Crunch bei Rockstar Games ist so tief in der Studio-Kultur verwurzelt, dass er Berichten zufolge direkt in den Arbeitsverträgen verankert ist. Dabei müssen Mitarbeiter aktiv von den Überstundenregelungen zurücktreten, anstatt ihnen vorab zuzustimmen.
Entwickler bei Rockstar, die sich für eine gewerkschaftliche Anerkennung einsetzen, haben Details zu den Arbeitsbedingungen in dem Studio hinter Grand Theft Auto 6 geteilt. Sie zeichnen das Bild eines Arbeitsplatzes, an dem exzessive Arbeitszeiten als Standardeinstellung und nicht als Ausnahmesituation behandelt werden.

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Wie Überstunden zum Standard wurden
Der entscheidende Punkt hierbei ist die vertragliche Gestaltung. Das britische Arbeitsrecht, insbesondere die Working Time Regulations, legt eine Standardobergrenze von durchschnittlich 48 Stunden pro Woche fest. Arbeitnehmer können freiwillig auf diesen Schutz verzichten, doch der Fokus sollte dabei auf der Freiwilligkeit liegen. Die Entwickler bei Rockstar behaupten, dass dieser Verzicht (Opt-out) von Tag eins an in den Standardverträgen verankert ist. Wer den Vertrag unterschreibt, um den Job zu bekommen, hat bereits auf diesen Schutz verzichtet.
Ein Entwickler drückte es deutlich aus: Crunch ist so weit verbreitet, dass das Unternehmen den Überstunden-Verzicht als Standard in die Verträge aufgenommen hat. Das bedeutet, dass Mitarbeiter aktiv Schritte unternehmen müssen, um ihr gesetzliches Recht auf eine 48-Stunden-Woche zurückzufordern, anstatt es einfach standardmäßig zu haben.
Die Rockstar Game Workers Union führte Berichten zufolge eine interne Kampagne durch, um das Personal darüber zu informieren, dass sie jederzeit wieder in die Working Time Regulations zurückkehren können. Das Ergebnis? Das Rockstar-Management vereinfachte den Prozess für den Wiedereintritt und strich die Anforderung, sich zuerst mit der Personalabteilung (HR) zu treffen. Das ist ein kleines, aber bezeichnendes Zugeständnis.
Der Crunch ist nicht einmal gleichmäßig verteilt
Was die Sache noch schlimmer macht, ist die Inkonsistenz. Crunch im Studio ist Berichten zufolge keine geteilte Last über alle Teams hinweg. Einige Abteilungen vermeiden ihn fast vollständig, während Mitarbeiter in bestimmten Disziplinen eine Situation beschreiben, in der sie ihm scheinbar nie entkommen können. Diese ungleiche Verteilung führt tendenziell zu Unmut und Burnout genau in den Rollen, in denen nachhaltige Kreativität am wichtigsten ist.
Die Position der Gewerkschaft ist zudem, dass Rockstar die Definition von Crunch selbst verwässert hat. Es wird behauptet, dass das Management nun spezifische Überstunden-Vergütungspakete als Beweis dafür anführt, dass die zusätzlichen Stunden nicht mehr als Crunch gelten. Die Argumentation lautet, dass die Bezahlung von Überstunden die Erwartung dieser Überstunden nicht automatisch akzeptabel macht.
Lohngefälle und einbehaltene Boni verschärfen das Problem
Crunch ist nicht das einzige Problem auf dem Tisch. Entwickler behaupten auch, dass Rockstar ein Problem mit der Lohngerechtigkeit hat, wobei sich das mittlere geschlechtsspezifische Lohngefälle im Studio Berichten zufolge eher vergrößert als verringert, trotz früherer Zusagen, dies anzugehen. Die Bonusstruktur steht unter besonderer Beobachtung, wobei Mitarbeiter ein System beschreiben, bei dem bis zu 20% der erwarteten Vergütung aufgrund vager oder rückwirkend angewandter Leistungskritik verschwinden können.
Diese Art von Unvorhersehbarkeit bei der Bezahlung, kombiniert mit normalisierten Überstundenerwartungen, ist genau das Umfeld, das eine gewerkschaftliche Kampagne angehen soll.
Wie der aktuelle Stand ist
Rockstar hat bestätigt, dass es sich nach dem formellen Antrag auf Anerkennung mit Gewerkschaftsvertretern treffen wird. Das ist ein Ausgangspunkt, keine Lösung. Das Studio generierte Berichten zufolge 3 Milliarden $ an Vorbestellungen für GTA 6, was Gewerkschaftsvertreter direkt anführten, als sie argumentierten, dass das Unternehmen es sich leisten könne, die Forderungen der Mitarbeiter zu erfüllen.
Da GTA 6 auf den Launch zusteuert, rückt dieser Arbeitskonflikt Rockstar und die Muttergesellschaft Take-Two Interactive in ein Rampenlicht, das nicht so schnell verblassen wird. Wenn du über alles andere auf dem Laufenden bleiben willst, was für das Spiel vor der Veröffentlichung bestätigt wurde, bietet der GTA 6 Pre-Order Guide die neuesten Informationen zu Daten, Plattformen und Editionen.








