Don't Nod kündigt Umstrukturierung an: Erneute Entlassungen drohen

Das französische Studio Don't Nod leitet aufgrund finanzieller Schwierigkeiten eine Umstrukturierung ein, die voraussichtlich zu weiteren Entlassungen führen wird.

Eliza Crichton-Stuart

Eliza Crichton-Stuart

Aktualisiert

Werbung
Life is Strange and Aphelion studio Don't Nod probably facing layoffs  again, as it announces ominous-sounding "transformation initiative" |  Eurogamer.net

Die Warnsignale haben sich über Monate hinweg verdichtet. Bereits im Juni gab Don't Nod bekannt, dass das Unternehmen gefährlich nahe an einer Zahlungsunfähigkeit steht, nachdem Aphelion, das im April veröffentlichte Weltraum-Action-Adventure, kommerziell hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Nun hat der französische Entwickler hinter Life is Strange eine offizielle Ankündigung veröffentlicht, die stark auf eine weitere Entlassungswelle hindeutet.

Was die Ankündigung tatsächlich besagt

Die Pressemitteilung des Studios ist in ihrer Wortwahl vorsichtig, aber die Absicht ist klar erkennbar. Don't Nod erklärt, man „begibt sich auf ein Transformationsprogramm“ als Reaktion auf „tiefgreifende Veränderungen der wirtschaftlichen Bedingungen in der Videospielindustrie und deren Finanzierung, gepaart mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Kennzahlen der Gruppe“. Das Unternehmen gibt an, sein „Betriebsmodell anpassen“ zu müssen.

Der Punkt ist: Die Ankündigung verwendet das Wort Entlassungen kein einziges Mal. Erwähnt wird jedoch ein für Donnerstag, den 3. September 2026, geplantes Treffen mit den Arbeitnehmervertretungen des Unternehmens. Dieses Treffen leitet das „Informations- und Konsultationsverfahren mit dem Sozial- und Wirtschaftsausschuss (CSE) vor der möglichen Umsetzung eines Beschäftigungssicherungsplans“ ein. Das Studio bestätigte zudem, dass es Verhandlungen mit der Gewerkschaft aufgenommen hat, die die Mitarbeiter vertritt.

Im französischen Arbeitsrecht ist ein „Beschäftigungssicherungsplan“ (plan de sauvegarde de l'emploi) der formelle rechtliche Mechanismus, der greift, wenn ein Unternehmen umfangreiche Stellenstreichungen vornimmt. Die Sprache ist hier zwar unternehmerisch und prozedural, aber die Richtung ist unmissverständlich.

Im Anschluss an das Treffen am 3. September hat Don't Nod zugesichert, „die Schlüsselelemente und nächsten Schritte des Transformationsplans“ nach Börsenschluss an diesem Tag dem Markt offenzulegen.

Ein Studio, das diese Situation kennt

Don't Nod ist mit dieser Art von Turbulenzen vertraut. Vor etwa einem Jahr baute das Studio Personal in seinem Büro in Montreal, Kanada, ab – eine schmerzhafte Runde, die auf die durchwachsene kommerzielle Performance mehrerer Projekte folgte. Das Studio hinter Vampyr, Banishers: Ghosts of New Eden und Jusant hat konsequent Spiele mit echter kreativer Ambition produziert, doch diese Ambition ließ sich nur schwer in finanzielle Stabilität ummünzen.

Aphelion sollte diesen Trend umkehren. Das Spiel begleitete zwei Astronauten auf der Flucht über einen Planeten namens Persephone, wobei jeder Charakter einen eigenen Gameplay-Stil bot. Es startete im April im Game Pass, was die Zugänglichkeit erhöhte, doch die mittelmäßige Kritik und die offensichtlich schwachen Verkaufszahlen brachten das Studio fast unmittelbar wieder in eine schwierige Lage.

Was dies für den langfristigen Output des Studios bedeutet, ist völlig ungewiss. Don't Nod hat sich seinen Ruf mit narrativen Spielen mit emotionalem Tiefgang erarbeitet, und die Life is Strange-Reihe bleibt das bekannteste Franchise. Ob eine schlankere Version des Studios weiterhin Spiele in diesem Umfang produzieren kann oder ob man auf kleinere Projekte schwenkt, hängt maßgeblich davon ab, was die Ankündigung vom 3. September konkret enthält.

Der breitere Branchenkontext

Dies geschieht nicht isoliert. Die Spieleindustrie durchlebt eine lang anhaltende Phase der Konsolidierung, in der Studios jeder Größe im Laufe des Jahres 2025 und bis ins Jahr 2026 hinein Stellenstreichungen ankündigen. Die Herausforderung für mittelgroße unabhängige Entwickler wie Don't Nod ist besonders gravierend: Sie agieren ohne das Sicherheitsnetz der Bilanz eines großen Publishers, konkurrieren aber bei der Aufmerksamkeit der Spieler mit Titeln, deren Budgets um ein Vielfaches höher sind.

Der entscheidende Punkt ist, dass Don't Nod börsennotiert ist, was regulatorische Verpflichtungen zur Offenlegung wesentlicher geschäftlicher Veränderungen mit sich bringt. Deshalb ist die Sprache so formell und der Zeitplan so spezifisch. Es bedeutet auch, dass die Offenlegung am 3. September detailliert genug sein wird, um ein klareres Bild von der Zukunft des Studios zu zeichnen.

Für Spieler, denen das Life is Strange-Franchise und der gesamte Katalog von Don't Nod am Herzen liegen: Die Adaption für Amazon Prime Video befindet sich weiterhin in der Entwicklung (weitere Details finden sich im Life is Strange TV-Serien-Guide). Die Spiele selbst bleiben erhalten. Aber das Studio, das sie erschaffen hat, steht vor einem wirklich schwierigen Moment, und die Ankündigung am Donnerstag wird vieles darüber bestimmen, wie es weitergeht. Behalten Sie die vollständige Life is Strange-Guide-Sammlung für Updates im Auge, während sich die Situation entwickelt.

Ankündigungen

aktualisiert

September 2. 2026

veröffentlicht

September 2. 2026

Werbung

Verwandte Nachrichten