Wenn du schon immer mal Sledge, Ash und Nøkk befehligen wolltest, ohne dass ein anderer Spieler sie gegen eine Wand laufen lässt, dann hat Ubisoft gerade dein Spiel angekündigt. Rainbow Six Tactics wurde überraschend während der Gamescom Opening Night Live am 25. August 2026 enthüllt und ist so weit von Tom Clancy's Rainbow Six Siege X entfernt, wie es nur geht, während man dieselben Operator verwendet.
Es handelt sich um ein rundenbasiertes Taktikspiel für Einzelspieler. Kein Live-Service. Kein In-Game-Store. Kein Battle Pass. Einfach nur eine Kampagne.
Was Ubisoft tatsächlich angekündigt hat
Rainbow Six Tactics wird von Ubisoft Paris entwickelt, mit einem Team, das Veteranen von Mario + Rabbids, Ghost Recon und diversen anderen Ubisoft-Projekten umfasst. Das Spiel versetzt dich in das Kommando einer neu formierten Rainbow-Einheit, bei der du Operator durch handgefertigte Missionen an Schauplätzen auf der ganzen Welt führst – von antiken Ruinen in Ägypten bis hin zu Hochsicherheitsgefängnissen in Dänemark.
Du wählst 4 Operator aus einem Roster von 15, die alle direkt aus Siege stammen. Das bestätigte Lineup umfasst Nøkk, Glaz, Ash, Doc, Montagne, Sledge und Twitch, weitere werden noch enthüllt. Jeder Operator übernimmt seine Gadgets und seine Rollenidentität aus Siege, übersetzt in rundenbasierte Mechaniken.
Die Story dreht sich um Paul "Six" Bishop, den Commander und Protagonisten aus Rainbow Six Vegas (2006) und Vegas 2 (2008). Lore-technisch spielt die Geschichte in der Lücke zwischen Year 10 und Year 11 von Siege, und Ubisoft gibt an, dass das Skript in Zusammenarbeit mit dem Lore-Team von Siege geschrieben wurde. Das ist ein bedeutendes Detail. Es bedeutet, dass Tactics nicht nur die Ästhetik übernimmt, sondern fest im selben Kanon verankert sein soll.
Wie sich die Missionen spielen
Die Struktur geht über das bloße Bewegen von Einheiten auf einem Grid hinaus. Jede Mission hat eine Breach-Phase, in der du vorab planst, wie deine Operator gleichzeitig die Map betreten, und Tür-Kicks sowie Wanddurchbrüche koordinierst, bevor sich die Action entfaltet. Zerstörbare Umgebungen sind eine Kernmechanik, kein bloßes optisches Beiwerk. Mit Aufklärungsdrohnen kannst du das Gebiet ausspähen, bevor du zuschlägst, und du kannst Wände sprengen, um neue Sichtlinien zu schaffen oder Gegnern die Deckung zu entziehen.
Die Zieltypen variieren über die 50+ Missionen hinweg: Bombenentschärfung, VIP-Extraktion, Geiselbefreiung und die Eliminierung von High-Value-Targets kommen alle vor. Die Maps sind handgefertigt statt prozedural generiert, was darauf hindeutet, dass Ubisoft gezieltes Design der künstlichen Streckung der Wiederspielbarkeit vorzieht.
Zwischen den Missionen verwaltest du ein Hauptquartier. Operator können verletzt werden und benötigen Erholungszeit, Ausrüstung kann verbessert und Skilltrees können entwickelt werden. Abteilungen im HQ schalten im Spielverlauf neue Ausrüstung und Support-Fähigkeiten frei. Das ist näher am Base-Management-Loop von XCOM als alles, was Siege-Spieler gewohnt sind.
Das Versprechen zur Monetarisierung
Hier ist der Punkt, der für viele Spieler am wichtigsten sein dürfte: Ubisoft hat explizit erklärt, dass Rainbow Six Tactics keinen In-Game-Store und keine Live-Service-Struktur haben wird. Du kaufst das Spiel, du spielst das Spiel.
Dies steht in direktem Kontrast zu der Kontroverse um Assassin's Creed Black Flag Resynced, das für die Einbindung optionaler Mikrotransaktionen in einem Vollpreistitel kritisiert wurde. Ubisoft scheint mit Tactics ein bewusstes Zeichen zu setzen und positioniert es als sauberes Einmal-Kauf-Erlebnis.
Ob dieses Versprechen bis zum Launch 2027 hält, bleibt abzuwarten. Aber die Ankündigung ist unmissverständlich.
Tactics vs. Siege: Zwei sehr verschiedene Spiele, ein gemeinsames Roster
Es ist wichtig, klarzustellen, was Rainbow Six Tactics nicht ist. Es ersetzt oder konkurriert nicht mit Siege. Die beiden Spiele teilen sich Operator und Lore, zielen aber auf völlig unterschiedliche Spielstile ab. Siege ist ein kompetitiver Shooter, der auf 5v5-Multiplayer ausgelegt ist. Tactics ist eine langsame, bedachte Einzelspieler-Kampagne.
Für Siege-Spieler, die noch nie mit der Story-Seite der Reihe in Berührung gekommen sind, könnte Tactics ein interessanter Einstieg in die Lore sein. Für Spieler, die an der steilen Multiplayer-Lernkurve von Siege gescheitert sind, bietet Tactics dieselbe Operator-Fantasie ohne den kompetitiven Druck.
Das Studio dahinter und was das bedeutet
Ubisoft Paris übernimmt die Entwicklung. Der Hintergrund des Teams ist ausgesprochen vielfältig: Die Erfahrung mit Mario + Rabbids bringt die DNA für rundenbasierte Taktik mit, Ghost-Recon-Veteranen wissen, wie man das Design militärischer Operator handhabt, und das breitere Team hat Credits bei Just Dance, Rayman, Skull and Bones sowie Star Wars Outlaws. Das ist eine durchwachsene Erfolgsbilanz, aber die Mario + Rabbids-Verbindung ist hier das relevanteste Signal. Diese Spiele haben die Erwartungen an rundenbasierte Taktik weit übertroffen, und dieses institutionelle Wissen im Haus zu haben, ist ein gutes Zeichen.
Die Zusammenarbeit mit dem Lore-Team von Siege deutet zudem darauf hin, dass dies kein Nebenprojekt ist, das einem Rumpfteam überlassen wurde. Ubisoft behandelt Tactics als ein Spiel, das sich nahtlos in die Kontinuität der Reihe einfügen muss.
Wie es weitergeht
Rainbow Six Tactics erscheint 2027 für PS5, Xbox Series X/S und PC. Ein genaues Release-Fenster innerhalb von 2027 wurde noch nicht genannt. Erwarte im Laufe des Jahres weitere Operator-Enthüllungen und Details zu den Missionen.
Für Siege-Spieler, die in der Zwischenzeit am Live-Spiel dranbleiben: Unsere Rainbow Six Siege X Strategy-Guides decken alles ab, von Operator-Fähigkeiten bis hin zu den neuesten saisonalen Inhalten, während du auf die Ankunft von Tactics wartest.








