Physische Discs sollen angeblich aussterben. Jemand hat vergessen, das den Fans von Resident Evil zu sagen.
Verkaufsdaten für Resident Evil Requiem sind aufgetaucht, die die Performance von physischen gegenüber digitalen Versionen in den weltweit größten Gaming-Märkten aufschlüsseln. Die Zahlen erzählen eine Geschichte, die dem All-Digital-Trend der Industrie direkt widerspricht. In Frankreich und Japan verkaufen sich physische Kopien buchstäblich besser als digitale. In Großbritannien und Australien ist der Abstand weitaus geringer, als die meisten erwarten würden. Für jeden, der PlayStations Weg in eine disc-freie Zukunft beobachtet, ist dies die Art von Datenpunkt, die man nur schwer ignorieren kann.
Was die Zahlen tatsächlich aussagen
Der US-Markt erzählt eine Seite der Geschichte: Nur 22% der Verkäufe von Requiem waren dort bis Ende Juni physischer Natur. Diese Zahl allein scheint das Digital-First-Narrativ zu bestätigen, das Publisher und Plattformbetreiber ständig vorantreiben.
Jeder andere große Markt erzählt eine andere Geschichte.
In Frankreich entschieden sich 55% der Käufer für eine physische Kopie. In Japan, einem der wichtigsten Märkte sowohl für Capcom als auch für das Resident Evil-Franchise, liegt dieser Wert bei 51%. Physische Kopien sind in beiden Ländern die bevorzugte Kaufoption. Großbritannien liegt bei 40% physisch, Australien bei 43%. Das sind keine Nischenmärkte mit skurrilen Kaufgewohnheiten. Es sind Kerngebiete der Gaming-Industrie.
Requiem hat sich weltweit mindestens 7 Millionen Mal verkauft. Wendet man diese regionalen Prozentsätze auf die globale Install-Base an, landet man bei einer konservativen Schätzung von etwa 2 Millionen verkauften physischen Einheiten. Das ist kein aussterbendes Format. Das ist ein Format mit einem substanziellen, aktiven Publikum.
Warum physische Kopien zum Launch so schnell ausverkauft waren
Die Sache ist die: Der Ausverkauf zum Launch war damals kein Rätsel, er wurde nur wegdiskutiert. Die gängige Annahme war, dass Capcom einfach weniger physische Kopien als üblich produziert hatte – eine vernünftige Vermutung angesichts des anhaltenden Trends der Industrie zur digitalen Distribution.
Die Verkaufsaufschlüsselung legt nahe, dass die Realität einfacher und direkter war. Die Nachfrage war schlichtweg hoch. Spieler, die eine Disc wollten, griffen in großer Zahl zu, die Händler hatten keinen Bestand mehr, und der Markt zog weiter. Der Ausverkauf war weniger ein Kalkulationsfehler beim Angebot als vielmehr ein Beweis dafür, wie groß der Appetit auf physische Medien nach wie vor ist, insbesondere außerhalb der Vereinigten Staaten.
Wenn Sie einen genaueren Blick darauf werfen möchten, warum es sich lohnt, Requiem in irgendeinem Format zu besitzen, analysiert unser ausführlicher Testbericht genau, warum der Titel zum 30-jährigen Jubiläum von Capcom bei den Spielern so stark eingeschlagen ist.
Das PlayStation-Problem, das direkt vor unseren Augen liegt
Diese Daten kommen zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. PlayStation hat bestätigt, dass ab 2028 keine Spiele mehr auf physischen Medien veröffentlicht werden. Die Fabriken, die zur Herstellung von Discs genutzt wurden, werden bereits umfunktioniert. Neue PS5-Verpackungen enthalten bereits Hinweise auf die bevorstehende Änderung. Der Plan steht fest.
Die Annahme, die dieser Entscheidung zugrunde liegt, ist, dass physische Käufer einfach auf digital umsteigen, sobald die Option wegfällt. Das mag für die USA gelten, wo sich ohnehin nur 22% der Requiem-Käufer für eine Disc entschieden haben. In Japan und Frankreich, wo physische Medien für die Mehrheit der Käufer immer noch das bevorzugte Format sind, ist diese Annahme weitaus weniger sicher.
Es gibt auch ein Problem mit dem Marktzugang, das dies verschärft. Ein erheblicher Teil der Länder weltweit hat keinen zuverlässigen Zugang zu PlayStations digitalem Storefront, was bedeutet, dass die Disc für diese Spieler nicht nur eine Präferenz, sondern die einzige praktikable Option ist. Sie zu entfernen, konvertiert diese Käufer nicht zu digitalen Kunden. Sie werden damit komplett vom Markt ausgeschlossen.
Was das für Gamer in Märkten mit hohem Disc-Aufkommen bedeutet, ist ein schrumpfendes Zeitfenster, um physische Bibliotheken aufzubauen, bevor das Format ab 2028 auf PlayStation-Hardware irrelevant wird. Die Requiem-Zahlen zeigen, dass die Nachfrage real ist. Ob diese Nachfrage auf Plattform-Ebene etwas ändert, ist eine andere Frage, und die aktuellen Signale deuten darauf hin, dass dies wahrscheinlich nicht der Fall sein wird.
Für alles Weitere, was Sie zum Spiel benötigen, deckt die Resident Evil Requiem Guide-Sammlung PC-Optimierung, die Spieldauer der Kampagne und mehr ab.








