Sechshunderttausend Discs verließen jeden Tag das Sony-Werk im österreichischen Thalgau. Diese Zahl wird bald auf 60.000 sinken.
Sony Interactive Entertainment hat offiziell bestätigt, dass ab Januar 2028 die Produktion physischer Game-Discs für alle neuen PlayStation-Titel eingestellt wird. Die Ankündigung, übermittelt von Sid Shuman, Senior Director of Sony Interactive Entertainment Content Communications, zieht eine klare Grenze: Alles, was nach diesem Datum erscheint, wird als digitaler Download über den PlayStation Store oder als digitaler Code über Handelspartner vertrieben. Spiele, die vor 2028 veröffentlicht wurden, sind davon nicht betroffen.

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Der $35 Millionen Umbau ist bereits in vollem Gange
Dies ist kein Punkt auf einer Roadmap oder ein vager Zukunftsplan. Die Sony DADC (Digital Audio Disc Corporation) Anlage in Thalgau wird bereits umgerüstet. Eine Infrastrukturinvestition von rund $35 Millionen finanziert diesen Wandel, und die Produktionslinien werden derzeit physisch demontiert und neu aufgebaut.
PlayStation-Titel machen derzeit etwa 50 Prozent des täglichen Ausstoßes von 600.000 Discs aus. Bis 2028 wird die Gesamtproduktion auf 60.000 Discs pro Tag sinken, was einer Reduzierung um 90 Prozent entspricht. Die verbleibende Kapazität wird vermutlich den Legacy-Katalog und optische Medien außerhalb des Gaming-Bereichs abdecken.
Dietmar Tanzer, CEO von Sony DADC, bestätigte, dass den 300 Mitarbeitern des Werks keine Entlassungen drohen. Die Belegschaft wird umgeschult, um optische Mikrolinsen für Fahrzeugbeleuchtungssysteme, LiDAR-Sensoren und medizinische Geräte herzustellen. Es ist ein wirklich interessanter Pivot: Die Expertise für Präzisionsoptik, die in Blu-ray-Discs floss, lässt sich direkt auf Sensor-Komponenten der nächsten Generation übertragen.
Die Zahlen, die Sony diese Entscheidung leicht gemacht haben
Sony stellt dies als Reaktion auf das Konsumentenverhalten dar, und die Daten machen es schwer, dieses Argument zu entkräften. Im Geschäftsjahr 2025 machten digitale Downloads 80 Prozent der Verkäufe von Vollpreis-Software im gesamten PlayStation-Ökosystem aus. Zum Vergleich: 2013 machten digitale Käufe nur 13 Prozent der Verkäufe zur PS4-Launch-Ära aus. Das ist eine komplette Marktumkehr in etwa 12 Jahren.
Der Punkt ist: Die finanzielle Logik geht weit über die Vorlieben der Konsumenten hinaus. Der Verzicht auf physische Medien eliminiert die Kosten für die Blu-ray-Herstellung, den Druck von Covern, die Verpackung und den internationalen Frachtverkehr komplett. Ein rein digitaler Storefront beendet zudem Sonys Abhängigkeit von den Margen des stationären Einzelhandels. Die Sony-Aktie stieg nach der Ankündigung, wobei Analysten auf die erwarteten Margenverbesserungen als treibenden Faktor verwiesen.
Was Spieler hier tatsächlich verlieren
Die Reaktion der Investoren und die der Spieler verlaufen in völlig entgegengesetzte Richtungen.
Der Kernkonflikt ist rechtlicher Natur. Wenn Sie eine Disc kaufen, besitzen Sie ein physisches Objekt. Wenn Sie im PlayStation Store kaufen, erwerben Sie eine Lizenz für den Zugriff auf die Software, nicht die Software selbst. Diese Unterscheidung hat reale Konsequenzen:
- Der Wiederverkauf entfällt. Physische Discs können verkauft, getauscht oder verliehen werden. Digitale Lizenzen haben keinen Wiederverkaufswert, was den Gebrauchtspielemarkt für PlayStation faktisch beendet.
- Preissensible Märkte trifft es härter. In Regionen, in denen neue Triple-A-Titel im Verhältnis zum lokalen Einkommen sehr teuer sind, war der Gebrauchtmarkt historisch gesehen der primäre Weg für Spieler, erschwinglich an Games zu kommen.
- Die Bewahrung wird fragil. Wenn ein Publisher einen Titel aufgrund von Lizenzstreitigkeiten aus dem Store entfernt oder ein Account gesperrt wird, verschwindet das Spiel. Die Sorge der Konsumenten diesbezüglich erreichte im Juni 2026 einen Höhepunkt, als Sony 551 zuvor gekaufte Discovery-TV-Titel und Filme aus den aktiven Nutzerbibliotheken entfernte, was rechtliche Schritte und Kritik an der "Jetzt kaufen"-Terminologie der Plattform auslöste.
Frustrierte Spieler haben versucht, Boykotte zu organisieren, wobei Communities zur Kündigung von PlayStation Plus als Machtdemonstration aufrufen. Da die Fabrikhallen in Österreich bereits umgebaut werden, ist es unwahrscheinlich, dass dieser Druck den Kurs ändern wird.
Was dies für die PlayStation 6 bedeutet
Der Fertigungsumbau bewirkt mehr als nur das Ende der physischen Spieleproduktion. Er gibt die Hardware-Roadmap vor. Branchenanalysten haben darauf hingewiesen, dass eine rein digitale Software-Strategie am meisten Sinn ergibt, wenn sie mit Hardware ohne Disc-Laufwerk kombiniert wird – die Implikation ist, dass die PlayStation 6 komplett ohne optisches Laufwerk auf den Markt kommen wird.
Microsoft scheint sich mit seiner Xbox-Hardware der nächsten Generation in die gleiche Richtung zu bewegen. Wenn beide großen Plattformbetreiber gleichzeitig auf Discs verzichten, hört das Gaming-Regal im Einzelhandel, wie es heute existiert, auf, ein tragfähiges Format zu sein.
Für PS5-Spieler, die sich in der aktuellen Übergangsphase befinden, wird das Verständnis des Speichermanagements wichtiger denn je. Werfen Sie einen Blick auf den Saros Dateigrößen- und Pre-Load-Datum-Guide für einen praktischen Einblick, was die Verwaltung einer rein digitalen Bibliothek von Ihrem Konsolenspeicher erfordert. Für eine breitere Abdeckung des PS5-Ökosystems während seiner Entwicklung behandelt der Starfield PS5 Guide DualSense-Features, PS5 Pro-Modi und wie die digitale Zukunft der Plattform in der Praxis aussieht.
Die Disc ist noch nicht tot, aber die Fabrik, die sie hergestellt hat, wird bereits zu etwas anderem.








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