Ein Preisschild von sechs Dollar hat gerade das geschafft, wozu jahrelange Community-Revival-Bemühungen nicht in der Lage waren: die Lobbys von Call of Duty: Modern Warfare bis zum Rand zu füllen.
Im Rahmen des Steam Spring Sale erhielt Call of Duty: Modern Warfare (2019) zum ersten Mal überhaupt auf Valves Plattform einen Rabatt von 90%, wodurch der Preis auf nur $5.99 sank. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem bisherigen Tiefststand von $19.79, und das COD-Franchise ist dafür berüchtigt, ältere Titel auf Steam preislich hoch zu halten. Wie sich herausstellt, haben die Spieler nur auf den richtigen Moment gewartet.
Von 800 Spielern auf 52.000 über Nacht
Die Zahlen erzählen die ganze Geschichte.Modern Warfare hatte vor dem Sale durchschnittlich zwischen 200 und 800 gleichzeitige Spieler. Das ist die Art von Tröpfeln, die man von einem sieben Jahre alten Shooter erwartet, der exklusiv auf Battle.net startete und erst im März 2023 auf Steam erschien.
Der Rabatt hat alles verändert. Die Zahl der gleichzeitigen Spieler innerhalb von 24 Stunden stieg auf 52,183, was gleichzeitig den Allzeit-Rekord auf der Plattform darstellt. Zum Vergleich: Der bisherige Allzeit-Höchstwert lag bei nur 3,581 – eine Zahl, die mehr Sinn ergibt, wenn man bedenkt, dass das Spiel die ersten Jahre komplett abseits von Steam verbrachte.
Hier ist der Punkt: Die Zahl von 52,183 ist nicht nur isoliert betrachtet beeindruckend. Die Call of Duty app auf Steam, die zum Starten der meisten modernen COD-Titel inklusive Black Ops 7 und Warzone verwendet wird, verzeichnete im selben Zeitraum einen 24-Stunden-Höchstwert von nur 41,230 gleichzeitigen Spielern. Ein rabattiertes, sieben Jahre altes Spiel hat das aktuelle Live-Service-Ökosystem auf Steam überholt. Das ist eine Statistik, über die man nachdenken sollte.
Infinity Ward hat es bemerkt und schnell reagiert
Der Entwickler ließ das Momentum nicht ungenutzt verstreichen. Infinity Ward postete auf X und bestätigte, dass am Wochenende Double XP in Modern Warfare aktiv sein würden. Ein kluger Schachzug: Neue Spieler, die während eines Sales einströmen, sind genau die Zielgruppe, die man mit schnellerem Fortschritt belohnen möchte, und es hält die Lobbys lange genug lebendig, damit die Leute tatsächlich am Ball bleiben.
Dies bildet auch einen Kontrast zu früheren Versuchen, Spieler zurückzuholen. Die Modern Warfare-Community hat in der Vergangenheit spielergesteuerte Revival-Wochen organisiert, aber keine davon generierte auch nur annähernd so viel Traffic. Eine gut getimte Preissenkung ist, wie sich zeigt, weitaus effektiver als reiner Enthusiasmus an der Basis.
Was das über den aktuellen Moment von COD aussagt
Das Timing ist interessant. Activision hat den nächsten Call of Duty-Titel noch nicht offiziell angekündigt, obwohl prominente Gerüchte auf Modern Warfare 4 hindeuten, das Berichten zufolge in Korea spielen soll. Der Publisher hat zudem eine breitere Verschiebung seiner Release-Strategie signalisiert; Activision kündigte bereits an, keine aufeinanderfolgenden Modern Warfare- oder Black Ops-Releases mehr durchzuführen, um jedem Eintrag mehr Raum zur Entfaltung zu geben.
Vor diesem Hintergrund fühlt es sich wie eine Botschaft der Community an, wenn der 2019er-Eintrag plötzlich die Steam-Spielerzahlen dominiert. Der Schlüssel liegt darin, dass Modern Warfare nie unbeliebt war, es war auf Steam nur die meiste Zeit über preislich unerreichbar. Senkt man die Barriere, war die Nachfrage schon immer da.
Mit einem potenziellen Modern Warfare 4 am Horizont und einem Franchise, das seinen Release-Rhythmus aktiv überdenkt, hätte die Nostalgiewelle, die derzeit über die Steam-Lobbys schwappt, für Activision und Infinity Ward nicht zu einem besseren Zeitpunkt kommen können. Behalte im Auge, was Activision als Nächstes ankündigt, denn der Appetit auf diese Sub-Serie ist eindeutig nicht verflogen. Schau dir unbedingt mehr an:








