"Nintendo hat die eigenartige Angewohnheit, ein Geheimnis daraus zu machen, welche Entwicklerteams hinter den Spielen stecken, die das Unternehmen veröffentlicht."
Diese Gewohnheit bestätigte sich auch diese Woche wieder. Als Nintendo am 11. September während der Nintendo Direct offiziell Metroid Ravenous enthüllte, verlor das Unternehmen kein Wort darüber, wer das Spiel tatsächlich entwickelt. Doch der Entwickler beantwortete diese Frage selbst – wenn auch nicht über offizielle Kanäle.
MercurySteam, das in Madrid ansässige Studio hinter Metroid Dread, teilte den Ankündigungs-Trailer zu Metroid Ravenous auf seiner LinkedIn-Seite mit einem lächelnden Emoji. Keine Pressemitteilung, keine formelle Ankündigung. Nur ein Studio, das dezent auf sich aufmerksam macht.
Das Studio postete zudem auf seinem offiziellen X-Account und teilte den Trailer zusammen mit einem Ninja- und einem Herz-Emoji. Kryptisch? Ja. Abstreitbar? Kaum.
Was Nintendo ankündigte, aber nicht erklärte
Metroid Ravenous war die wichtigste Metroid-News der Nintendo Direct vom Mittwoch und erschien etwa einen Monat, nachdem das brasilianische Rating-Board den Titel versehentlich vorzeitig geleakt hatte. Der Trailer zeigt Samus Aran, die auf einem feindseligen Alien-Planeten gestrandet ist, doch diesmal sind die Machtverhältnisse vertauscht. Nachdem sie zuvor zu einem Mensch-Metroid-Hybrid geworden ist, nutzt Samus nun energieabsorbierende Fähigkeiten, um ihre Gegner zu jagen und zu konsumieren. Der Titel des Spiels lässt wenig Zweifel daran, wohin die Reise geht.
Der Punkt ist: Wenn es in Metroid Dread im Kern darum ging, die Gejagte zu sein, die von unzerstörbaren EMMI-Robotern verfolgt wird, ohne einen Ort zum Verstecken, scheint Ravenous dies komplett umzukehren. Samus als Apex-Predator ist ein grundlegend anderer Ansatz für die Serie, der erzählerisch genau dort anknüpft, wo Dread den Charakter hinterlassen hat.
Metroid Ravenous erscheint am 28. Januar 2027 für die Nintendo Switch 2.
Die Geschichte von MercurySteam mit der Serie
MercurySteam baut seine Metroid-Expertise schon seit Jahren aus. Das 2002 gegründete Studio arbeitete an Metroid: Samus Returns, bevor es 2021 das von der Kritik gefeierte Metroid Dread ablieferte. Vor Metroid machte sich das Team mit Castlevania: Lords of Shadow und dessen Nachfolger einen Namen.
Das letzte Nicht-Metroid-Projekt des Studios war Blades of Fire, ein Action-Adventure, das kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb und gemischte Reaktionen hervorrief. Eine Rückkehr zu Samus ergibt aus Portfolio-Sicht absolut Sinn.
Warum Nintendo bei diesem Thema schweigt
Nintendos Zurückhaltung, Third-Party-Entwickler öffentlich zu nennen, ist ein langjähriges Muster. Das Unternehmen präsentiert seine veröffentlichten Spiele in erster Linie als Nintendo-Produkte, wobei das eigentliche Entwicklerstudio bestenfalls als zweitrangige Information behandelt wird. Für Studios wie MercurySteam bedeutet das, dass Fans oft selbst herausfinden müssen, wer was entwickelt hat – anhand von Social-Media-Posts und LinkedIn-Aktivitäten statt durch offizielle Ankündigungen.
Was die meisten Spieler übersehen: Das ist nicht nur eine PR-Eigenart. Es hat echte Auswirkungen darauf, wie Studios Anerkennung erhalten, und im Fall von MercurySteam machte die Credits-Kontroverse um Dread diese Spannungen sehr deutlich.
Da Ravenous nun für Januar 2027 bestätigt ist, stellt sich die nächste Frage: Wie spielt sich das Game jenseits der Prämisse? Ein ausführlicher Deep-Dive ins Gameplay wird mit Sicherheit noch vor dem Launch folgen. Für alles, was du in der Zwischenzeit über den Vorgänger wissen musst, deckt die Metroid Dread Guides-Sammlung das gesamte Spiel ab, falls du dich vor Samus' Jagd noch einmal einspielen möchtest. Weitere Gaming-Guides stehen ebenfalls bereit, falls du dein Backlog auffrischen willst, bevor das Lineup der Switch 2 Anfang 2027 erscheint.








