Überblick
Veröffentlicht von GSC Game World im Februar 2010, ist S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat der dritte Teil der S.T.A.L.K.E.R.-Reihe und der direkte Nachfolger von Shadow of Chernobyl. Du schlüpfst in die Rolle von Major Degtyarev, einem Agenten des ukrainischen Sicherheitsdienstes, der nach einer katastrophal gescheiterten Militäroperation mit dem Codenamen Fairway undercover in die Zone geschickt wird. Die meisten der hochmodernen Hubschrauber stürzen ab, bevor die Hauptstreitkräfte landen können, und so liegt es allein an Degtyarev, die Puzzleteile zusammenzusetzen und herauszufinden, was geschehen ist.
Das Spiel erstreckt sich über drei große, unverwechselbare Areale: die sumpfigen Feuchtgebiete von Zaton, das verfallene Industriegebiet rund um das Jupiter-Werk und die Geisterstadt Pripyat selbst, die anhand realer Vorbilder nachgebaut wurde. Jede Zone fühlt sich in Sachen Atmosphäre und Bedrohungsgrad völlig eigenständig an, und die Katakomben unter ihnen gehören zu den angespanntesten, klaustrophobischsten Schauplätzen der gesamten Serie.

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Gameplay und Mechaniken
Call of Pripyat verfeinert die Survival-Shooter-Formel der Serie und bügelt dabei einige Ecken und Kanten der Vorgänger aus. Das A-Life-Simulationssystem, das steuert, wie sich Stalker-Fraktionen und Mutanten unabhängig vom Spieler verhalten, wurde hier grundlegend überarbeitet. NPCs bewegen sich zwischen den Locations, kämpfen um Territorien und reagieren auf Emissionen ganz ohne Skript-Vorgaben – das verleiht der Zone ein echtes Gefühl von Lebendigkeit, das parallel zu deinen eigenen Zielen abläuft.

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Die wichtigsten Mechaniken, die das Erlebnis definieren:
- Zufällige Emissions-Events, die dich dazu zwingen, schnell Schutz zu suchen
- Upgrade-Trees für Waffen und Rüstungen mit bedeutungsvollen Entscheidungen
- Artefakt-Jagd in Anomalie-Feldern für Stat-Boni
- Verzweigte Side Quests, die an bestimmte Charaktere gebunden sind
- Mehrere Enden, die durch deine Entscheidungen im Spielverlauf beeinflusst werden
Das Upgrade-System für Waffen und Rüstungen ist spürbar tiefgreifender als in den Vorgängern und erfordert spezifische Techniker und Komponenten statt nur Währung.
Welt und Setting
Die Sperrzone in Call of Pripyat vermittelt eine ganz spezielle Art von Beklemmung, die aus ihrer Zurückhaltung entsteht. Die Umgebungen sind still, zerstört und wirken fast völlig frei von jeglichem Komfort. Pripyats verlassene Wohnblocks und der verrostete Jahrmarkt sehen exakt so aus wie nach der Katastrophe von 1986, und GSC Game World hat sich stark an dieses reale Quellenmaterial gehalten. Das Ergebnis ist ein Setting, das sich weniger wie ein designtes Spielareal anfühlt, sondern wie ein Ort, der tatsächlich existiert.

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Zwei neue Mutanten ergänzen das Bestiarium. Die Chimera ist ein schneller, aggressiver Jäger, der nachts aktiv ist und so hart zuschlägt, dass ein unvorsichtiger Run in Sekunden beendet sein kann. Der Burer ist eine telepathische Kreatur, die in dunklen, engen Räumen lauert und in der Lage ist, Objekte zu schleudern und dich aus der Distanz zu entwaffnen. Beide sind auf eine Art und Weise bedrohlich, die sich organisch in die interne Logik der Zone einfügt, statt wie generische Gegner zu wirken.
Warum lohnt sich Call of Pripyat heute noch?
Für Spieler, die ein Open-World-Survival-RPG suchen, das seine Atmosphäre ernst nimmt, ist Call of Pripyat ein absolutes Muss. Die nichtlineare Story-Struktur sorgt dafür, dass verschiedene Playthroughs unterschiedliche Informationen und Ausgänge offenbaren, und das erweiterte Side-Quest-System verleiht den Nebencharakteren genug Tiefe, damit sich deine Entscheidungen konsequent anfühlen. Das Spiel unterstützt zudem vier Multiplayer-Modi für bis zu 32 Spieler, auch wenn die Singleplayer-Kampagne der Grund bleibt, warum die meisten Spieler immer wieder in die Zone zurückkehren.

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Die Kombination aus Action, Horror und Rollenspiel-Elementen in einem düsteren osteuropäischen Science-Fiction-Setting ist auch heute noch eine Seltenheit. S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat schenkt dir keine Heldenreise. Es gibt dir ein kaputtes Funkgerät, eine Pistole mit zwei Magazinen und eine Zone voller Dinge, die dich tot sehen wollen.








