon bestätigt. Wenn und falls eine offizielle Enthüllung stattfindet, wird das Datenblatt die wahre Geschichte erzählen.







