Überblick
Prince of Persia: The Two Thrones wirft den Prinzen nach den Ereignissen von Warrior Within zurück nach Babylon, und die Dinge laufen fast sofort aus dem Ruder. Kaileena wird getötet, der Sand der Zeit wird erneut entfesselt und der Prinz findet sich als Gejagter in seiner eigenen Stadt wieder, während ein dunkles Alter Ego in ihm immer stärker wird. Die Story ist straffer und persönlicher als beim Vorgänger und tauscht die Heavy-Metal-Attitüde von Warrior Within gegen etwas mit echtem emotionalen Tiefgang ein.
Ubisoft Montreal entwickelte das Spiel mit einem klaren Ziel: die Eleganz des Platformings aus The Sands of Time mit dem härteren Combat von Warrior Within zu verschmelzen und obendrein einen zweiten spielbaren Charakter hinzuzufügen. Das Ergebnis ist ein Spiel, das ständig Ton und Tempo wechselt, manchmal sogar innerhalb eines einzigen Levels. Babylon selbst ist ein hervorragend gestalteter Spielplatz, auf dem Dächer-Verfolgungsjagden, enge unterirdische Korridore und chaotische Straßenschlachten jeweils unterschiedliche mechanische Zwecke erfüllen.

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Was macht das Zwei-Charaktere-System so gut?
Die Aufteilung zwischen dem Prinzen und dem Dark Prince ist die prägende Mechanik des Spiels. Der Prinz spielt sich weitgehend wie in The Sands of Time: akrobatisch, präzise und mit einer Rückspul-Fähigkeit, die dich vor missglückten Sprüngen und schlecht getimten Angriffen bewahrt. Der Dark Prince ist schneller und aggressiver, bewaffnet mit dem Daggertail, einer Klingenpeitsche, mit der du Feinde aus der Distanz strangulieren oder sie in weiten Bögen durch Gegnergruppen schwingen kannst. Der Haken dabei: Der Dark Prince entzieht dir ständig Gesundheit, es sei denn, du sammelst Sand, was den Combat unter ständigen Druck setzt.

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Wichtige Mechaniken für beide Charaktere:
- Zeit zurückspulen, um Fehler im Combat und Platforming zu korrigieren
- Daggertail-Kettenwaffe für Fern- und Crowd-Control-Angriffe
- Stealth-Kill-System für lautlose Exekutionen bei ahnungslosen Gegnern
- Free-Form Fighting System für stilisierte Combo-Ketten
- Sand-betriebene Zeitlupen-Angriffe gegen mehrere Gegner
Das Stealth-System ist eine bemerkenswerte Neuerung. In bestimmten Abschnitten kann der Prinz Feinde aus dem Schatten heraus verfolgen und lautlos ausschalten, was das Pacing auf eine Weise auflockert, die sich verdient und nicht aufgesetzt anfühlt. Diese Momente zahlen auch auf den düstereren narrativen Ton des Spiels ein, in dem der Prinz nicht mehr der sorglose Akrobat des ersten Teils ist.

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Welt und Setting: Babylon unter Belagerung
Babylon ist eine der besten Umgebungen der Trilogie. Die Stadt hat drei unterschiedliche Zonen, die sich spielerisch unterscheiden: Die Dächer der Oberstadt belohnen vertikale Bewegung und Geschwindigkeit, die Straßen zwingen dich dazu, dich mit großen Gegnergruppen auf engem Raum auseinanderzusetzen, und die unterirdischen Abschnitte sind der Ort, an dem die Stealth-Mechaniken am meisten zum Einsatz kommen. Das Art-Design tendiert eher zu einer vom Krieg gezeichneten goldenen Stadt als zu einer Fantasy-Abstraktion, was die Story erdet, ohne die übernatürlichen Elemente zu entfernen.

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Auch die Narrative profitiert von diesem Setting. Der innere Konflikt des Prinzen mit dem Dark Prince wird buchstäblich als fortlaufender Streit vertont, bei dem beide Persönlichkeiten die Ereignisse und die Entscheidungen des jeweils anderen kommentieren. Es klingt wie ein Gimmick, funktioniert aber – teilweise, weil das Writing hier schärfer ist als in Warrior Within, und teilweise, weil die beiden Stimmen wirklich unterschiedliche Philosophien über Macht und Gewalt repräsentieren.
Einfluss und Vermächtnis
The Two Thrones erschien 2005 (der Steam-Release folgte 2009) und brachte die Sands of Time-Trilogie zu einem starken Abschluss. Das Spiel erreichte zum Launch Wertungen im hohen 70er- bis mittleren 80er-Bereich auf allen großen Plattformen, wobei besonders das Dual-Charakter-Design und die Rückkehr zu einer Story, die sich nach dem Ausflug von Warrior Within wieder geerdeter anfühlte, gelobt wurden. Das Hack-and-Slash-Combat-System beeinflusste, wie Ubisoft in späteren Projekten an Character-Action heranging, und die Stealth-Kill-Mechanik tauchte in verschiedenen Formen in späteren Arbeiten des Studios wieder auf. Für jeden, der sich durch den Backkatalog von Prince of Persia arbeitet, ist The Two Thrones der Ort, an dem die Fäden der Trilogie endlich zusammenlaufen.








