Zwei Nintendo-Kunden haben eine Sammelklage eingereicht, in der sie behaupten, dass Nintendo beim Tariff Double-Dip doppelt abkassiert: erst durch höhere Preise für die Verbraucher und dann durch die Rückerstattung von Zöllen von der US-Regierung im Rahmen eines separaten Rechtsstreits.
Die Klage wurde im US-Bundesstaat Washington von Gregory Hoffert aus Kalifornien und Prashant Sharan aus Washington eingereicht. Sie richtet sich an amerikanische Verbraucher, die zwischen dem 1. Februar und dem 24. Februar 2026 von Zöllen betroffene Nintendo-Produkte gekauft haben.

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Der Double-Dip-Vorwurf im Zentrum des Falls
Nintendo befindet sich bereits in einem Rechtsstreit mit der US-Regierung. Letzten Monat hat Nintendo of America Bundesbehörden wegen sogenannter rechtswidriger Handelsmaßnahmen verklagt und vom US Court of International Trade die Rückerstattung der seit der Einführung gezahlten Zölle zuzüglich Zinsen gefordert. In dieser Klage wurde den Regierungsbehörden vorgeworfen, über $200 Milliarden an Zöllen auf Importe aus nahezu jedem Land erhoben zu haben.
Diese neue Sammelklage kehrt die Perspektive um. Wenn Nintendo diese Zollkosten bereits in die Verbraucherpreise eingepreist hat, so argumentieren die Kläger, dann wäre es eine ungerechtfertigte Bereicherung, dasselbe Geld von der Regierung zurückzufordern.
"Sofern das Gericht dies nicht unterbindet, steht Nintendo kurz davor, dieselben Zollzahlungen doppelt zurückzuerhalten: einmal von den Verbrauchern durch höhere Preise und ein zweites Mal von der Bundesregierung durch Zollrückerstattungen, einschließlich der von der Regierung auf diese Beträge gezahlten Zinsen", heißt es in der Klageschrift.
Die Klage behauptet zudem, dass diese Vorgehensweise gegen das Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaates Washington verstößt.
Wie es dazu kam: Switch 2, Zölle und verzögerte Vorbestellungen
Der Kontext ist die US-Zollwelle, die im vergangenen April einsetzte, genau als Nintendo sich auf den Launch der Switch 2 vorbereitete. Die Vorbestellungen in den USA wurden vom 9. April auf den 24. April verschoben, während Nintendo das Zoll-Chaos sortierte, obwohl die Konsole selbst planmäßig im Juni erschien.
Nintendo kämpft nicht allein. Über 1.000 Unternehmen, darunter FedEx und Costco, haben die US-Regierung wegen derselben Zölle verklagt. Diese Fälle gewannen an Dynamik, nachdem der Supreme Court den Großteil der von Präsident Donald Trump Anfang des Jahres festgelegten globalen Zölle gekippt hatte.
Was das für Verbraucher bedeutet, die früh Nintendo-Hardware gekauft haben
Die Klage konzentriert sich auf Käufe, die zwischen dem 1. Februar und dem 24. Februar 2026 getätigt wurden. Dieses Zeitfenster deutet darauf hin, dass der Fall auf einem Zeitraum basiert, in dem die zollbedingte Preisgestaltung bereits in den von den Verbrauchern gezahlten Preisen enthalten war.
Sollte die Sammelklage Erfolg haben und Nintendo zudem die Rückerstattung von der Regierung erhalten, muss das Gericht entscheiden, wie diese Gelder aufgeteilt werden. Die Klage fordert das Gericht auf, Nintendo daran zu hindern, sowohl die von den Verbrauchern gezahlten Zollkosten als auch eine eventuelle Rückerstattung durch den Bund zu behalten.
Jeder, der in diesem Zeitraum Nintendo-Hardware gekauft hat, sollte die Entwicklung im Auge behalten. Sie können weitere Gaming-News auf unserer Seite verfolgen, während sich die rechtliche Situation in der gesamten Branche weiterentwickelt.
Nintendos Position ist rechtlich heikel. Das Unternehmen erhöhte die Preise unter Verweis auf den Zolldruck und reichte dann Klage ein, um genau diese Zollkosten zurückzufordern. Ob dies ein Problem darstellt, liegt nun bei den Gerichten. Da über 1.000 Unternehmen ähnliche Kämpfe gegen die US-Regierung führen, könnte das Ergebnis hier einen Präzedenzfall schaffen, der weit über das Gaming hinausgeht.








