"Dies wird wahrscheinlich die größte Entlassungswelle in der Geschichte des Gamings."
Dieses Zitat, das dem Mitbegründer von 3D Realms, George Broussard, zugeschrieben wird, kursiert seit Ende Juni und ist keine Übertreibung. Xbox steuert auf die möglicherweise bisher einschneidendste Umstrukturierung zu, wobei vier First-Party-Studios als Kandidaten für eine Schließung oder einen Verkauf genannt werden: Undead Labs, Compulsion Games, Double Fine und Ninja Theory.
Hier ist jedoch der entscheidende Punkt: Inmitten all der düsteren Nachrichten über potenzielle Entlassungen und Schließungen ist ein leiseres Gerücht aufgekommen: Xbox könnte nach Wegen suchen, diesen Studios bei der Fertigstellung ihrer laufenden Spiele zu helfen, bevor es zu einer Schließung kommt.

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Was sich unter der neuen Xbox-Führung geändert hat
Der Kontext ist hier wichtig. Die neue Xbox CEO Asha Sharma kündigte im Juni einen "Reset" des Gaming-Geschäfts von Microsoft an, und die Auswirkungen sind erheblich. Was als Bericht über umfassende Entlassungen in den Xbox-Sparten begann, hat sich zu etwas weitaus Größerem ausgeweitet, bei dem allein in diesen vier Studios Hunderte von Arbeitsplätzen potenziell gefährdet sind.
Undead Labs, das etwa 110 Mitarbeiter beschäftigt, befindet sich derzeit mitten in der Entwicklung von State of Decay 3. Das Spiel wurde erst vor wenigen Wochen auf dem Xbox Games Showcase gezeigt, ein Alpha-Playtest läuft bereits und ein Release-Fenster für 2027 ist fest eingeplant. Dieser Kontext lässt das Gerücht über eine Schließung besonders erschütternd wirken: Ein Spiel, das öffentlich präsentiert wurde und bei dem Spieler bereits in einem Alpha-Build unterwegs sind, könnte bei einer Schließung des Studios eingestellt werden.
Broussard merkte an, dass ihm eine Liste mit Studio-Schließungen vor den erwarteten Entlassungen im Juli mitgeteilt wurde, wobei der 6. Juli als mögliches Startdatum für die Kürzungen im Raum stand. Er achtete darauf, dies als Gerücht zu bezeichnen, das noch der offiziellen Bestätigung bedarf, aber das Muster der Berichterstattung im Vorfeld dieses Datums war konsistent genug, dass "Gerücht" an diesem Punkt nur noch eine Formalität zu sein scheint.
Die Studios und ihre laufenden Projekte
Jedes der vier gefährdeten Studios hat aktive Projekte, was den Aspekt einer möglichen Intervention so interessant macht. Ein Studio mitten in der Entwicklung zu schließen, ist teuer und kompliziert, und Microsoft hat sich mit dieser Art von Außenwirkung bereits früher verbrannt.
- Undead Labs: State of Decay 3, in der Alpha-Phase, Release für 2027 geplant
- Compulsion Games: South of Midnight, bereits ausgeliefert
- Double Fine: Kein offiziell angekündigtes, aktives Projekt bekannt
- Ninja Theory: Laufende Arbeiten nach Senua's Saga, Details unbestätigt
Der entscheidende Punkt ist, dass State of Decay 3 das sichtbarste Risiko darstellt. Ein Spiel einzustellen, das Spieler bereits in der Alpha getestet haben, wäre ein erhebliches PR-Problem und nicht nur ein Verlust in der Entwicklung. Wenn Xbox tatsächlich Wege prüft, dieses Projekt am Leben zu erhalten – sei es unter anderem Eigentümer oder mit einem umstrukturierten Team –, wäre dies eine bedeutende Abkehr vom Playbook für Studio-Schließungen, das Microsoft in früheren Runden angewandt hat.
Für Spieler, die sich in der Zwischenzeit einen Eindruck vom Xbox-Ökosystem verschaffen möchten, behandelt unser Hollowbody: Kaufberatung-Guide einen der interessanteren aktuellen Xbox Series X|S-Releases, einen Survival-Horror-Titel, der zeigt, was kleinere Studios auf der Plattform noch leisten können.
Das Gesamtbild der Xbox-Kürzungen
Über die vier Studios hinaus erstreckt sich der Umfang potenzieller Kürzungen Berichten zufolge auch auf Blizzard, Bethesda und andere Xbox-Abteilungen, wobei prozentuale Entlassungen als Mechanismus beschrieben werden. Diese Formulierung – prozentuale Kürzungen statt gezielter Streichungen – deutet darauf hin, dass die Umstrukturierung eher systemisch als chirurgisch ist.
Das Geschäftsjahr von Microsoft endet Ende Juni, weshalb der Juli konsequent als wahrscheinlicher Zeitpunkt genannt wurde. Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit Übergänge zum Geschäftsjahresende genutzt, um große personelle Veränderungen vorzunehmen, und das Muster hier passt zu dieser Historie.
Was die meisten Spieler in solchen Situationen übersehen, ist, wie viele laufende Arbeiten stillschweigend eingestellt werden. Spiele, die Monate vor der Fertigstellung standen, Features, die fast fertig waren, Sequels, die intern grünes Licht erhalten hatten, aber nie öffentlich angekündigt wurden: All das verschwindet ohne Pressemitteilung. Das Gerücht, dass Xbox eingreifen könnte, um Studios zumindest bei der Fertigstellung ihrer aktuellen Projekte zu helfen, würde einen anderen Ansatz darstellen – einen, der die Veröffentlichung von Spielen priorisiert, selbst wenn das Studio in seiner jetzigen Form nicht überlebt.
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Wie geht es weiter?
Microsoft hat keine offizielle Stellungnahme zu Studio-Schließungen, Entlassungen oder einem Interventionsplan für gefährdete Projekte abgegeben. Das Zeitfenster im Juli bedeutet, dass sich die Situation wahrscheinlich schnell entwickeln wird. Sollten die Entlassungen wie gemunkelt um den 6. Juli herum stattfinden, dürfte eine offizielle Bestätigung oder Dementi seitens Xbox schnell folgen.
Für Spiele wie State of Decay 3 sind die nächsten Wochen von entscheidender Bedeutung. Ein Spiel in der aktiven Alpha-Testphase mit einem öffentlichen Release-Fenster lässt sich schwerer unbemerkt einstellen als ein Titel, der sich noch in der frühen Pre-Production befindet. Ob sich diese Sichtbarkeit in einen Schutz für Undead Labs übersetzt, ist die Frage, die niemand außerhalb von Redmond derzeit beantworten kann.
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