Jemand in Seattle ist gerade zufällig über ein Stück Gaming-Geschichte gestolpert. Ein Reddit-Nutzer postete Fotos von einem scheinbar unveröffentlichten Xbox Elite Series 3 Controller und behauptete, er habe ihn für $200 auf OfferUp, einer lokalen Marktplatz-App, erstanden. Der Thread explodierte, das Internet machte sich an die Arbeit, und kurz darauf verschwand der Account des ursprünglichen Posters. Klassisch.
Ein $200-Fund, den Microsoft so sicher nicht an die Öffentlichkeit lassen wollte
Die Sache ist die: Das Detail mit dem Standort macht diese Geschichte schwer abzutun. Der Poster erwähnte, dass er in Seattle lebt, was direkt neben Redmond, Washington liegt, dem Hauptsitz von Microsoft. Sicher, viele Menschen leben in Seattle, ohne bei Microsoft zu arbeiten. Aber wenn man diese geografische Nähe mit den physischen Beweisen auf den Fotos kombiniert, wird die Geschichte deutlich glaubwürdiger.
Der Akku im Inneren des Controllers ist vielleicht das aufschlussreichste Detail. Er ist deutlich mit "PROTOTYPE NOT FOR SALE" beschriftet. Das ist nichts, was sich ein Bastler, der eine überzeugende Fälschung im 3D-Drucker herstellt, die Mühe machen würde hinzuzufügen. Der Controller wurde zudem mit einem schlankeren Reise-Case geliefert, was zu den beiden vorherigen Elite-Generationen passt und darauf hindeutet, dass sich diese Hardware bereits weit in der Entwicklungsphase befindet und nicht nur ein frühes Engineering-Sample ist.
Das Design selbst deckt sich fast exakt mit einem Leak, der bereits im Mai auftauchte. Gleiche Gesamtform, gleiche Platzierung der Trigger-Stops, das gleiche System für die rückseitigen Paddles und das gleiche Layout des Akkufachs. Zwei unabhängige Leaks, die auf dasselbe Design hindeuten, sind ein starkes Indiz dafür, dass es sich um das echte Gerät handelt.
Was die geleakten Fotos tatsächlich zeigen
Die auffälligste Neuerung ist ein kleiner Bildschirm, der zwischen den Bumpern an der Oberseite des Controllers positioniert ist. Basierend auf dem, was auf den Fotos zu sehen ist, scheint es sich um ein Mono-OLED-Display zu handeln, das dank selbstleuchtender Pixel nur minimal Strom verbraucht. In den geleakten Bildern zeigt dieses Display eine aka.ms-URL, den hauseigenen Link-Verkürzer von Microsoft. Ein späterer Kommentar des ursprünglichen Posters zeigt zudem ein einfaches Spiel, das auf dem Bildschirm läuft.
Mehrere Reddit-Nutzer folgten den auf den Fotos sichtbaren URLs und behaupten, auf Dokumentationen zur Konnektivität des Controllers gestoßen zu sein, speziell zu einem dedizierten Cloud-Gaming-Verbindungsmodus. Dieses Feature wurde ebenfalls im Mai-Leak erwähnt und entspricht dem, was Amazon mit dem Luna Controller gemacht hat und was Google mit dem Stadia Controller versucht hatte, bevor der Dienst eingestellt wurde.
Die Aktionstasten wirken etwas größer als beim Elite Series 2, und die Silhouette erinnert Berichten zufolge in ihrer Form an den Razer Wolverine V3 Pro. Das D-Pad verwendet ein Wipp-Design ähnlich dem Vorgängermodell, und die Trigger sollen bei Einstellung auf den kürzesten Weg über die rückseitigen Regler ein klickendes Feedback geben. Der ursprüngliche Poster beschrieb das Gefühl als "einen Xbox Series X Controller, nur Pro und klickiger".
Was uns dieser Prototyp noch nicht verrät
Die zwei größten Unbekannten sind derzeit die Stick-Technologie und die tatsächliche Funktionalität. Der Elite Series 2 nutzte ältere, auf Potentiometern basierende Sticks, was ihn anfällig für Stick-Drift machte. Die Series 3 muss fast zwangsläufig auf Hall-Effekt- oder TMR (Tunnel Magnetoresistance)-Technologie setzen, um in einem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, in dem Mittelklasse-Controller bereits driftresistente Sticks als Standard etabliert haben.
Der ursprüngliche Poster bestätigte zudem, dass der Controller derzeit weder an der Xbox noch am PC funktioniert. Das ist für einen Prototyp nicht überraschend, da dieser wahrscheinlich an einen Entwickler-Account gebunden ist. Was die meisten Spieler in solchen Situationen übersehen, ist, dass nicht funktionale Prototypen oft Hardware repräsentieren, die näher am Endprodukt ist, als es den Anschein hat, wobei Firmware- und Pairing-Beschränkungen meist die letzten Hürden vor dem Launch sind.
Der Elite Series 2 erschien 2019 und ist damit fast sieben Jahre alt. Der Markt für Premium-Controller hat sich seitdem stark gewandelt, mit Optionen wie dem GameSir G7 Pro und dem Razer Wolverine V3 Pro, die vergleichbare oder überlegene Features zu niedrigeren Preisen bieten. Microsoft muss mit der Series 3 ihre Daseinsberechtigung in diesem veränderten Umfeld rechtfertigen, und ein eingebautes Display mit Cloud-Gaming-Anbindung ist zumindest ein Schritt in Richtung echter Innovation.
Wenn die Beigabe des Reise-Cases ein Indikator für den Entwicklungsfortschritt ist, könnte dieser Controller realistisch gesehen noch vor Jahresende erscheinen. Falls du dein Xbox-Setup in der Zwischenzeit optimieren möchtest, wirf einen Blick in unseren Battlefield 6 Xbox-Einstellungs-Guide für Tipps zur Controller-Optimierung oder durchstöbere unsere vollständige Sammlung an Gaming-Guides für weitere Hardware- und Einstellungs-Tipps zu den größten Titeln aktuell.









