Falls du insgeheim befürchtet hast, dass die massiven Stellenstreichungen bei Xbox The Elder Scrolls 6 noch weiter in die Ferne rücken lassen könnten, hat Bethesda eine kurze Antwort für dich: „Nein, die Roadmap ist nicht betroffen.“
Diese vier Worte, die gegenüber dem YouTuber MrMattyPlays geäußert wurden, sind die offizielle Position des Studios dazu, ob die Entlassungswelle bei den Xbox Game Studios den Entwicklungszeitplan eines der am meisten erwarteten RPG-Games seit Jahrzehnten beeinflusst hat. Kurz, präzise und gerade vage genug, um Raum für Skepsis zu lassen.

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Was der „Reset“ von Xbox für Bethesda wirklich bedeutet
Anfang des Monats bezeichnete Microsoft die Kürzungen als geschäftlichen „Reset“. In der Praxis bedeutet das, dass 1.600 Mitarbeiter bei den Xbox Game Studios, Bethesda und Activision Blizzard mit sofortiger Wirkung entlassen wurden, wobei im kommenden Jahr weitere 1.600 Stellen wegfallen sollen. Im Zuge der Umstrukturierung wurden vier First-Party-Studios komplett geschlossen.
Bethesda hat es besonders hart getroffen. Die Gewerkschaft, die die dortigen Mitarbeiter vertritt, bestätigte, dass die Kürzungen „Dutzende Programmierer, Artists, Designer und Tester“ betrafen – genau die Fachkräfte also, die ein Spiel vom Kaliber eines The Elder Scrolls 6 entwickeln. Das ist kein Abbau im mittleren Management. Das sind die Leute, die Quests schreiben, die Welt-Geometrie erstellen und Systeme debuggen.
The Elder Scrolls Online bekommt den Druck bereits zu spüren. Der Entwickler Zenimax Online Studios verlor weit über 100 Teammitglieder, und das Studio hat offen eingeräumt, dass es mit der „Team-Bandbreite“ zu kämpfen hat, was sogar so weit ging, dass als direkte Konsequenz ein Store für In-Game-Items eingeschränkt wurde.
Was die Entwickler hinter den Kulissen wirklich sagen
Die Sache ist die: Bethesdas offizielle Linie und das, was Entwickler privat sagen, decken sich nicht.
Mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter äußerten anonym ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Entwicklung von The Elder Scrolls 6. Die Ängste sind nicht abstrakt. Sie konzentrieren sich auf drei spezifische Punkte: mögliche Zeitplanverzögerungen, eine Zunahme der Crunch-Kultur, um den Personalabbau zu kompensieren, und eine wachsende Abhängigkeit von externen Auftragnehmern, denen die Vertrautheit mit der proprietären Entwicklungstechnologie der Bethesda Game Studios fehlt.
Letzterer Punkt wiegt schwerer, als es klingt. BGS hat Jahre damit verbracht, interne Tools und Workflows zu entwickeln, die spezifisch auf ihre Engine zugeschnitten sind. Erfahrene Mitarbeiter durch Auftragnehmer zu ersetzen, die dieses System erst von Grund auf lernen müssen, verlangsamt nicht nur den Prozess. Es bringt neue Risiken in ein Projekt, das ohnehin schon einen extrem langen Zeitplan hat.
Vor und nach den Kürzungen: Bethesdas Standpunkt
Vor den Entlassungen strahlten die Bethesda Game Studios stille Zuversicht aus. Das Studio erklärte, man sei bei The Elder Scrolls 6 „da, wo wir sein wollten“, und fügte hinzu, dem Team gefalle, „wie es aussieht“, und man spiele täglich neue Builds. Diese Aussage wirkte als echter Motivationsschub für Fans, die jahrelang auf ein Lebenszeichen gewartet hatten.
Nach den Entlassungen ist das Bild trüber. Die offizielle Kommunikation hat sich nicht geändert, aber die menschlichen Kosten der Umstrukturierung sind bei angrenzenden Projekten sichtbar. Wenn The Elder Scrolls Online, ein Live-Service-Game mit einer aktiven Player-Base und funktionierenden Einnahmequellen, nach dem Verlust von über 100 Entwicklern seinen Content-Rhythmus nicht halten kann, sind die Fragen zu einem Spiel, dessen Release noch Jahre entfernt ist, durchaus berechtigt.
Was die meisten Spieler übersehen, ist der Aspekt des institutionellen Wissens. The Elder Scrolls V: Skyrim erforderte ein Team von Hunderten, die über Jahre hinweg eng koordiniert zusammenarbeiteten. Der Nachfolger soll deutlich ambitionierter werden. Erfahrene Mitarbeiter mitten in der Entwicklung zu verlieren, ist nichts, was man durch das Einstellen von Auftragnehmern einfach patchen kann, egal was die offizielle Roadmap besagt.
Die Lücke zwischen Aussage und Realität
„Die Roadmap ist nicht betroffen“ ist die Art von Aussage, die technisch vertretbar ist, ohne unbedingt die ganze Wahrheit zu sagen. Eine Roadmap kann auf dem Papier unverändert bleiben, während die Ressourcen, die zu ihrer Umsetzung nötig sind, darunter schrumpfen. Genau das ist das Szenario, das die Entwickler zu beunruhigen scheint.
Der Profi-Tipp für das Lesen solcher Unternehmensstatements: Beobachte die angrenzenden Projekte. Die Bandbreitenprobleme bei The Elder Scrolls Online und der explizite Hinweis der Gewerkschaft auf die verlorenen Programmierer und Artists sind derzeit die ehrlicheren Datenpunkte.
Bethesdas nächster großer öffentlicher Meilenstein für The Elder Scrolls 6 bleibt unbekannt. Es wurde kein Release-Zeitfenster angekündigt, und angesichts der Geschichte des Franchise ist dieses Fenster wahrscheinlich noch Jahre entfernt. Fans, die auf den Nachfolger von The Elder Scrolls V: Skyrim warten, können vorerst die offiziellen Updates des Studios verfolgen, aber die Bedenken der Entwickler, die diese Woche die Runde machen, sollte man im Hinterkopf behalten, während das Projekt voranschreitet.








