Nur wenige Spiele haben das moderne Gaming so geprägt wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Ursprünglich als Wii U-Exklusivtitel für 2015 geplant, verschoben Entwicklungsverzögerungen den Launch auf Anfang 2017 und brachten das Spiel auf Nintendos neue Konsole. Was als Schwanengesang der Wii U gedacht war, wurde stattdessen zum Killer-App der Switch und veränderte die Entwicklung sowohl des Spiels als auch der Nintendo-Hardware grundlegend. Diese zeitliche Verschiebung zeigt, wie Release-Fenster nicht nur die Rezeption eines Spiels, sondern dessen gesamte Identität und Legacy neu definieren können.
The Legend of Zelda
The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist ein 2017 erschienenes Action-Adventure, das von Nintendo für die Nintendo Switch und Wii U entwickelt und veröffentlicht wurde. Die Spieler steuern einen an Amnesie leidenden Link, der Prinzessin Zelda retten und Calamity Ganon davon abhalten muss, die Welt zu vernichten. Das Spiel ist am Ende der Zelda-Timeline angesiedelt.
Die Wii U-Version von Breath of the Wild
Breath of the Wild erschien am selben Tag für die Wii U wie für die Switch, wurde von Nintendo jedoch kaum beachtet. Die Wii U-Version erhielt so gut wie kein Marketing und wurde von der neuen Hardware komplett in den Schatten gestellt. Das Kernspiel bleibt auf beiden Plattformen identisch – gleiche Story, gleiche Mechaniken, das gleiche weitläufige Hyrule. Doch die alternde Hardware der Wii U stößt sofort an ihre Grenzen, sobald man zu spielen beginnt.
Die Performance auf der Wii U ist funktional, aber holprig. Die Auflösung sinkt spürbar, die Framerate ruckelt bei Kämpfen gegen Gruppen von Bokoblins, und anspruchsvolle Gebiete wie Kakariko Village haben Mühe, die Stabilität zu halten. Diese technischen Probleme machen das Spiel zwar nicht unspielbar, erinnern einen aber ständig daran, dass man auf Hardware spielt, die der Aufgabe nicht ganz gewachsen war. Die Switch-Version läuft sauberer, sieht schärfer aus und bietet durchgehend ein flüssigeres Gameplay. Die Kluft zwischen den beiden Versionen lässt die Wii U-Fassung eher wie einen Kompromiss als wie die beabsichtigte Erfahrung wirken.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild
Der Verlust der Dual-Screen-Funktionalität der Wii U
Das GamePad der Wii U sollte eigentlich eine zentrale Rolle in Breath of the Wild spielen. Frühe Demos zeigten Inventar-Management und Kartenansichten auf dem Touchscreen und nutzten das zweite Display auf eine Weise, die sich für die Hardware natürlich anfühlte. Nichts davon schaffte es in das finale Spiel. Nintendo strich die Dual-Screen-Features, um beide Versionen identisch zu halten, und Director Hidemaro Fujibayashi erklärte später, dass es sich störend anfühle, wenn Spieler den Blick vom Hauptbildschirm abwenden müssten. Das GamePad bot letztlich kaum besondere Funktionen.
Das Streichen dieser Features war zwar praktisch, löschte aber das aus, was die Wii U-Version zu einer besonders markanten Fassung eines großen Spiels hätte machen können. Links Inventar auf dem GamePad zu verwalten oder die Karte ohne Pause-Menü zu prüfen, hätte das Hardware-Design gerechtfertigt. Stattdessen spielt sich die Wii U-Version exakt wie die Switch-Version, nur schlechter. Zum Zeitpunkt des Releases war die Wii U bereits eine tote Plattform, daher fiel das verlorene Potenzial kaum ins Gewicht.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild
Der Einfluss der Wii U auf die Switch
Die Wii U war kommerziell ein Misserfolg, aber ihre Ideen prägten die Switch direkt. Das Konzept des GamePads – auf dem Fernseher spielen und dann auf einen Handheld-Bildschirm wechseln – war auf der Wii U klobig und nur halb umgesetzt. Die Switch verfeinerte dieses Konzept zu etwas Nahtlosem und Tragbarem. Die Grundidee war schon immer da; Nintendo brauchte nur eine bessere Umsetzung und Hardware, die die Leute tatsächlich kaufen wollten.
Breath of the Wild auf dem GamePad in einem Raum zu spielen und dann die Switch im Handheld-Modus in einem anderen in die Hand zu nehmen, zeigt, wie die beiden Konsolen miteinander verbunden sind. Die Wii U testete das Hybrid-Konzept auf begrenzte Weise. Die Switch machte es praxistauglich. Das Scheitern der Wii U lehrte Nintendo, was man nicht tun sollte, und der Erfolg der Switch bewies, dass sie die richtigen Lehren daraus gezogen haben.
Ein Rückblick auf Nintendos Legacy
Breath of the Wild auf der Wii U ist eine Fußnote. Das Spiel sollte der krönende Abschluss des Systems sein, kam aber zu spät und auf der falschen Hardware. Die Wii U-Version existiert als Erinnerung daran, was hätte sein können – eine Konsole mit wahrhaft innovativen Ideen, die nie ein Publikum fand. Die Switch-Version wurde zur definitiven Art, das Spiel zu erleben, und verkaufte sich über 32 Millionen Mal im Vergleich zu 1.7 Millionen auf der Wii U.
Breath of the Wild heute auf der Wii U zu spielen, fühlt sich an wie das Betrachten eines Prototyps von etwas Besserem. Die Konsole war ihrer Zeit konzeptionell voraus, aber in der Umsetzung hinten dran. Nintendo nahm alles, was sie aus den Fehlern der Wii U gelernt hatten, und machte die Switch zu einer ihrer erfolgreichsten Plattformen überhaupt. Breath of the Wild florierte durch diesen Erfolg, aber die Wii U-Version bleibt ein stilles Zeugnis für eine Konsole, die etwas Neues wagte und den Sprung nicht ganz schaffte.









