Sony gab letzte Woche bekannt, dass die groß angelegte Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele im Januar 2028 eingestellt wird. Die Nachricht schlug in der gesamten Branche hohe Wellen und löste eine Debatte über Game Preservation, Konsolenstrategie und darüber aus, wie die PlayStation 6-Ära für Spieler aussieht, die weiterhin physische Versionen kaufen. Doch für die Betreiber von Games-Stores im stationären Einzelhandel war dies keine Debatte. Es war eine Abrechnung.

Sichern Sie sich 1 Monat GTA+ Abonnement mit Ihrer Vorbestellung.
GTA 6 jetzt vorbestellen
Der Gebrauchtspiele-Motor stotterte bereits
Das Problem beim physischen Spielehandel ist: Es ging nie wirklich um Neuerscheinungen. Die Margen bei neuen Spielen sind für Händler bekanntlich extrem gering. Das wahre Geld wurde schon immer mit gebrauchten Spielen, Inzahlungnahmen und Second-Hand-Beständen verdient. Das ist der Motor, der spezialisierte Stores am Leben gehalten hat.
Rhys Elliot von Alinea Analytics bezeichnete Sonys Ankündigung als „Hammerschlag für den Spielehandel“ und beschrieb den Gebrauchtmarkt als „einen der rostigen Motoren, die spezialisierte Händler am Leben erhalten“. Er muss es wissen. Elliot arbeitete zwischen 2006 und 2013 bei GAME in Großbritannien, wo das Erreichen von Verkaufszielen für gebrauchte Spiele wöchentliche Realität durch die Firmenzentrale war.
Dieser Motor, sagt er, stottert schon seit Jahren. GAME hat die Annahme von Inzahlungnahmen bereits eingestellt. CEX, einst eine feste Größe in britischen Einkaufsstraßen, hat sich drastisch verkleinert. Und jetzt, da Sony den physischen Stecker komplett zieht, wird die verbleibende Rechtfertigung für einen spezialisierten Games-Store immer schwieriger zu vermitteln.
Die „Code-in-a-Box“-Situation macht das Ganze eher schlimmer als besser. Produkte wie die Retail-Version von GTA 6, die als Papphülle mit einem Download-Code ausgeliefert wird, nehmen dem physischen Format jeden Vorteil. Kein Wiederverkaufswert. Kein Verleihen. Geringere Sammelbarkeit. Wie Elliot es ausdrückt: „Ein Code-in-a-Box bietet nichts von dem, was den Kauf einer physischen Version lohnenswert machte.“
Wenn Sie genau verstehen wollen, was PS5-Spieler in dieser Art von Digital-First-Zukunft erwartet, schlüsselt der GTA 6 PS5 Exclusive Features Guide auf, was Sonys Plattform tatsächlich liefert, wenn die Disc komplett aus dem Spiel ist.
Was die Analysten tatsächlich sagen
Chris Dring von The Game Business räumte ein, dass sich PlayStation-Spiele „im physischen Handel gut verkaufen“ und beschrieb dies als ein Geschäft, das weltweit immer noch Millionen einbringt. Die Ankündigung überraschte ihn. Aus Sicht des Einzelhandels nennt er sie „eindeutig einen Schlag“.
Drings optimistischere Einschätzung ist, dass sich das Code-in-a-Box-Modell zu etwas Sinnvollerem entwickeln könnte: einem System, bei dem Händler direkt an digitalen Spieleverkäufen für PlayStation-Titel beteiligt sind, nicht nur bei den großen Releases. Das würde den Stores in der digitalen Ära eine Daseinsberechtigung geben, auch wenn es erfordern würde, dass Sony diese Infrastruktur aktiv aufbaut, anstatt den Einzelhandel einfach verkümmern zu lassen.
Piers Harding-Rolls von Ampere Analytics stimmt zu, dass der Gebrauchtmarkt den größten Treffer einsteckt, sieht Sonys Entscheidung aber als potenziellen Druck in Richtung Innovation. Handelsketten sind im Vergleich zu vor zwei Jahrzehnten bereits massiv geschrumpft und haben sich diversifiziert, um zu überleben. Das komplette Ende physischer Medien könnte Publisher dazu zwingen, ihre Produkte länger über den Einzelhandel zu vertreiben, als sie es sonst tun würden – vorausgesetzt, diese Kanäle können sich rund um digitale Verkäufe neu erfinden.
Der entscheidende Punkt ist, ob die Händler tatsächlich den Spielraum haben, diese Neuerfindung zu versuchen, oder ob die Ankündigung einen Zusammenbruch beschleunigt, der ohnehin schon im Gange war.
Nintendos Schatten und was als Nächstes kommt
Ein Detail ist erwähnenswert: Nintendo macht neben Sony immer noch einen bedeutenden Teil des physischen Einzelhandelsgeschäfts aus. Da Switch 2-Cartridges das physische Format auf dieser Seite des Marktes am Leben erhalten, könnten einige spezialisierte Händler ihr Überleben zunehmend an Nintendos anhaltendes Engagement für physische Medien knüpfen statt an das von PlayStation.
Die PS5-Plattform bietet derweil immer noch eine umfangreiche Library, die es zu erkunden gilt. Spiele wie der Survival-Horror-Titel Hollowbody sind die Art von Releases, die zeigen, was die Plattform aktuell leistet, und der Hollowbody Before You Buy Guide ist einen Blick wert, wenn Sie Ihren nächsten PS5-Kauf abwägen, bevor der digitale Wandel vollständig greift.
Für den stationären Handel sind die nächsten 18 Monate wahrscheinlich das letzte Zeitfenster, um herauszufinden, wie die Post-Disc-Version ihres Geschäfts tatsächlich aussieht. Der Code-in-a-Box-Kompromiss stellt niemanden zufrieden: Publisher erhalten eine begrenzte Präsenz im Einzelhandel, Stores erzielen nahezu null Marge bei einem Produkt ohne Wiederverkaufswert, und Spieler erhalten einen physisch anmutenden Kauf, der sich vollständig wie ein digitaler verhält.
Das breitere Bild der PlayStation-Plattform, von DualSense-Features bis hin zu PS5 Pro-Modi, wird im Starfield PS5 Guide behandelt, falls Sie ein Gefühl dafür bekommen möchten, wie Sonys Hardware-Ökosystem aussieht, während es weiter in Richtung „Digital-Only“ vorstößt.
Das Best-Case-Szenario für den Einzelhandel beinhaltet, dass Sony und andere Publisher aktiv eine digitale Vertriebsinfrastruktur aufbauen, die über physische Läden läuft. Das Worst-Case-Szenario ist, dass der Januar 2028 zu dem stillen Datum wird, an dem der letzte sinnvolle Grund, einen Games-Shop zu besuchen, aus dem Kalender verschwindet.








