Das ursprüngliche Grand Theft Auto erschien 1997 als Top-Down-Spiel aus der Vogelperspektive, das in der breiten Popkultur kaum wahrgenommen wurde. Es war ein kleiner Lichtblick. Eine Kuriosität. Ein Spiel, in dem man Autos stehlen und vor der Polizei durch klobige, verpixelte Straßen fliehen konnte, und der Großteil der Welt ging zur Tagesordnung über, ohne einen zweiten Gedanken daran zu verschwenden.
Fast drei Jahrzehnte später entwickelt sich Grand Theft Auto 6 zu einem der am meisten erwarteten Releases der Gaming-Geschichte. Der Kontrast ist kaum zu begreifen.
Drei Jahrzehnte, ein Franchise
Das ursprüngliche GTA wurde von DMA Design (später als Rockstar North neu formiert) entwickelt und Ende 1997 sowie Anfang 1998 für PC und PlayStation veröffentlicht. Die Prämisse war simpel: Autos stehlen, Missionen abschließen, dem Gesetz entkommen. Die Top-Down-Perspektive hielt alles abstrakt, fast wie bei einem Brettspiel, das zufällig Autodiebstähle beinhaltete.
Was damals niemand vorhersehen konnte, war, dass sich dieses bescheidene, leicht kontroverse Spiel schließlich zu GTA V entwickeln würde, das von Rockstar Games als das erfolgreichste Unterhaltungsmedium bezeichnet wurde, das jemals produziert wurde. Über 200 Millionen verkaufte Einheiten über drei Konsolengenerationen hinweg. Das ist kein Gaming-Meilenstein, das ist ein kulturelles Phänomen.
Der Sprung vom ersten Spiel zu GTA III im Jahr 2001 war der entscheidende Moment der Serie. Plötzlich existierte Liberty City in drei Dimensionen. Spieler konnten Gebäude betreten, über Brücken fahren und das Gewicht einer lebendigen Stadt um sich herum spüren. Dieser Wechsel von Top-Down zu Third-Person-3D veränderte das, was Open-World-Spiele überhaupt sein konnten.
Was sich änderte und was gleich blieb
Die Sache ist die: Der Core-Loop hat sich kaum verändert. Man ist immer noch ein Krimineller, der sich durch eine fiktive amerikanische Stadt bewegt, Jobs für zwielichtige Gestalten erledigt und versucht, dem Gesetz einen Schritt voraus zu sein. Die Formel, die Rockstar in den späten 90ern festlegte, bleibt das Grundgerüst jedes Nachfolgers.
Was sich weiterentwickelte, war alles drumherum. Die Städte wurden größer und detaillierter. Die Storys wurden länger und cineastischer. Die Radiosender entwickelten sich von ein paar sich wiederholenden Tracks zu vollwertigen Broadcast-Programmen mit lizenzierter Musik und originellen Inhalten. GTA Vs Los Santos bot funktionierende Aktienmärkte, eine Struktur mit drei Protagonisten und einen Online-Modus, der zu einem eigenen, separaten Universum wurde.
GTA 6 treibt diese Evolution weiter voran. Rockstar hat zwei Protagonisten, Jason Duval und Lucia Caminos, bestätigt, eine Rückkehr zu einem von Vice City inspirierten Setting und einen Detailgrad der Welt, der seit dem ersten Trailer für große Vorfreude sorgt. Allein die bestätigten Frisuren für Jason und Lucia deuten auf eine Tiefe bei der Charakter-Customization hin, die die Serie so noch nicht versucht hat.
Die technologische Kluft ist fast absurd
Legt man das Original von 1997 neben das Trailer-Material von GTA 6, ist der Unterschied fast komisch. Das erste Spiel lief auf Hardware, die kaum eine 3D-Umgebung rendern konnte. GTA 6 ist darauf ausgelegt, die Hardware der aktuellen Generation voll auszunutzen, einschließlich PS5-exklusiver Features wie dem haptischen Feedback des DualSense, Tempest 3D Audio und nahezu sofortigen Ladezeiten, die Ladebildschirme im Grunde zu einer Erinnerung machen.
Das Spiel von 1997 hatte keine Sprachausgabe. Keine Cutscenes. Kein Wettersystem. Keine Eskalation des Fahndungslevels, außer dass Polizisten auf dem Bildschirm erschienen. GTA 6 soll Berichten zufolge ein Moral-System mit einem Breaking-Point, eine Romance-Mechanik und ein NPC-Verhalten haben, das so ausgeklügelt ist, dass Rockstar öffentlich klarstellen musste, wie optional ein Teil davon ist.
Das ist keine kleine Lücke. Das ist der Unterschied zwischen einer Skizze und einem Film.
Was uns der Werdegang der Serie tatsächlich sagt
Das GTA-Franchise ist eines der klarsten Beispiele dafür, wie anhaltender Ehrgeiz in der Spieleentwicklung aussieht. Jeder Hauptteil hat die Messlatte in irgendeiner Weise deutlich höher gelegt, und die Abstände zwischen den Releases wurden mit wachsendem Umfang immer länger. GTA IV erschien vier Jahre nach San Andreas. GTA V folgte fünf Jahre später. GTA 6 befindet sich noch Jahre länger in der Entwicklung.
Pro-Tipp: Wenn ihr zum Launch direkt einsteigen wollt, lohnt es sich zu wissen, was die einzelnen Editionen beinhalten, bevor ihr euch entscheidet. Der Guide zu den GTA 6 Editionen und Vorbesteller-Boni schlüsselt genau auf, was in der Standard- und Ultimate-Edition enthalten ist, damit ihr an der Kasse keine Überraschung erlebt.
Das Spiel von 1997 war der Startschuss. GTA 6 ist der Punkt, an dem fast 30 Jahre Iteration zusammenlaufen. Haltet eure Controller bereit.








