Überblick
Prince of Persia: The Forgotten Sands ist zeitlich zwischen The Sands of Time und The Two Thrones angesiedelt und setzt ein, als der Prinz das Königreich seines Bruders Malik zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt besucht. Malik, der in einer aussichtslosen Schlacht gegen Invasoren steht, die seine Schatzkammer bedrohen, trifft eine katastrophale Entscheidung: Er bricht das Siegel von Salomo und entfesselt die Armee von Salomo, eine Horde aus Sandkreaturen, die augenblicklich jeden Soldaten im Königreich in eine Steinstatue verwandelt. Der Prinz und Malik besitzen jeweils eine Hälfte des Siegels, das sie schützt, und das gesamte Spiel entspinnt sich aus dieser einen, schrecklichen Entscheidung.
Die Story konzentriert sich stark auf Brüderlichkeit, Stolz und Konsequenzen. Malik ist weniger ein klassischer Bösewicht als vielmehr ein Mann, der den falschen Abkürzungsweg gewählt hat. Diese Spannung verleiht der Erzählung deutlich mehr Gewicht als ein Standard-Monster-der-Woche-Szenario. Der Prinz erhält zudem Unterstützung durch eine Geistführerin namens Razia, einen Dschinn, der ihn die elementaren Kräfte lehrt, die er benötigt, um sich durch den zerstörten Palast zu kämpfen.

Prince of Persia: The Forgotten Sands™ content image
Gameplay und Mechaniken
The Forgotten Sands überarbeitet das Bewegungssystem, das Sands of Time so unvergesslich machte. Wall-Runs, Stangen-Akrobatik und Kurskorrekturen in der Luft sind wieder mit dabei, und das Level-Design nutzt diese Fähigkeiten durch einstürzende Korridore und vertikale Turmklettereien ständig aus.

Prince of Persia: The Forgotten Sands™ content image
Die wichtigsten Mechaniken im Überblick:
- Wasser gefrieren: Verwandle herabstürzende Wasserfälle in feste Plattformen
- Zeit zurückspulen: Mache verpatzte Sprünge sofort ungeschehen
- Wirbelsturm: Schleudere Gegner mit einem Windstoß zurück
- Steinhaut: Absorbiere vorübergehend eingehenden Schaden
- Upgrade-Trees: Investiere Erfahrungspunkte in Kampf- und Elementarfähigkeiten
Die Mechanik zum Einfrieren von Wasser ist die herausragende Neuerung. Bestimmte Abschnitte sind mit Wasserfluten gefüllt, die den Prinzen bei Berührung töten würden. Diese mitten im Lauf in bekletterbare Eisstrukturen zu verwandeln, sorgt für einige der befriedigendsten Platforming-Sequenzen der gesamten Serie. Das Zeitfenster ist dabei großzügig genug, um sich flüssig und nicht bestrafend anzufühlen.

Prince of Persia: The Forgotten Sands™ content image
Das Kampfsystem basiert auf einem Hack-and-Slash-Loop. Sandkreaturen erscheinen in Wellen, und der Prinz metzelt sich mit einem Schwert-Combo-System durch sie hindurch, das durch die Elementarkräfte erweitert wird. Es erreicht zwar nie die Tiefe eines reinen Character-Action-Games, aber das Spektakel, einen Wasserfall einzufrieren, darüber zu rennen und dann einen Windstoß in eine Gegnermenge zu entfesseln, sorgt dafür, dass die Action jederzeit packend bleibt.
Welt und Setting
Maliks Palast bildet die gesamte Bühne, und Ubisoft Montreal nutzt diesen einen Schauplatz hervorragend. Die Architektur wechselt von prunkvollen Thronsälen über geflutete Zisternen bis hin zu bröckelnden Außenmauern, was jedem Kapitel eine eigene visuelle Identität verleiht, ohne dass das Spiel jemals das Gebäude verlässt. Sandkreaturen lösen sich beim Tod befriedigend auf, und die Zerstörung der Umgebung unterstreicht das Gefühl, dass das Königreich um einen herum buchstäblich in sich zusammenfällt.

Prince of Persia: The Forgotten Sands™ content image
Die Dschinn-Lore fügt eine Ebene persischer Mythologie hinzu, die in der Sands of Time-Trilogie zwar angedeutet, aber selten vertieft wurde. Razias Führung bettet die Elementarkräfte fest in die interne Logik der Welt ein, anstatt sie nur als willkürliche Upgrades zu behandeln.
Wirkung und Vermächtnis
The Forgotten Sands erschien im Mai 2010 zeitgleich mit dem Prince of Persia-Film, was das Spiel in eine schwierige Marketing-Position brachte. Doch das Spiel selbst ist eine direkte Fortsetzung der Sands of Time-Storyline und kein bloßes Film-Tie-in. Für Spieler, die mit dem Art-Style des 2008er Reboots nicht warm wurden und sich den ursprünglichen Prinzen zurückwünschten, lieferte es genau das: akrobatisches Platforming, Zeitmanipulations-Mechaniken und eine Geschichte, die das Ausgangsmaterial ernst nahm. Das Upgrade-System und die Elementarkräfte verleihen dem Spiel genug mechanische Identität, um sich von seinen Vorgängern abzuheben, während es fest im Action-Adventure-Platformer-Genre verwurzelt bleibt, das die Serie definierte.








