Die ESO-Community hat sich in den letzten Wochen auf das Schlimmste eingestellt. Die umfassende Entlassungswelle von 3.200 Mitarbeitern bei Microsoft hat Zenimax Online Studios hart getroffen, und die Fans von The Elder Scrolls Online verfolgen die Auswirkungen in Echtzeit, während sie sich fragen, ob ihr MMO still und leise eingestellt wird.
Doch die Sache hat einen Haken. Das Bild ist vielleicht nicht so düster, wie es zunächst den Anschein hatte.
Was Entwickler den Fans auf dem ESO Tavern Event mitteilten
Am vergangenen Wochenende trafen sich Spieler und Entwickler in Hessen, Deutschland, zur Elder Scrolls Online Tavern, einem Fan-Event vor Ort, das sich zu etwas weitaus Bedeutenderem entwickelte als einem zwanglosen Treffen. Baratron, eine bekannte Persönlichkeit der Community, die bei der Betreuung der Unofficial Elder Scrolls Pages und deren Discord hilft, teilte eine detaillierte Nachricht von der Veranstaltung, die sich seitdem in der gesamten ESO-Community verbreitet hat.
Die entscheidenden Informationen kamen direkt von Jason Barnes, Associate Design Director bei Zenimax Online Studios, und Jessica Folsom, Associate Director of Community Management. Beide bestätigten, dass das Studio nun in etwa die gleiche Größe hat wie während der Entwicklung der DLCs Wrothgar und Summerset.
Zum Kontext: Das sind keine unbekannten Patches. Wrothgar, veröffentlicht als Orsinium-DLC, und Summerset, das Kapitel von 2018, gelten weithin als zwei der stärksten Content-Releases in der Geschichte von ESO. Die Community verweist beständig auf diese Ära als die Zeit, in der das Spiel auf Hochtouren lief.
Warum der Vergleich der Teamgröße wichtig ist
Der Instinkt nach jeder größeren Entlassungswelle ist die Annahme, dass das Produkt proportional darunter leidet. Weniger Entwickler bedeuten normalerweise einen langsameren Output, kleinere Updates und schließlich den Wartungsmodus. Diese Befürchtung war in den ESO-Foren und Subreddits seit der Ankündigung der Microsoft-Kürzungen lautstark zu vernehmen.
Doch der Vergleich mit Wrothgar und Summerset rückt die Situation in ein neues Licht. Das Studio lieferte einige seiner beliebtesten Inhalte bei dieser Personalstärke ab. Das Team war nicht klein, weil es Probleme hatte, sondern es war schlank und produzierte fokussierte, qualitativ hochwertige Arbeit.
Das macht die menschlichen Kosten nicht ungeschehen. Dutzende Programmierer, Artists, Designer und Tester haben ihre Jobs verloren, und das ist für alle Betroffenen schlichtweg schrecklich. Die Bethesda-Gewerkschaft hat deutlich gemacht, dass die Kürzungen die einzelnen Mitarbeiter weit härter treffen als die Führungsebenen. Das sind echte Menschen, und der Verlust erfahrener Entwickler hat immer langfristige Konsequenzen, die sich nicht sofort in einer Content-Roadmap zeigen.
Was es jedoch bedeutet, ist, dass das Spiel nicht zwangsläufig auf einen Content-Stopp zusteuert. Die auf der Tavern anwesenden Entwickler äußerten sich dazu direkt.
Die Roadmap, die Berichten zufolge gerade erstellt wird
Die Abwesenheit von Giacomini und Kath beim Tavern-Event ist tatsächlich das beruhigendste Detail in Baratrons Nachricht. Dass Studio-Leiter eine Fan-Feier auslassen, um an einer Content-Roadmap zu arbeiten, deutet auf aktive Planung hin, nicht auf Vorbereitungen für ein leises Auslaufen.
ESO hat mit den jüngsten Updates zudem an Fahrt gewonnen. Update 50 führte das Challenge Difficulty-System mit vier verschiedenen Stufen ein, das Spielern mehr Kontrolle darüber gibt, wie sie sich mit Inhalten auseinandersetzen – genau die Art von systemischer Ergänzung, die ein Team vornimmt, wenn es an die Zukunft des Spiels denkt und nicht an dessen Ende.
Das MMO rollte im selben Update-Zyklus auch das saisonale Belohnungssystem Tamriel Tomes und eine neue PvP-Veteranen-Progressionsstruktur aus, die beide darauf ausgelegt sind, Spieler über mehrere Seasons hinweg zu binden. Man baut keine Infrastruktur für saisonale Belohnungen für ein Spiel, das man kurz vor dem Aus steht.
Was das realistisch für Spieler bedeutet
Die ehrliche Einschätzung hier ist gemischt. ESO wird in naher Zukunft nirgendwohin verschwinden, und die Leute, die noch bei Zenimax Online Studios sind, arbeiten eindeutig an dem, was als Nächstes kommt. Das Studio hat bereits schwierige Zeiten durchlebt, einschließlich des holprigen Starts 2014, und ist mit einigen seiner besten Arbeiten daraus hervorgegangen.
Die reduzierte Mitarbeiterzahl wird sich mit ziemlicher Sicherheit auf das Tempo des Outputs auswirken. Das gleiche Volumen an Inhalten wie in den Spitzenjahren des Spiels zu erwarten, ist nicht realistisch. Aber ein kleineres, fokussiertes Team mit einer klaren Roadmap ist eine ganz andere Situation als ein Studio, das still und leise heruntergewirtschaftet wird.
Für Spieler, die bei allem, was aus dieser Roadmap hervorgeht, auf dem Laufenden bleiben wollen, wird die ESO-Guide-Sammlung aktualisiert, sobald neue Inhalte und Systemdetails bekannt werden.








