Fünf Jahre nahezu völliges Schweigen von Quantic Dream zu Star Wars: Eclipse wären für sich genommen schon besorgniserregend genug. Nimmt man einen Entwickler-Streik, geplante Entlassungen, die etwa ein Viertel des Studios betreffen, und ein Mobile Game hinzu, das bei 800 Spielern seinen Peak erreichte, bevor es eingestellt wurde, verdüstert sich das Bild erheblich.
Star Wars: Eclipse ist ein Adventure-Game, das während der Ära der Hohen Republik spielt – ein wirklich interessanter Teil des Star Wars-Universums, der in Spielen bisher kaum erkundet wurde. Quantic Dream, das in Paris ansässige Studio hinter Detroit: Become Human, Heavy Rain und Beyond: Two Souls, kündigte den Titel 2021 bei den The Game Awards mit einem CG-Concept-Trailer an, der zwar Atmosphäre bot, aber keinerlei Gameplay. Das war das letzte Mal, dass die Öffentlichkeit etwas Substanzielles darüber hörte.

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Ein Streik, um ein Zeichen zu setzen
Am 25. Juni traten die Entwickler von Quantic Dream in den Streik. Das Timing war bewusst gewählt: Es war genau der Tag, an dem Vertreter von Lucasfilm das Studio für einen Fortschrittsbericht zu Star Wars: Eclipse besuchen sollten. Die Entwickler stellten klar, dass die Aktion nicht dazu dienen sollte, das Projekt zu sabotieren. Das Argument war das Gegenteil. Die Belegschaft wollte, dass die 115 Personen, denen die Entlassung droht, stattdessen bei Eclipse eingesetzt werden, da das Team, das derzeit an dem Spiel arbeitet, bereits unterbesetzt ist und durch obligatorische Crunch-Überstunden belastet wird.
Der Punkt ist: Diese Einordnung ist wichtig. Dies war kein Walkout aus Protest gegen die Existenz des Spiels. Es war ein direkter Appell, das Projekt am Leben zu erhalten, indem man die Leute behält, die man tatsächlich braucht, um es fertigzustellen.
Das Problem mit Spellcasters Chronicles
Der unmittelbare Auslöser für die Entlassungen scheint das Scheitern von Spellcasters Chronicles zu sein, einem Mobile Game, das Quantic Dream im Early Access veröffentlichte und das bei etwa 800 gleichzeitigen Spielern auf Steam seinen Peak hatte, bevor das Studio im Juni die Einstellung bekannt gab. Das ist ein brutales Ergebnis für ein Studio, das versucht, sich über seine narrativen Konsolen-Wurzeln hinaus zu diversifizieren, und die Reaktion des Managements bestand darin, etwa 115 Mitarbeiter zu entlassen, anstatt den Verlust aufzufangen.
Was die meisten Spieler übersehen, ist, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Quantic Dream mit schwerer interner Kritik konfrontiert ist. Bereits 2018 tauchten Berichte über die Arbeitsbedingungen im Studio auf, darunter Vorwürfe wegen sexistischen und rassistischen Verhaltens, zwischen 15 und 35 Stunden erzwungener Überstunden pro Woche und gemeldete Verstöße gegen das französische Arbeitsrecht. Studio-Chef David Cage wies die Vorwürfe zurück, doch die Berichte blieben haften. Als Star Wars: Eclipse erstmals angekündigt wurde, forderte ein erheblicher Teil der Star Wars-Community Lucasfilm dazu auf, den Deal genau wegen dieser früheren Vorwürfe platzen zu lassen. Dieser Druck änderte damals nichts.
Wo NetEase hier ins Spiel kommt
Im Jahr 2022 wurde Quantic Dream von NetEase übernommen, dem chinesischen Publisher hinter Marvel Rivals, obwohl das Studio seitdem weitgehend unabhängig agiert hat. Die entscheidende Frage ist nun, ob NetEase mit einer nennenswerten finanziellen Unterstützung eingreift, um die Situation zu stabilisieren, oder ob Star Wars: Eclipse still und leise zu einem weiteren Opfer einer Branche wird, die Studios und Mitarbeiter in alarmierendem Tempo abbaut.
Der breitere Kontext macht es schwierig, dies als isolierten Vorfall abzutun. Bungie wurde massiv verkleinert. Studios wie Ninja Theory, Compulsion Games und Double Fine stehen bei Xbox Berichten zufolge auf wackeligen Beinen. Die Branche schrumpft, und Star Wars: Eclipse steckt mitten in diesem Druck.
Für Fans des Franchise, die sich auf ein Adventure-Game aus der Ära der Hohen Republik mit dem narrativen Renommee von Quantic Dream gefreut haben, ist die Situation frustrierend mitanzusehen. Das Konzept hatte echtes Potenzial. Ob es jemals die Ressourcen bekommt, um ein echtes Spiel zu werden, hängt von Entscheidungen ab, die genau jetzt getroffen werden – in einem Studio, dessen Belegschaft gerade die Arbeit niedergelegt hat, um ein Zeichen zu setzen.
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