Microsoft bereitet Berichten zufolge erhebliche Entlassungen in seiner Xbox-Sparte vor, die voraussichtlich nach dem 30. Juni erfolgen werden, wenn das Geschäftsjahr des Unternehmens endet. Die Kürzungen folgen auf eine deutliche interne E-Mail der neuen Xbox CEO Asha Sharma, in der sie den Mitarbeitern mitteilte, dass der Jahresumsatz in den letzten fünf Jahren um „fast eine halbe Milliarde“ Dollar zurückgegangen sei, trotz Investitionen von mehr als $20 Millionen in die Marke Xbox, exklusive Activision Blizzard King.
Diese Zahl ist für sich genommen bereits beeindruckend. Doch das Gesamtbild, das Sharma zeichnete, ist für jeden, der in das Xbox-Ökosystem investiert ist, noch besorgniserregender.

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Was Sharma den Mitarbeitern tatsächlich mitteilte
In einer am 10. Juni veröffentlichten E-Mail beschönigte Sharma die Nachricht nicht. Sie räumte ein, dass Xbox sein Studio-System aggressiv erweitert habe, um mehrere gleichzeitige Strategien zu unterstützen, die das Wachstum von Abonnements, Game Streaming und Hardware abdeckten, und dass die Sparte letztendlich „überdehnt“ war, als sich diese Strategien änderten.
„Wir haben unser Studio-System erweitert, als wir eine Pipeline an Inhalten benötigten, um mehrere Strategien für Abonnements, Streaming und Geräte zu bedienen“, schrieb Sharma. „Dabei stellten wir fest, dass wir überdehnt waren, als wir die sich ändernden Strategien in einer Landschaft mit leichter verfügbaren Inhalten umsetzten.“
Der Punkt ist: Hier schreibt die CEO von Xbox an ihre eigene Belegschaft, dass das Geschäft in die falschen Richtungen zu schnell gewachsen ist. Das ist keine Standard-Floskel für Umstrukturierungen. Das ist ein Eingeständnis.
Die Hardware-Krise, über die niemand sprach
Sharma wies zudem auf ein separates und wohl unmittelbareres Problem hin: einen Mangel an Hardware-Komponenten, der größtenteils durch die KI-Nachfrage verursacht wird, die Ressourcen von der Unterhaltungselektronik abzieht.
Die Kosten für Konsolen-Speicherkomponenten hatten sich bereits zwischen dem letzten Herbst und dem Zeitpunkt, als Sharma im Februar anfing, verdoppelt. Seitdem haben sich diese Kosten erneut verdoppelt. Mit Blick auf die Holiday Season 2027 prognostiziert Xbox die Komponentenpreise auf mehr als das 5-fache dessen, was sie noch vor zwei Jahren zahlten.
Zum Hintergrund: Xbox versucht, Hardware als Einstiegspunkt für den Game Pass zugänglich zu halten. Wenn die Komponentenpreise in diesem Tempo weiter steigen, wird diese Strategie deutlich schwieriger umzusetzen, ohne bei jeder verkauften Einheit Verluste zu machen.
Ein Studio-Portfolio, das für eine andere Strategie aufgebaut wurde
Unter dem ehemaligen Xbox-Chef Phil Spencer startete Microsoft eine der aggressivsten Akquisitionsrunden von Studios in der Gaming-Geschichte. Compulsion Games, Undead Labs, Ninja Theory, Bethesda und schließlich Activision Blizzard kamen unter das Dach von Xbox. Die Logik ergab damals Sinn: Der Game Pass brauchte Inhalte, und zwar jede Menge davon.
Doch Sharmas E-Mail macht deutlich, dass sich die Strategie für die Content-Pipeline geändert hat und ein Studio-Portfolio, das für eine Vision aufgebaut wurde, nicht automatisch zu einer anderen passt. Ob das Schließungen, Fusionen oder Personalabbau innerhalb bestehender Studios bedeutet, ist noch nicht bestätigt. Bestätigt ist jedoch, dass die Kürzungen kommen werden.
Das ist keine völlige Überraschung. Ende Mai warnte Sharma Berichten zufolge die Mitarbeiter, dass harte Entscheidungen bevorstünden. Die E-Mail vom 10. Juni macht daraus von einer vagen Warnung einen konkreten Zeitplan.
Wie das Ausmaß aussehen könnte
Microsofts Gaming-Sparte hat in den letzten zwei Jahren bereits mehrere schmerzhafte Kündigungswellen hinter sich, darunter die Schließung von Studios wie Tango Gameworks und Arkane Austin im Jahr 2024. Diese Schritte stießen in der Gaming-Community auf erheblichen Gegenwind, insbesondere da Tango gerade erst Hi-Fi Rush mit großem Erfolg veröffentlicht hatte.
Die kommende Runde könnte umfassender ausfallen. Sharmas Ausdrucksweise, dass man im gesamten Studio-System „überdehnt“ sei, deutet darauf hin, dass dies nicht auf ein oder zwei leistungsschwache Teams abzielt. Das Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni ist der wahrscheinliche Auslöser, wobei Ankündigungen kurz danach erwartet werden.
Wenn Sie kommende Xbox-Releases verfolgen, bietet der Replaced Release-Date- und Startzeiten-Guide alles, was Sie für diesen Launch benötigen. Und für Spieler, die bei aktiven Xbox-Titeln auf dem Laufenden bleiben wollen, deckt der Black Ops 7 und Warzone Season 3 Release-Date- und Startzeiten-Guide ab, was als nächstes in einer der größten Xbox-Franchises erscheint.
Die nächsten Wochen werden zeigen, wie tiefgreifend das Ganze wird. Behalten Sie die Social-Media-Kanäle der Xbox-Studios und die offiziellen Mitteilungen von Microsoft nach dem 30. Juni im Auge. Für weitere Berichterstattung aus der Gaming-Welt besuchen Sie unseren Gaming-Guides-Hub, während sich die Situation entwickelt.



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