Star Wars Zero Company startete mit echtem kommerziellen Momentum und starker Resonanz bei den Spielern, doch die Geschichte hinter dem Release ist weit weniger feierlich. Bit Reactor, das Studio, das das Spiel gemeinsam mit Respawn Entertainment entwickelte, beurlaubte in den Wochen vor dem Launch stillschweigend einen Großteil seiner Belegschaft ohne Bezahlung. Das Franchise hat eine lange Gaming-Historie, die bis zu Klassikern wie STAR WARS: Galactic Racer zurückreicht, aber was derzeit bei Bit Reactor geschieht, ist weitaus ernüchternder als bloße Nostalgie.
Die stillschweigenden Beurlaubungen
Die Situation kam durch Kommentare von Zachariah Scott ans Licht, einem ehemaligen Mitarbeiter von Bit Reactor, der öffentlich behauptete, das Unternehmen habe „die Tatsache verschleiert, dass das Team bereits vor Wochen beurlaubt wurde“. Dies geschah zur gleichen Zeit, als Bit-Reactor-CEO Greg Foertsch letzte Woche auf der Gamescom war und öffentlich über die Pläne des Studios für das nächste Spiel sprach.
Bit Reactor hat inzwischen bestätigt, dass viele Mitarbeiter beurlaubt sind, obwohl das Studio keine genauen Zahlen genannt hat. Die genannte Zahl beläuft sich auf etwa 80% des Teams, das in den unbezahlten Urlaub geschickt wurde, während eine kleine Gruppe behalten wurde, um Post-Launch-Patches und Bugfixes zu verwalten. Der berichtete Grund ist direkt und düster: Dem Studio ging kurz vor dem Launch das Geld aus, um die Mitarbeiter zu bezahlen, trotz Bemühungen, die Kosten durch intern als „Sparmaßnahmen“ bezeichnete Schritte zu senken, und trotz der Hoffnung auf einen neuen Publishing-Deal.
Das ist der Punkt, der die Sache besonders unangenehm macht. Zero Company ist ein Hit. Es erschien am 27. August 2026 für PC, PlayStation 5 sowie Xbox Series X/S und steht seitdem weit oben in den Steam-Bestseller-Charts. Die Leute, die dieses Spiel entwickelt haben, warten nun unbezahlt darauf, zu erfahren, ob sich der kommerzielle Erfolg in die Rückkehr an ihre Arbeitsplätze übersetzt.
Rechtliche Probleme an der Spitze
Die Beurlaubungen wurden im Rahmen eines laufenden Rechtsstreits zwischen Foertsch und Alison Kelly, einer Mitgründerin von Bit Reactor, die zuvor als COO des Studios fungierte, öffentlich bekannt. Kelly behauptet, sie sei von Foertsch aus dem Unternehmen gedrängt worden und ihr sei die Entschädigung für ihren Eigentumsanteil verweigert worden. Foertsch hat die Vorwürfe zurückgewiesen und eine Gegenklage eingereicht. Ein Prozess ist derzeit für Anfang 2027 angesetzt.
Ein Detail, das in den Gerichtsakten verborgen war, ist aus Sicht der Gaming-Historie wirklich interessant. Kelly spielte Berichten zufolge eine direkte Rolle dabei, dass Zero Company überhaupt realisiert wurde, indem sie das Projekt an den verstorbenen Vince Zampella bei Respawn und EA herantrug. Zampella brachte das Konzept zunächst als mögliches Titanfall-Spin-off ins Spiel, bevor er vorschlug, stattdessen auf die Star Wars-Lizenz zu setzen. Dieser Wechsel führte zu einem der am besten bewerteten Spiele des Jahres 2026.
Was das für die Entwickler bedeutet
Bit Reactor hat keine öffentliche Erklärung dazu abgegeben, welche kommerzielle Schwelle Zero Company erreichen muss, damit die Mitarbeiter wieder eingestellt werden. Dieses Schweigen ist der schwierigste Teil für jeden, der diese Geschichte verfolgt. Das Spiel existiert, es verkauft sich, und die Leute, die es ausgeliefert haben, stehen draußen und schauen zu.
Diese Situation erinnert an das, was bei Ubisoft mit Star Wars Outlaws geschah, wo ein hochkarätiger Star Wars-Release hinter den internen Erwartungen zurückblieb und zu sichtbaren Umstrukturierungen im Team führte. Der Unterschied hier ist, dass Zero Company sowohl kritisch als auch kommerziell gut performt, was die Beurlaubungssituation noch dissonanter erscheinen lässt.
Was die meisten Spieler bei einem erfolgreichen Launch übersehen, ist, wie prekär die Finanzen eines Studios in den Monaten kurz vor der Veröffentlichung sein können. Die Entwicklungskosten erreichen ihren Höhepunkt, die Einnahmen sind noch nicht eingetroffen, und wenn eine Finanzierungsbrücke wegbricht, wird das Kalkül schnell brutal. Genau das scheint bei Bit Reactor passiert zu sein.
Für alle, die den Überblick über die breitere Gaming-Industrie behalten wollen: Der Gaming-Guides-Hub verfolgt Entwicklungen bei großen Releases, und die STAR WARS: Galactic Racer Guides sind ein guter Ausgangspunkt für Fans des Franchise, die etwas zum Spielen suchen, während sich diese Situation entwickelt. Der nächste Schritt liegt bei der Führung von Bit Reactor, und derzeit wartet etwa 80% des Studios darauf, zu hören, wie dieser Schritt aussieht.









