Die Woche bis zum 19. April hatte auf dem Papier einen klaren Favoriten. Capcoms Pragmata, ein Sci-Fi-Third-Person-Shooter, der an die siebte Konsolengeneration erinnert und jahrelang in der Entwicklung war, galt als der mit Abstand wichtigste neue Release. Dann tauchte Windrose auf.
Das Koop-Piraten-Survival-Game startete am 14. April in den Early Access, nachdem das Release-Datum erst eine Woche zuvor ohne große Vorlaufzeit angekündigt wurde. Das spielte keine Rolle. Windrose verkaufte sich in sechs Tagen 1 Million Mal, erreichte einen Peak von 222,134 gleichzeitigen Spielern und ist derzeit nach Umsatz das zweitbestverkaufte Spiel auf Steam, direkt hinter Counter-Strike 2.
So sehen die Top-Seller der Woche tatsächlich aus
Hier ist der aktuelle Stand der Steam-Echtzeit-Charts. Steam veröffentlicht keine rohen Verkaufszahlen, daher spiegeln diese Rankings den Umsatz wider und nicht die verkauften Einheiten. Dieser Snapshot entstand zudem vor der offiziellen Veröffentlichung der wöchentlichen Top-Seller-Liste am Dienstag.
Für einen direkten Vergleich liefern die SteamDB-Daten zu den gleichzeitigen Spielern (Peak Concurrent Players) das deutlichste Bild der drei größten Neuerscheinungen dieser Woche.
Was die Zahlen von Windrose wirklich bedeuten
Dass Pragmata einen Peak von 68,689 gleichzeitigen Spielern erreicht hat, ist für ein $59.99 teures Singleplayer-Actionspiel eines großen Publishers kein schlechtes Ergebnis. Der entscheidende Punkt ist der Kontext: Windrose ist ein Early-Access-Survival-Game für $26.99 und konnte allein auf dem PC mehr als dreimal so viele gleichzeitige Spieler anziehen.
Zum Vergleich: Marathon, der Extraction-Shooter von Bungie, der als Live-Service-Titel mit der vollen Marketing-Power von PlayStation an den Start ging, erreichte einen Allzeit-Peak von 88,337 gleichzeitigen Spielern. Windrose liegt bereits bei über 220,000.
Der Hunger nach einem gut umgesetzten Piraten-Survival-Game ist seit Jahren offensichtlich. Sea of Thieves hat sich eine treue Fanbase aufgebaut, konnte die Survival-Community aber nie vollständig zufriedenstellen. Skull & Bones startete mit weit verbreiteter Enttäuschung. Windrose füllte diese Lücke für $26.99 mit Koop-Survival-Mechaniken und einer Spielerbasis, die lange auf einen solchen Titel gewartet hatte.
Die weiteren bemerkenswerten Entwicklungen der Woche
Abseits der großen Highlights sind einige weitere Titel erwähnenswert. Die Vorbestellungen für Forza Horizon 6 haben die Marke von 500,000 Einheiten überschritten, was auf eine starke Dynamik vor dem Release hindeutet. Road to Vostok, ein finnischer Indie-Extraction-Shooter, war zwischen dem 7. und 14. April das zwölft bestverkaufte Spiel auf Steam, ist jedoch inzwischen auf Platz 43 abgerutscht, da die größeren Releases der Woche die Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Dass Mouse: P.I. For Hire mit 13,755 gleichzeitigen Spielern auf Platz 4 der Gesamtumsatz-Charts landet, ist für einen $29.99 teuren Indie-Titel durchaus beeindruckend. Es belegt zudem den fünften Platz in den Neuerscheinungs-Charts der Woche und schlägt sich damit beachtlich gegen deutlich größere Produktionen.
Was die meisten Spieler in solchen Wochen übersehen, ist, wie schnell sich das Narrativ über den Erfolg eines Spiels in den ersten Tagen festsetzt. Pragmata hat nach vernünftigen Maßstäben keine Probleme, aber das Framing, es habe "gegen die Piraten verloren", wird dem Titel dennoch anhaften. Das vollständige Bild, inklusive Multiplattform-Verkäufen und dem "Long Tail" eines polierten Singleplayer-Titels von Capcom, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
Für die vollständige Übersicht, was diese Woche sonst noch auf Steam erschienen ist, durchstöbern Sie unsere Gaming-News, um bei jedem Release auf dem Laufenden zu bleiben, der Ihre Aufmerksamkeit verdient. Wenn Sie tiefergehenden Kontext dazu suchen, wie sich Pragmata als Spiel schlägt, finden Sie in unseren neuesten Reviews alle Antworten.







