Arma Reforger startete 2022 in einem schwierigen Zustand in den Early Access. Es dauerte weit über ein Jahr, bis Bohemia Interactive das Spiel stabilisieren konnte, interne Prozesse umstellte, die Handhabung der neuen Engine überdachte und das Vertrauen einer Community zurückgewann, die die Serie bereits seit zwei Jahrzehnten spielt. Das Spiel erholte sich, doch ein Problem blieb bestehen: Es gibt keinerlei Single-Player-Inhalte. Für ein Franchise, das seinen Ruf auf ausufernden Solo-Kampagnen und einem mächtigen Mission-Editor aufgebaut hat, schmerzte dieses Fehlen.
Auf der diesjährigen Gamescom Dev sprach Bohemia Interactive Executive Producer Natalia Agafonova das Thema endlich direkt an.
Warum Arma Reforger komplett auf Solo-Play verzichtete
Agafonova äußerte sich klar zu den Beweggründen. Arma Reforger war nie als das Komplettpaket gedacht. Es war ein Sprungbrett, eine Möglichkeit, die neue Engine unter realen Bedingungen einem Stresstest zu unterziehen, bevor man sich auf ein vollwertiges Sequel festlegt. Um dies innerhalb eines realistischen Entwicklungszeitraums zu erreichen, musste das Team den Umfang reduzieren.
"Arma besteht aus vier Säulen: Multiplayer, Single-Player, der Editor und Modding", erklärte sie während der Q&A-Runde auf der Gamescom Dev. "Diese vier Dinge sind eine Menge, und bei der Entwicklung der Engine haben wir uns für Arma Reforger auf das konzentriert, was den größten technologischen Fortschritt erforderte, nur um die Engine zu testen. Wir haben uns also auf Modding-Fähigkeiten und Multiplayer fokussiert, während der Editor und der Single-Player für den nächsten großen Ableger, Arma 4, aufgehoben wurden."
Die Sache ist die: Im Nachhinein ergibt diese Einordnung Sinn. Arma Reforger war immer ein öffentlicher Engine-Test mit einem darauf aufbauenden Spiel, kein Ersatz für die Hauptreihe. Das Problem war, dass dies zum Launch nicht klar genug kommuniziert wurde, was ein Grund dafür ist, warum die erste Resonanz so harsch ausfiel.
Was Agafonova tatsächlich für Arma 4 versprach
Die Frage, die diese Antwort provozierte, kam von einem Zuschauer, der angab, Arma seit dem Start der Serie vor über 20 Jahren zu spielen, Reforger aber wegen der fehlenden Solo-Inhalte komplett ignoriert zu haben. Ein Gefühl, das bei anderen im Raum deutlich Anklang fand.
Agafonovas Antwort war kurz, aber direkt: "Bleibt dran, wir erinnern uns an unsere volle DNA, und Arma 4 kommt."
Das ist keine Feature-Liste oder ein Release-Zeitraum. Aber es ist ein klares Eingeständnis, dass Single-Player, der Mission-Editor und voller Modding-Support für Arma 4 wieder auf dem Tisch liegen. Da Bohemia Reforger bewusst als Treppe zum nächsten großen Release positioniert hat, impliziert dies, dass in Arma 4 alle vier Säulen des Franchise wieder zusammengeführt werden.
Die Lücke für Solo-Spieler in modernen Milsims
Das Timing dieser Ankündigung ist entscheidend. PvE-Inhalte sind zu einem wichtigen Gesprächsthema im Bereich der Action-Spiele geworden. Titel, die nur mit Multiplayer starten, stehen zunehmend unter Druck durch Spieler, die eine Solo- oder Koop-Erfahrung wollen, die nicht von Server-Populationen oder Matchmaking-Queues abhängt. Die historische Stärke von Arma war schon immer, dass es beides konnte, manchmal sogar gleichzeitig durch den Editor.
Die Multiplayer-Community von Arma Reforger ist aktiv, aber das Solo-Publikum, das mit Operation Flashpoint und der ursprünglichen Arma-Trilogie aufgewachsen ist, hat bisher an der Seitenlinie gewartet. Agafonovas Kommentare deuten darauf hin, dass Bohemia genau weiß, wer diese Spieler sind und was sie wollen.
Für ein Franchise, das schon immer stark auf von der Community erstellte Missionen und Mods gesetzt hat, ist die Wiederherstellung des Editors wohl genauso wichtig wie die Kampagne selbst. Beides ist miteinander verbunden. Single-Player-Inhalte in Arma basierten historisch gesehen genauso sehr auf dem, was die Community baut, wie auf dem, was der Entwickler ausliefert.
Wenn du ein Gefühl für die Art von Solo- und Open-World-Design bekommen möchtest, das die Arma-Serie über die Jahre beeinflusst hat, bietet die Far Cry 4-Seite einen soliden Einblick, wie Open-World-Action-Spiele unterschiedlich mit Spielerfreiheit umgehen. Das Stöbern in Gaming-Guides kann dir ebenfalls helfen, dich mit Milsim-Mechaniken vertraut zu machen, während sich Arma 4 noch in der Entwicklung befindet.
Bohemia hat noch keinen Release-Zeitraum für Arma 4 festgelegt, aber da Reforger nun stabil läuft und die Engine bewährt ist, muss das Entwicklerteam keine Brände mehr löschen. Das ist das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass das nächste Kapitel tatsächlich voranschreitet.









