Secretlab hat bereits über 4.000.000 Stühle verkauft, die überwältigende Mehrheit davon an Gamer. Die Mitgründer der Marke lernten sich über Videospiele kennen. E-Sport-Partnerschaften und offiziell lizenzierte Game-Liveries sind zentraler Bestandteil ihrer Identität. Als Secretlab also den Atlas ankündigte – einen auf Produktivität ausgerichteten Stuhl, der bewusst mit der Gaming-Ästhetik bricht –, lautete die natürliche Frage nicht „Warum?“, sondern „Funktioniert er tatsächlich für die Leute, die ihn am Ende sowieso kaufen werden?“
Vier Tage intensives Hands-on-Testing legen nahe, dass die Antwort „Ja“ lauten könnte, und zwar auf eine Weise, die wichtiger ist, als es das Marketing-Copy vermuten lässt.
Der Atlas startet in den USA bei $499, was ihn zu einem deutlich zugänglicheren Einstiegspunkt macht als den Titan Evo. Allein dieser Preisunterschied wird viele Secretlab-Fans zum Kauf bewegen. Die interessantere Geschichte ist jedoch, was Secretlab unter der Oberfläche tatsächlich verändert hat und warum diese Änderungen ihn zum besseren Daily Driver für lange Gaming-Sessions machen könnten.

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Die Frage nach der Härte, die Secretlab seit Jahren begleitet
Hier ist der Punkt: Die Polsterung des Titan Evo ist schon länger ein Streitpunkt. Die Verarbeitungsqualität ist zwar exzellent und im Bereich der Gaming-Chairs wohl ungeschlagen, aber genau diese strukturelle Festigkeit kann nach mehreren Stunden zu einem Sitzgefühl führen, das sich unnachgiebig anfühlt. Der Rahmen gibt kaum nach, und selbst die NanoGen-Polsterung löst das nicht vollständig.
Der Atlas verwendet dasselbe hauseigene Polstermaterial wie der Titan Evo, aber die gesamte Konstruktion ist spürbar leichter. Die Rückenlehne ist höher und schlanker, mit einer integrierten Lendenwirbelkurve, die direkt in die Form eingearbeitet ist, anstatt sie nachträglich anzuschrauben. Die Sitzfläche ist tiefer positioniert, um eine ergonomischere Körperhaltung im unteren Bereich zu fördern. Zusammengenommen bedeuten diese Änderungen, dass die Polsterung weniger Schwerstarbeit leisten muss, und paradoxerweise fühlt sich die etwas dünnere Polsterung komfortabler an, weil die Geometrie des Stuhls einen größeren Teil der Arbeit übernimmt.
Die hier getestete Dune+-Farbvariante beinhaltet die NanoGen-Polsterung, die Premium-Stufe der Bezüge. Zum Vergleich: Die Standard-NanoGen-Edition des Titan Evo wurde bereits zuvor getestet und fühlte sich nach der gleichen Zeit nicht so einladend an wie der Atlas. Weniger Polsterung, besseres Design, mehr Komfort. Es klingt kontraintuitiv, bis man darin sitzt.
Armlehnen: größtenteils großartig, ein echter Frustfaktor
Die Armlehnen des Atlas hinterlassen einen der stärksten ersten Eindrücke. Die Höhenverstellung erfolgt über einen Hebel an der Außenseite. Rotation sowie die Vor- und Zurückbewegung funktionieren, indem man die Armlehne einfach in die gewünschte Position schiebt, bis sie einrastet. Was sie auszeichnet, ist, dass sie tatsächlich dort bleiben, wo man sie platziert hat, und gezielte Kraft erfordern, um sie neu zu positionieren, anstatt sich durch beiläufigen Druck während einer Session zu verschieben.
