"Ich spiele eigentlich keine Spiele mehr allein."
Das sagt Shigeru Miyamoto, der Schöpfer von Mario, Zelda und Pikmin, in einem kürzlich geführten Interview mit Famitsu. Der Nintendo-Veteran, mittlerweile 73, sagt, dass er heutzutage nur noch dann zum Controller greift, wenn seine Enkelkinder zu Besuch sind. Und ehrlich gesagt? Sobald man versteht, wie Miyamoto über Game Design denkt, ergibt diese Aussage absolut Sinn.
Die Enkelkinder regieren jetzt den Nintendo-Haushalt
Miyamoto erklärte sein aktuelles Gaming-Setup mit einem Lachen. Er bewahrt Spiele gezielt bei sich zu Hause auf, um Besuche attraktiver zu machen. "Wenn bei ihnen zu Hause Videospiele stehen, spielen meine Enkel zu viel, also behalte ich sie bei mir und sage: 'Wenn ihr spielen wollt, kommt zu Opa'", sagte er. Diese Regelung funktioniert für alle: Die Enkel bekommen ihre Dosis Gaming, und Miyamoto bekommt Gesellschaft.
Er erwähnte auch, dass die Jüngeren Schwierigkeiten haben, Spiele alleine durchzuspielen, weshalb er einspringt, um zu helfen. Ein konkretes Beispiel stach heraus: Seine Enkelkinder haben anscheinend große Angst vor dem Boss in Captain Toad: Treasure Tracker, also übernimmt er diesen Teil für sie. Der Mann, der einige der beliebtesten Boss-Begegnungen der Spielegeschichte entworfen hat, fungiert nun als Aushilfe, um einen Captain Toad-Boss zu besiegen. Das ist wirklich charmant.
Warum das genau zu Miyamotos Design-Philosophie passt
Die Sache ist die: Miyamoto hat sich nie als Hardcore-Gamer positioniert. Seine berühmtesten Design-Inspirationen stammen aus allen Bereichen, nur nicht aus Videospielen. Pikmin entstand aus der Zeit, die er mit Gartenarbeit verbrachte. Nintendogs entsprang seiner Liebe zu Hunden. Wii Music geht auf das Spielen von Instrumenten zurück. Dieses Muster zieht sich durch Jahrzehnte seiner Arbeit.
Die Einstellungspolitik folgt der gleichen Logik. Bereits 2017 sagte Miyamoto der New York Times, dass er aktiv nach Designern sucht, die "keine riesigen Gaming-Fans" sind. Er betonte, dass er gezielt Leute mit breit gefächerten Interessen und unterschiedlichen Fähigkeiten einstellt, und merkte an, dass einige der Mitarbeiter, die er zu Nintendo holte, noch nie ein Videospiel gespielt hatten, bevor sie dem Unternehmen beitraten.
Was die meisten Spieler übersehen, wenn sie das hören, ist der Grund dahinter. Ein Designer, der nur Spiele spielt, neigt dazu, Spiele zu entwickeln, die sich wie andere Spiele anfühlen. Jemand, der seine Freizeit mit Wandern, Kochen oder Musizieren verbringt, bringt einen anderen Referenzrahmen in ein Design-Problem ein. Nintendos Output über die Jahrzehnte spiegelt genau diesen Ansatz wider.
Ein Veteran-Designer, der immer noch prägt, was Nintendo erschafft
Miyamoto ist nicht im Ruhestand. Mit 73 Jahren hat er öffentlich darüber gesprochen, dass er hofft, noch weitere 10 Jahre lang Spiele zu entwickeln, auch wenn Familienmitglieder ihn anscheinend gefragt haben, ob es nicht an der Zeit wäre, kürzerzutreten. Seine Rolle bei Nintendo hat sich vom hands-on Director zu einer eher leitenden kreativen Position entwickelt, aber sein Einfluss auf die Ausrichtung des Unternehmens bleibt spürbar.
Der entscheidende Punkt ist, dass seine Beziehung zu Spielen schon immer eher funktional als freizeitorientiert war. Er spielt, um zu verstehen, was Spieler erleben, oder um jemandem zu helfen, der Unterstützung bei einem Boss braucht. Die Vorstellung, alleine dazusitzen und sich für das persönliche Vergnügen durch ein Spiel zu grinden, war für ihn wahrscheinlich nie der Sinn der Sache.
Für Spieler, die mit seiner Arbeit aufgewachsen sind, steckt in diesem Eingeständnis etwas, über das es sich nachzudenken lohnt. Die Person, die für Marios Sprungphysik, Zeldas Dungeon-Design und die Pikmin-Formel verantwortlich ist, verbringt ihre Abende nicht mit Gaming. Er verbringt sie mit Dingen, die letztendlich zur nächsten Idee führen.
Wenn Sie neugierig darauf sind, wie Nintendos aktuelles Spiele-Lineup aus Spielersicht aussieht, ist der Mario Tennis Fever Best Characters Guide ein gutes Beispiel dafür, wie diese Design-Philosophie in der Praxis funktioniert – mit 38 spielbaren Charakteren, die auf Zugänglichkeit und Abwechslung ausgelegt sind. Für weitere Nintendo-Berichterstattung und mehr bietet der vollständige Gaming-Guides-Hub alles, was Sie plattform- und genreübergreifend benötigen, einschließlich der besten Mii-Ideen für Tomodachi Life: Living the Dream, falls Sie Ihre Insel mit ein paar bekannten Gesichtern bevölkern möchten.









