Overview
The Order: 1886 katapultiert Spieler in ein alternatives London des Jahres 1886, in dem sich die Ritter der Tafelrunde nie aufgelöst haben. Stattdessen entdeckten sie Black Water, eine mystische Flüssigkeit, die nahezu Unsterblichkeit und beschleunigte Heilung gewährt und Arthurs ursprüngliche Ritter in einen zeitlosen Militärorden verwandelte, der noch immer gegen jahrhundertealte Feinde kämpft. Das Ergebnis ist ein PS4-Exklusivtitel, der voll auf cineastische Präsentation setzt und jede Cutscene sowie jeden Gameplay-Moment als Teil eines einzigen, nahtlosen Erlebnisses behandelt.
Das Spiel folgt Sir Galahad, dem dritten Ritter, der diesen Titel trägt, an der Seite seiner Mitstreiter Sir Percival, Lady Igraine und dem Marquis de Lafayette. Die Dynamik innerhalb des Squads ist einer der interessantesten Aspekte des Settings: Lafayette ist technisch gesehen noch ein Lehrling, Percival fungiert als der erfahrene Mentor der Gruppe, und Galahads komplizierte Beziehung zu Igraine verleiht dem, was sonst eine geradlinige Monsterjagd-Story wäre, eine persönliche Note. Die Geschichte greift zudem einen zweiten Konflikt auf, bei dem sich die Unterschicht Londons gegen die Aristokratie erhebt, während der Orden auf der Seite des Adels steht.

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Gameplay und Mechaniken
Im Kern ist The Order: 1886 ein Cover-basierter Third-Person-Shooter. Spieler bewegen sich durch weitgehend lineare Umgebungen und nutzen hüfthohe Hindernisse als Deckung, während sie Half-Breeds und menschliche Gegner mit einer Auswahl an zeitgemäßen, aber fantastischen Waffen bekämpfen. Zu den herausragenden Tools gehören:

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- Thermite Rifle: entzündet Metallpartikel in der Luft und lässt sie dann detonieren
- Arc Induction Lance: leitet Elektrizität auf mehrere Ziele
- Granatwerfer-Minen-Hybrid mit zwei Detonationsmodi
- Standard-Gewehre und Pistolen mit historisch akkuraten Designs
- Black Water-Fläschchen zur Heilung im Kampf
Das Gunplay ist solide, ohne dabei außergewöhnlich zu sein. Die Gegner-KI folgt vorhersehbaren Mustern, und das Spiel erfordert selten die Art von kreativem Problemlösen, die Cover-Shooter zu einem unvergesslichen Erlebnis machen würde. Was es jedoch bietet, ist eine konsistente mechanische Sprache, die niemals den Spielfluss der Story stört.

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Welt und Setting
Ready At Dawn hat ein alternatives London mit echter Liebe zum Detail erschaffen. Die Stadt wirkt wie ein Ort, an dem die industrielle Revolution zwanzig Jahre zu früh eingetroffen ist, mit Gaslaternen neben drahtlosen Kommunikationstürmen und Zeppelin-Docks. Die Mythologie der Half-Breeds ist tief verwurzelt: Jahrhunderte vor den Ereignissen des Spiels entwickelten einige Menschen tierische Züge, was einen Krieg auslöste, den die Menschheit allein nicht gewinnen konnte. Die Entdeckung von Black Water durch die Ritter verschob das Gleichgewicht gerade so weit, um den totalen Untergang zu verhindern, reichte aber nie aus, um den Konflikt endgültig zu beenden.

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Die historischen Cameos sind ein nettes Detail. Lafayette, der tatsächliche französische Offizier, der sowohl im Amerikanischen als auch im Französischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte, erscheint hier als jüngstes Mitglied des Squads, ungeachtet seines realen Geburtsjahres 1757. Das Spiel nutzt seine jahrhundertelangen Reisen als Charaktertiefe statt nur als Hintergrundgeschichte, was ihm eine leichtere Energie verleiht, die einen Kontrast zu den gezeichneten Rittern um ihn herum bildet.
Visuals und Audio-Design
The Order: 1886 erschien Anfang 2015 als eines der technisch beeindruckendsten PS4-Spiele seiner Zeit. Ready At Dawn rendert das Spiel in einer nativen Auflösung von 1920x800 mit cineastischen schwarzen Balken – eine bewusste Entscheidung, die dem Spiel ein filmisches Seitenverhältnis verleiht. Die nebligen Straßen des viktorianischen Londons, der Feuerschein auf der verzierten Architektur und der Detailgrad der Charaktermodelle der vier Hauptritter gelten bis heute als Benchmark für atmosphärische Third-Person-Präsentation.
Das Audio-Design steht dem visuellen Anspruch in nichts nach. Waffen klingen wuchtig und mechanisch, die Half-Breeds kommunizieren durch verstörende Tier-Mensch-Hybrid-Laute, und der orchestrale Score wechselt zwischen angespannten industriellen Texturen und klassischen Arrangements, je nachdem, ob die Szene Action oder emotionales Gewicht erfordert. Die Sprecherleistungen des Hauptcasts sind durchgehend stark, was für ein Spiel, das einen erheblichen Teil seiner Laufzeit in Cutscenes verbringt, von großer Bedeutung ist.
The Order: 1886 ist ein kurzes, dichtes Erlebnis, das Story und Atmosphäre über mechanische Komplexität oder Wiederspielwert stellt. Spieler, die ein cineastisches Adventure-Shooter-Erlebnis in einer der originellsten alternativen Geschichtsschreibungen des Gamings suchen, werden hier definitiv fündig.