Die Oberfläche und die Polsterung fühlen sich hochwertig und gut verarbeitet an. Das Problem ist, dass Secretlab beim Atlas von 4D-Armlehnen (wie beim Titan Evo) auf 3D-Armlehnen gewechselt ist und die Möglichkeit entfernt hat, die Breite nach innen anzupassen. Für alle mit schmaleren Schultern führt dies dazu, dass die Armlehnen etwas zu weit außen sitzen, um eine vollständige Ellenbogenstütze zu bieten, ohne eine leichte Fehlhaltung zu erzwingen. Ein teilweises Eindrehen kompensiert dies zwar, ist aber keine vollständige Lösung.
Ergonomie-Expertin Dr. Lindsey Migliore, PMR-Ärztin und Gründerin von GamerDoc, die im Ergonomics Advisory Board von Secretlab sitzt, betonte beim Atlas-Reveal-Event die 90-90-90-Regel: 90-Grad-Winkel an Knien, Hüften und Ellenbogen. Das Problem mit der Armlehnenbreite steht für manche Körpertypen in direktem Widerspruch zu diesem Ziel. Es ist bisher der konkretste Design-Kompromiss des Atlas.
Was die Dune-Farbvariante mit einem Raum macht
Der Atlas wird ohne Zugriff auf die umfangreiche Bibliothek lizenzierter Farbvarianten von Secretlab ausgeliefert – ein echter Nachteil, wenn man bedenkt, wie viele Gamer die Marke teilweise wegen Designs kaufen, die an bestimmte Spiele oder Franchises gebunden sind. Der Atlas hat stattdessen seine eigene ästhetische Identität, und die Dune- sowie Dune+-Farbvarianten sind wirklich beeindruckend.
Der sandige, karamell-beige Ton hat eine ungewöhnliche Eigenschaft: Er wirkt neutral gegenüber schwarzen Setups, weißen Setups und holzfarbenen Schreibtischen gleichermaßen. Er absorbiert optisch die schärferen Winkel der Stuhlsilhouette, wodurch das Gesamtprofil weicher und durchdachter wirkt als bei einem Standard-Gaming-Stuhl. Für ein Home-Office, das gleichzeitig als Gaming-Space dient, ist es einer der optisch ansprechendsten Stühle, die derzeit zu jedem Preis erhältlich sind.
Das Fehlen lizenzierter Designs wird für manche ein Dealbreaker sein. Das ist eine legitime Position. Aber wenn du primär nach Komfort und Ästhetik statt nach Branding kaufst, überzeugt das eigene Farb-Lineup des Atlas auf ganzer Linie. Wenn du dein Setup über den Stuhl hinaus optimierst, decken unser Apex Legends Best Controller Settings Guide und andere Gaming-Guides den Rest deines Peripherie-Setups ab.
Nach vier Tagen: Der Atlas ist seinen Preis wert
Ein ordentlicher Stuhl-Review benötigt mindestens einen Monat Testzeit, um Probleme aufzudecken, die erst nach längerer Nutzung auftreten. Schmerzen, die sich langsam entwickeln, Polsterungen, die ungleichmäßig nachgeben, oder Verarbeitungsqualität, die sich erst durch wiederholte Anpassungen zeigt. Dieses Urteil steht noch aus.
Was vier Tage Testen jedoch bestätigen, ist, dass der Atlas vom ersten Tag an auf eine Weise komfortabel ist, wie es einige teurere Secretlab-Produkte nicht waren. Die leichtere Konstruktion, die ergonomische Geometrie und die integrierte Lendenwirbelstütze tragen alle zu einem Sitzgefühl bei, das sich weniger wie das Ausharren auf einem harten Gaming-Stuhl anfühlt, sondern eher wie echte Unterstützung. Die Breite der Armlehnen bleibt ein Punkt, den man im Auge behalten sollte, hat aber bisher noch kein echtes Unbehagen verursacht.
Mit einem Startpreis von $499 verlangt der Atlas weniger als der Titan Evo und liefert gleichzeitig ein verfeinertes tägliches Erlebnis. Das ist eine starke Ausgangslage, noch bevor der vollständige Review überhaupt geschrieben ist. Behalte unsere neuesten Reviews im Auge, um das komplette Fazit zu erhalten, sobald der Testzeitraum abgeschlossen ist.








