Overview
Uncharted: Drake's Fortune wirft Nathan Drake mitten in ein jahrhundertealtes Mysterium, das seinen Ursprung in einem Hinweis im Sarg von Sir Francis Drake hat. Diese eine Entdeckung entwickelt sich zu einer waschechten Expedition auf eine abgelegene Pazifikinsel, wo sich die Legende von El Dorado als weitaus gefährlicher erweist, als es jede Schatzkarte vermuten lässt. Naughty Dog hat dieses Spiel als Liebeserklärung an das klassische Abenteuerkino konzipiert, und das Fundament dieses Anspruchs ist auch heute noch deutlich spürbar.
Die Story entwickelt sich in einem souveränen Tempo. Drake wird von der Reporterin Elena Fisher und seinem Mentor Victor "Sully" Sullivan begleitet. Die drei bilden eine Dynamik, die die Erzählung selbst dann trägt, wenn die Schusswechsel einmal nachlassen. Nolan Norths Performance als Drake setzte 2007 neue Maßstäbe für Videospiel-Protagonisten, indem er trockenen Humor mit echter Verletzlichkeit verband – eine Kombination, die das Genre zuvor nur selten so überzeugend hinbekommen hat.

Gameplay und Mechaniken
Der Core-Loop bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Third-Person-Cover-Shooter und Environmental-Platforming. Drake geht in Deckung, feuert blind, springt über Hindernisse und hangelt sich mit einer Fluidität an Vorsprüngen entlang, die sich damals absolut neu anfühlte. Die Combat-Encounter sind um kleine Gruppen von Söldnern und Piraten herum aufgebaut und zwingen den Spieler dazu, Deckung strategisch zu nutzen, anstatt blindlings in die Gegner zu rennen.

Zu den wichtigsten Mechaniken gehören:
- Cover-basiertes Third-Person-Shooting
- Klettern an Vorsprüngen und Environmental Traversal
- Nahkampf-Combos
- Waffen-Pickups von besiegten Gegnern
- Lösen von Umgebungsrätseln
Die Steuerung ist direkt und reaktionsschnell. Der Wechsel zwischen Schusswechseln und Platforming-Passagen wirkt selten holprig, was in der Umsetzung deutlich schwieriger ist, als es aussieht. Einige Combat-Arenen sind recht eng und können in der zweiten Hälfte des Spiels repetitiv wirken, aber das Pacing sorgt dafür, dass es immer weitergeht, bevor Frust aufkommen kann.

Welt und Setting
Die Insel selbst ist eine der größten Stärken des Spiels. Naughty Dog hat dichte Dschungel-Umgebungen, verfallene koloniale Festungen und Bunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu einem Setting verwoben, das sich historisch tiefgründig anfühlt. Das Art-Team hat die PS3-Hardware voll ausgereizt und eine Beleuchtung sowie Detaildichte bei der Vegetation erzeugt, die 2007 beeindruckte und auch heute noch gut aussieht.

Die Narrative bedient sich realer historischer Fäden und verwebt die Reisen von Sir Francis Drake aus dem 16. Jahrhundert mit Expeditionen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese Erdung verleiht der Geschichte Gewicht, auch über den übernatürlichen Twist im letzten Akt hinaus – selbst wenn dieser Twist die Spielerschaft spaltet, ob er zum zuvor etablierten Ton passt.
Einfluss und Vermächtnis
Uncharted: Drake's Fortune erschien im November 2007 und wurde sofort zu einem der prägenden Exklusivtitel der PS3. Das Spiel erzielte bei Kritikern hohe 80er-Wertungen und verkaufte sich so gut, dass der Grundstein für eines der wichtigsten Franchises von Sony gelegt wurde. Drei direkte Sequels und ein Spin-off folgten, ebenso wie eine Film-Adaption im Jahr 2022.
Der Einfluss auf das Design von Third-Person-Action-Adventures ist kaum zu überschätzen. Cover-Mechaniken, charaktergetriebenes Storytelling und filmreife Set-Pieces wurden zu Genre-Standards, die Studios in der gesamten Industrie in den Jahren nach dem Launch von Drake's Fortune übernahmen. Wenn man es heute spielt, nach all den Titeln, die es inspiriert hat, wirkt es eher wie ein Grundlagenwerk des Genres als wie ein veraltetes Relikt. Die handwerkliche Qualität, die Naughty Dog in das Original gesteckt hat, macht dieses Abenteuer auch heute noch absolut spielenswert.











