Die Ironie schreibt sich von selbst. Sony verbrachte die PS4-Ära damit, der Welt stolz zu erzählen, wie einfach es sei, physische Spiele zu teilen, nur um dann anzukündigen, dass die Produktion neuer physischer PS5-Discs bis 2028 eingestellt wird. Jetzt hat Blaze, das Unternehmen hinter der Evercade-Reihe von kartenbasierten Handhelds, sichergestellt, dass niemand diesen Widerspruch vergisst.
Blaze veröffentlichte einen kurzen Clip auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Titel „So teilt man ein Spiel auf Evercade“. Das Format dürfte jedem, der sich an die PS4-Launch-Ära erinnert, sofort bekannt vorkommen. Darin überreicht Sean Cleaver, Kommunikationschef bei Blaze, ein physisches Exemplar der Neo Geo Collection direkt an Marketing-Manager Ben Grunbaum. Das ist das gesamte Tutorial. Das ist der Punkt.

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Der ursprüngliche Clip, mit dem alles begann
Im Jahr 2013 drehten der damalige PlayStation-Präsident Shuhei Yoshida und Vizepräsident Adam Boyes ein nahezu identisches Video, in dem sie Microsofts Plan verspotteten, physische Xbox One-Spiele per DRM an eine Internetverbindung zu binden. Der Clip wurde zu einem der gefeiertsten Beispiele für „Corporate Shade“ in der Gaming-Welt, und PlayStation zehrte jahrelang von dem damit gewonnenen Goodwill. Die Botschaft war simpel: Disc kaufen, besitzen, teilen, fertig.
Spulen wir vor bis heute: Sony tut genau das, was es damals verspottet hat. Die Produktion physischer PS5-Spiele endet 2028, was bedeutet, dass das Disc-Format, das PlayStation einst als Kundenrecht propagierte, zum Opfer des eigenen All-Digital-Kurses wird.
Die Reaktion von Blaze trifft deshalb so hart, weil das Unternehmen seit sechs Jahren das Gegenteil dieser Zukunft aufbaut. Das Evercade-Ökosystem umfasst mittlerweile über 500 Game-Ports, verteilt auf mehrere Cartridge-Collections, jede mit physischer Hülle und Handbuch. Die Hardware-Palette reicht vom erschwinglichen Super Pocket (das kürzlich eine Banjo-Kazooie Rare Edition erhielt) bis zur Evercade VS-R Heimkonsole und dem Evercade Alpha Bartop-Arcade-Automaten. Jedes einzelne Gerät spielt dieselben physischen Carts ab.
Warum dieser Seitenhieb sitzt
Die Sache ist die: Blaze ist kein großer Plattformbetreiber. Die Evercade ist ein Nischenprodukt für Retro-Gaming-Fans und konkurriert in keiner nennenswerten kommerziellen Hinsicht mit PlayStation. Das macht den Rückbezug sogar noch effektiver, nicht weniger. Wenn ein kleines Unternehmen, das komplett auf physische Medien setzt, einen Konsolen-Giganten für deren Aufgabe kritisiert, hat das ein anderes Gewicht, als wenn ein Rivale wie Xbox oder Nintendo stichelt.
Der Clip ist eindeutig spielerisch gemeint. Niemand bei Blaze behauptet, dass Evercade-Cartridges die PS5-Discs für ein Mainstream-Publikum ersetzen könnten. Was das Video jedoch tut, ist, die Diskussion in einem Moment am Leben zu erhalten, in dem es bei der Debatte um physische Medien um viel geht. Entwickler, darunter die Köpfe hinter Baldur's Gate 3, haben Sonys Entscheidung öffentlich als „herzzerreißend“ bezeichnet, und Bethesda machte es sich zur Aufgabe, nur Stunden nach Sonys Ankündigung mit seiner physischen Oblivion Remastered Switch 2-Cartridge zu prahlen.
Das umfassendere Argument geht über Nostalgie hinaus. Physische Spiele bedeuteten schon immer die Möglichkeit, sie zu verleihen, weiterzuverkaufen, zu vermieten und zu archivieren. Diese Optionen verschwinden mit einer rein digitalen Plattform. Für jeden, der damit aufgewachsen ist, sich Spiele von Freunden zu leihen oder gebrauchte Exemplare zu kaufen, um ein knappes Budget zu schonen, ist das Ende der Discs nicht nur eine Unannehmlichkeit. Es ist eine verschlossene Tür.
Was Blaze tatsächlich als Alternative bietet
Der Katalog von Blaze enthält bereits einige echte Klassiker der PS1-Ära, so ist die Tomb Raider Trilogy auf Evercade-Cartridge erhältlich. Die kommende Evercade Nexus-Hardware verspricht stärkere Specs, was den Weg für aufwendigere Releases jenseits der Retro-Kompilationen ebnen könnte, auf die sich die Plattform derzeit stützt. Es gibt bereits Sammlungen von Indie-Entwicklern wie Mega Cat Studios und Bitmap Bureau in der Bibliothek.
Der entscheidende Punkt ist, dass das Modell von Blaze das direkte Gegenteil dessen ist, wohin Sony steuert. Jeder Release ist standardmäßig physisch, jedes Gerät ist auf Cartridges ausgelegt und die Bibliothek wächst stetig. Das ist im aktuellen Klima kein Zufall.
Für Spieler, die auf der PS5 physische Spiele wollen, solange sie noch existieren, werft einen Blick in unseren Hollowbody Before-you-buy-Guide für einen der interessanteren physisch kompatiblen Releases, die eine Bereicherung für jede Sammlung sind. Wenn ihr erkunden wollt, was sich vor dem Ende der Disc-Ära noch lohnt, deckt unser vollständiger Gaming-Guides-Hub ab, was eure Zeit auf verschiedenen Plattformen wert ist.
Blaze hat sich gut positioniert, um Spieler aufzufangen, die Wert darauf legen, das zu besitzen, was sie kaufen. Ob sich das in nennenswertes Wachstum für die Evercade-Plattform übersetzt, hängt davon ab, wie laut die Debatte um physische Medien weiter hallt, je näher das Jahr 2028 rückt. Angesichts der bisherigen Reaktionen auf Sonys Ankündigung wird dieses Gespräch so schnell nicht verstummen. Behaltet den Bereich für Game-Reviews im Auge, während immer mehr physische Releases auf die sich wandelnde Plattform-Politik reagieren.







