"Mit Blick auf die Zeit nach Season One werden sich die Roadmaps, die wir zuvor geteilt haben, verschieben. Wir möchten uns die Zeit nehmen, die vor uns liegende Arbeit zu evaluieren und anschließend einen aktualisierten Zeitplan festzulegen."
Das ist die Nachricht, die ESO Community Managerin Jessica Folsom diese Woche in den offiziellen Foren gepostet hat – und sie schlug ein wie der Endboss eines Dungeons. Das Statement folgte direkt auf Microsofts umfassenden "Reset" der Marke Xbox, der zu 3.200 Entlassungen im gesamten Unternehmen führte, einschließlich eines erheblichen Einschnitts bei ZeniMax Online Studios, dem Team hinter The Elder Scrolls Online.
Was die Entlassungen tatsächlich für ZeniMax Online Studios bedeuten
Die kursierende Zahl ist erschütternd: Berichten zufolge wurde bis zu die Hälfte des Entwicklerteams von ZeniMax Online Studios entlassen. Microsofts umfassendere Umstrukturierung verschonte Studios zwar vor einer kompletten Schließung, wobei einige in ein neues Management überführt oder in die Unabhängigkeit entlassen wurden, doch die Auswirkungen auf die einzelnen Teams waren schwerwiegend. ZeniMax Online Studios gehörte zu den am stärksten betroffenen, und die Gesamtzahl der betroffenen Mitarbeiter ist noch unbestätigt.
Dies ist nicht das erste Mal, dass ZOS einen schweren Schlag durch Microsoft einstecken muss. Eine frühere Entlassungswelle hatte das Studio bereits getroffen, und ein dort in Entwicklung befindliches Sci-Fi-MMO, intern als Project Blackbird bekannt, wurde komplett eingestellt. Diese Historie lässt die aktuelle Situation weniger wie einen Einzelfall, sondern eher wie ein Muster erscheinen.
Folsoms Forenbeitrag enthielt keine Details darüber, welche Inhalte gestrichen oder verschoben werden. Die Kernaussage, "einen Schritt zurückzutreten, um unsere Pläne zu ordnen", signalisiert, dass das Team seinen Zeitplan effektiv von Grund auf neu aufbaut, anstatt nur Termine zu verschieben.
Von großen Erweiterungen zu saisonalen Inhalten und jetzt das
Die Sache ist die: ESO hatte bereits vor diesen Entlassungen den Umfang reduziert. Das Spiel rückte von seinem jährlichen Chapter-Modell (man denke an Morrowind, Summerset, Greymoor) ab und hin zu einer saisonalen Content-Struktur, was die meisten Spieler als Zeichen dafür werteten, dass das Studio mit einem schmaleren Budget arbeitet. Weniger Dungeons, kleinere Zonen-Releases und eine ruhigere Content-Kadenz hatten bereits Fragen zur Entwicklung des Spiels aufgeworfen.
Der Wechsel zu Seasons wurde als neue Ausrichtung verkauft, aber mit der potenziellen Halbierung des Teams sieht selbst dieser reduzierte Output schwer aufrechtzuerhalten aus. Spieler, die sich durch das ESO Update 50 Challenge Difficulty-System navigieren oder die PvP-Veteranenränge grinden, fragen sich nun, ob die Systeme, in die sie Zeit investieren, noch eine sinnvolle Unterstützung erhalten werden.
Spielerreaktionen: Von Sorge bis zu Destiny-Vergleichen
Die Reaktion der Community war düster, und die Vergleiche mit Destiny 2 kamen fast sofort. Bungie hatte bereits im Sommer die aktive Entwicklung von Destiny 2 heruntergefahren, bevor allein in der Zentrale in Bellevue fast 300 Entwickler entlassen wurden. Das Spiel läuft zwar noch, erhält aber keine neuen Inhalte mehr. Spieler, die von Destiny zu ESO gewechselt sind, beobachten nun, wie sich das gleiche Muster in ihrem neuen Zuhause wiederholt.
"Noooo, ich bin gerade erst von Destiny zu diesem Spiel gewechselt. Verdammt, Mann", war eine der prägnanteren Reaktionen auf Reddit, aber die längeren Posts waren nicht optimistischer. Mehrere Spieler sagten voraus, dass ESO innerhalb des nächsten Jahres in den Wartungsmodus gehen würde, und verwiesen auf den bereits reduzierten Dungeon- und Zonen-Output als Beweis dafür, dass die Weichen schon vor den Nachrichten dieser Woche gestellt waren.
Die Sorge betrifft nicht nur das Content-Volumen. MMOs leben vom Vertrauen der Spieler. Wenn die Community glaubt, dass ein Spiel nicht mehr wächst, sinken die Abonnentenzahlen, die aktive Spielerbasis schrumpft und die vorhandenen Inhalte werden schwerer spielbar, weil weniger Leute sie nutzen. Dieser Feedback-Loop ist das, was Spieler als "Todesspirale" bezeichnen, und es ist ein legitimes Risiko für jedes Live-Service-Spiel, das an Momentum verliert.
Was Spieler tun können, während sie auf Antworten warten
Folsoms Statement verspricht einen klareren Zeitplan, sobald das Team Zeit hatte, seine Situation einzuschätzen. Das ist zwar nicht nichts, aber eben auch keine Roadmap. Für Spieler, die noch aktiv sind und das Beste aus dem machen wollen, was aktuell im Spiel ist: Die bestehenden Inhalte bleiben erhalten. Die ESO-Guide-Sammlung deckt die Systeme ab, die aktuell live sind, von Belohnungen durch Tamriel-Wälzer bis hin zum PvP-Fortschritt, und diese bleiben voll spielbar, unabhängig davon, wie die nächste Roadmap aussieht.
Microsoft hat signalisiert, dass sich Bethesdas Fokus auf eine kleine Auswahl an Franchises verengt, wobei Elder Scrolls und Fallout ganz oben auf der Liste stehen. Ob sich dieser Fokus auch darauf erstreckt, den Live-Service von ESO gesund zu halten, oder ob es rein um die Singleplayer-Haupttitel geht, ist die Frage, die das nächste Kapitel für ZeniMax Online Studios definieren wird.








